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RVR und Ruhr IHKs im Gespräch über Flächenbedarf und das Potenzial alter Kraftwerksstandorte

Essen – 23.08.2019. Wie kann das Ruhrgebiet weiter vorangebracht werden? Darüber tauschten sich der Regionalverband Ruhr (RVR) und die Industrie- und Handelskammern (IHKs) im Ruhrgebiet in einem Spitzengespräch aus. Damit sich neue Unternehmen ansiedeln können, muss der Regionalplan wirtschaftsfreundlicher gestaltet werden, so die Forderung der IHKs. Große Chancen bietet dabei die Nachnutzung von stillgelegten Kohlekraftwerksstandorten. Die Ruhr IHKs und der RVR unterstützen beide auch die Forderung zur Entwicklung von Brachflächen.

„Wir wollen die Standortbedingungen im Ruhrgebiet weiter verbessern und den Wirtschaftsstandort zukunftssicher aufstellen. Die Regionalen Kooperationsstandorte sind im Entwurf zum neuen Regionalplan Ruhr das Instrument der Zukunft, um künftig mehr Flächen für größere Gewerbe- und Industrieansiedlungen anzubieten,“ so RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel, die den Dialog mit den Vertretern der IHKs ausdrücklich begrüßt. „Selbstverständlich muss die Regionalplanung die Interessen von Ökonomie und Ökologie genau abwägen, um die Metropole Ruhr zu einem attraktiven Standort für Wohnen, Arbeiten und Leben weiter zu entwickeln.“

Die Ruhr IHKs fordern in ihrer Stellungnahme zum Regionalplan mehr Wirtschaftsflächen auszuweisen. Aus ihrer Sicht reichen die bisher vorgesehenen Flächen nicht aus, um die Nachfrage für einen längeren Zeitraum sicher zu stellen. „Um auch in Zukunft neue Unternehmen im Ruhrgebiet ansiedeln zu können, müssen wir zwingend attraktive und ausreichende Wirtschaftsflächen anbieten können. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Unternehmen einen Bogen um das Ruhrgebiet machen“, betonte Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK und derzeit Sprecher der Ruhr IHKs.

Eine Möglichkeit, die Flächenknappheit zu verringern, sehen die Wirtschaftskammern in der Nachnutzung stillgelegter Kohlekraftwerksstandorte.

RVR und Ruhr IHKs sind sich einig, dass die Beschlüsse der Kohlekommission nicht nur für die betroffenen Braunkohlereviere weitreichende Folgen haben werden. Durch das Ende der Steinkohleverstromung sind auch im Ruhrgebiet weitreichende Auswirkungen auf Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung zu erwarten. Insgesamt positiv bewerteten die Gesprächspartner die Projektvorschläge des NRW-Wirtschaftsministeriums zum geplanten „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ der Bundesregierung. Die vom Wirtschaftsministerium identifizierten Querschnittsthemen wie Flächenentwicklung, Mobilität und Infrastruktur, Energie und Klimaschutz oder Innnovation und Bildung müssten nun in enger Abstimmung mit den IHKs und dem RVR weiterentwickelt werden. „Ziel ist es, das Ruhrgebiet in den nächsten zehn Jahren zu einer der leistungsfähigsten und innovativsten Wirtschaftsmetropolen Deutschlands zu machen“, so Dietzfelbinger abschließend.

Online-Redaktion
Team Medien und Internet