25-50-25 weiß

Bundestagswahl 2021

Deutschland bekommt einen neuen Bundeskanzler: Insgesamt 61.168.234 Wahlberechtigte waren dazu aufgerufen, am 26. September 2021 den 20. Bundestag der Bundesrepublik Deutschland zu wählen. 46.838.765 kamen diesem Aufruf nach; die bundesweite Wahlbeteiligung lag entsprechend bei 76,6 Prozent.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis entfielen dabei auf die SPD mit 11.949.756 die meisten Zweitstimmen. Dies sind 25,7 Prozent der gültigen Zweitstimmen, sodass die SPD damit die stärkste Fraktion im Bundestag stellt, gefolgt von CDU/CSU mit 24,1 Prozent der Zweitstimmen, den Grünen mit 14,8 Prozent und der FDP mit 11,5 Prozent. Die AfD erhielt 10,3 Prozent, die Linken erhalten mit 4,9 Prozent nur über Direktmandate den Einzug in den Bundestag. Für die sonstigen zur Wahl angetretenen Parteien entschieden sich insgesamt 8,7 Prozent der Wähler*innen.

Wahlergebnisse für die Metropole Ruhr

Bundestagswahlen im Ruhrgebiet seit 1949

Die Metropole Ruhr bleibt sozialdemokratisch geprägt

Auch im Ruhrgebiet sind SPD und Grüne die Wahlgewinner. Von den 2.726.945 gültigen Zweitstimmen entfielen 936.698 (34,5 %) auf die SPD, die damit stärkste Kraft im Ruhrgebiet bleibt. Zweitstärkste Kraft ist die CDU mit insgesamt 22,1 Prozent der Zweitstimmen, gefolgt von den Grünen (14,2 %), der FDP (10,0 %) und der AfD (8,5%). Mit 3,9 Prozent der Zweitstimmen fiel das Wahlergebnis der Linken im Ruhrgebiet schlechter aus als auf Bundesebene, wo die Partei knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte. Da die Linken jedoch in drei Wahlkreisen Direktmandate gewinnen konnten, greift die Grundmandatsklausel und die Partei zieht trotzdem nach dem Zweitstimmenergebnis in den Bundestag ein.

Im traditionell sozialdemokratisch geprägten Ruhrgebiet differenziert sich das Wahlverhalten weiter aus. Bei der Bundestagswahl 2021 profitierten davon in der Region vor allem die Grünen und kleinere Parteien, die die Fünf-Prozent-Hürde nicht überschreiten konnten. Das Ergebnis der CDU verschlechterte sich im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 um rund 5,2 Prozentpunkte, wohingegen die SPD einen Zuwachs um rund 3,5 Prozentpunkte verzeichnen konnte. Den höchsten Stimmenzuwachs konnten die Grünen verbuchen: Erhielten sie 2017 noch rund 6,6 Prozent der gültigen Zweitstimmen, waren es 2021 rund 14,2 Prozent (+ 7,6 Prozentpunkte). FDP und AfD haben im Vergleich zu 2017 an Stimmenanteilen verloren (FDP: -1,2 Prozentpunkte und AfD: -2,9 Prozentpunkte). Das Ergebnis der Linken fiel in der Metropole Ruhr nochmals schlechter aus als auf Bundesebene: Rund 3,9 Prozent der Stimmen entfielen auf sie, dies entspricht im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 einem Verlust von rund 4,1 Prozentpunkten.

In 19 der 20 Wahlkreise der Metropole Ruhr konnte die SPD Direktmandate erringen. Im Wahlkreis 120 gewann der Kandidat der CDU knapp die meisten Erststimmen, die SPD jedoch die meisten Zweitstimmen.

Bei den Zweitstimmen hat sich die Tendenz zu einer gleichmäßigeren Verteilung der Stimmen auf mehrere Parteien fortgesetzt. Innerhalb der Region lassen sich mehrere Wahlkreise als sogenannte Hochburgen identifizieren, in denen eine bestimmte Partei einen höheren Stimmenanteil gewinnen konnte als in anderen Wahlkreisen. So wählten viele Menschen in den Kernstädten der Metropole Ruhr die SPD, in Teilen der Kreise Wesel und Recklinghausen die CDU.

