RVR-Newsletter

3. September 2019 | NewsletterAusgabe 04/2019

Interview

Die Route und ihr Hüter

Ulrich Heckmann, RVR-Referatsleiter Industriekultur, erlebt die Entwicklung der Route der Industriekultur seit ihren Anfängen und kennt die ganz kleinen und die ganz großen Standorte wie seine Westentasche.

Herr Heckmann, als es in den 80er Jahren los ging mit dem Thema Industriekultur – welcher Widerstand war am schwersten zu überwinden?

Ulrich Heckmann: Vor allem der Widerstand in den Köpfen. Die Meisten konnten sich Industriekultur als touristische Attraktion und Teil der eigenen Identität einfach nicht vorstellen. Industrie und ihre Hinterlassenschaften als kulturelles Erbe? Undenkbar.

Erst im Laufe der 1990er Jahre haben die großen spektakulären IBA-Projekte wie der Landschaftspark Duisburg-Nord oder der Gasometer in Oberhausen einen Bewusstseinswandel angestoßen. Dabei spielte die vom RVR aufgebaute Route der Industriekultur als Projekt für die ganze Region eine zentrale Rolle.

​​​​​​​An welchem Ort lässt sich die Erfolgsgeschichte am besten ablesen?

Ulrich Heckmann: Diesen einen Ort gibt es nicht. Die Industriekultur war prägend für die gesamte Region. Ihre Vielfalt und Qualität ist weltweit einzigartig. Jeder Standort hat seinen besonderen Charme und Erlebniswert. Das Welterbe Zollverein ist sicherlich der Leuchtturm, der Einstiegspunkt, gerade auch für internationales Publikum. 

Häufig sind es aber auch die eher kleinen Orte am Wegesrand, die die typische industrielle Kulturlandschaft des Ruhrgebiets prägen. Besuchen Sie doch mal das Kettenschmiedemuseum in Fröndenberg - den Weg dorthin zeigt die Route der Industriekultur.

Und ein Ausblick in die Zukunft – welche Pläne hat der RVR für die Route?

Ulrich Heckmann: Der RVR ist Träger der Route und wird gemäß Vertrag mit dem Land NRW weiter in Pflege und Unterhaltung investieren. Das umfasst sowohl ausgewählte Standorte wie z. B. die Hinweisschilder auf die Route, die Sie überall in der Region finden.

Genauso werden wir unsere Öffentlichkeitsarbeit weiter ausbauen. Wir arbeiten an neuen multimedialen Angeboten und überarbeiten zurzeit unsere Internetseite, die ja bereits jetzt ein Faktenschatz ist.

Auf internationaler Ebene engagieren wir uns im Welterbeprojekt „Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ und werden unsere (inter-) nationale Netzwerkarbeit verstärken. Industriekultur als fundamentaler Teil der europäischen Geschichte soll noch stärker Anerkennung finden.

Diese Netzwerkarbeit wird konkret greifbar werden bei der Eurovelo-Route der Industriekultur.
Die Idee für diese europäische Radroute hat der RVR initiiert.

Kerstin Röhrich
Team Redaktion, Fachinformation
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Martina Kötters
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