Zweitstimmen

Direktmandate

25-50-25 weiß

Hochburgen der Parteien

Parteibestes Ergebnisschlechtestes ErgebnisMetropole Ruhr
SPD38,2 % (141 Herne - Bochum II)28,0 % (120 Essen III)34,4 %
CDU26,7 % (113 Wesel I)17,9 % (142 Dortmund I)22,1 %
Grüne20,6 % (142 Dortmund I)10,0 % (123 Gelsenkirchen)14,2 %
FDP11,8 % (120 Essen III)8,1 % (116 Duisburg II)10,0 %
AfD12,8 % (123 Gelsenkirchen)5,5 % (120 Essen III)8,5 %
Die LINKE5,4 % (140 Bochum I)3,0 % (122 Recklinghausen II/125 Bottrop - Recklinghausen III)3,9 %

 

SPD

CDU

Grüne

FDP

AfD

Die LINKE

Mehr als jede*r vierte Wahlberechtigte in der Metropole Ruhr nahm nicht an der Bundestagswahl 2021 teil

In der Metropole Ruhr lag die Wahlbeteiligung mit 73,6 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Insgesamt 2.748.798 der 3.733.882 Wahlberechtigten machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Der Anteil der Nichtwähler*innen liegt damit bei rund 27 Prozent. Die niedrigste Wahlbeteiligung war mit 63,3 Prozent im Wahlkreis 116 Duisburg II zu verzeichnen, die höchste mit 80,3 Prozent im Wahlkreis 120 Essen III.

Die im Vergleich zum übrigen Bundesgebiet niedrige Wahlbeteiligung und der steigende Anteil von Stimmen, die auf kleinere, sogenannte „sonstige“ Parteien entfielen, lassen ein im Verhältnis zu früheren Bundestagswahlen verändertes Wahlverhalten schließen. Ohne auf die vielfältigen Gründe und Ursachen näher einzugehen, deuten die hohe Zahl von Nichtwähler*innen und die Stimmen für Klein- und Kleinstparteien darauf hin, dass sich eine größer werdende Gruppe von Wahlberechtigten durch die Programme der etablierteren Großparteien nicht, nicht mehr oder nicht ausreichend angesprochen oder vertreten fühlt.

Wahlbeteiligung

Nichtwähler*innen

Kommunalwahl 2020

Kommunalwahl 2020

Bei der Kommunalwahl 2020 wurden am 13. September 2020 in der Metropole Ruhr die Stadt- und Gemeinderäte, die Kreistage, die Bürgermeister*innen und Landräte sowie zum ersten Mal in der Direktwahl die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr (Ruhrparlament) gewählt.

Wahlergebnisse zu den Wahlen der Stadträte der kreisfreien Städte und Kreistage der Kreise

Die SPD liegt mit 30,6 Prozent der Stimmen in der Metropole Ruhr zwar immer noch vorne, hat aber mit einem Minus von 8,4 Punkten einen deutlichen Verlust zu verkraften. Das ist ihr bislang schlechtestes Resultat bei Kommunalwahlen in der Metropole Ruhr.

Die CDU ist mit 28,0 Prozent weiterhin zweitstärkste Kraft in der Metropole Ruhr. Sie verliert im Vergleich zu 2014 2,2 Prozentpunkte. Auch für die CDU ist das ihr bislang geringstes Ergebnis bei Kommunalwahlen in der Metropole Ruhr.

Einen deutlichen Erfolg erzielten indessen die Grünen: Sie legten um 8,3 Punkte auf 18,7 Prozent zu und sind die eindeutigen Gewinner der Kommunalwahlen in der Metropole Ruhr.
Die AfD holte 6,8 Prozent (plus 4,2) und ist damit viertstärkste Partei in der Metropole Ruhr. Die FDP kam auf 5,6 Prozent (plus 0,9), die Linkspartei auf 4,3 Prozent (minus 1,2).

Wahl des Ruhrparlaments

Die Verteilung der Parteien im Ruhrparlament entspricht in etwa dem Wahlergebnis der Kommunen, die SPD kommt hier auf 29,4 Prozent (29 Sitze), die CDU auf 27,2 Prozent (27 Sitze), die Grünen auf 20,3 Prozent (20 Sitze), die AfD auf 7,1 Prozent (7 Sitze) die Linke auf 4,1 Prozent (4 Sitze) und die FDP auf 3,7 Prozent (4 Sitze).

Wahl des OB

In vielen Städten in der Metropole Ruhr wird es Stichwahlen zum Amt des Bürgermeisters geben, wie z.B. in Dortmund, Gelsenkirchen, Oberhausen, Hamm, Mülheim an der Ruhr. In Bochum (SPD), Essen (CDU), Hagen (Parteilos) und Herne (SPD) sind die Amtsinhaber direkt bestätigt worden. In Duisburg stand keine Wahl des OB an, der dortige Oberbürgermeister ist bis 2025 gewählt.

Die Wahlbeteiligung liegt in der Metropole Ruhr mit 47,2 Prozent leicht über dem Niveau von 2014 (46,8 Prozent) und deutlich unter der Wahlbeteiligung für NRW ohne die Metropole Ruhr (53,5 Prozent).

Downloads

25-50-25 grau

Dr. Verena Eckl
Referat Bildung und Soziales
Team Regionale Statistik und Umfragen
eckl@rvr.ruhr
+49 201 2069-448
Ann-Kristin Marx
Referat Bildung und Soziales
Team Regionale Statistik und Umfragen
marx@rvr.ruhr
+49 201 2069-434