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Freizeit und Tourismus

Nach mehr als 150 Jahren endete 2018 der aktive Steinkohlebergbau. Damit stellte sich auch die Frage nach der Zukunft des Trainingsbergwerks (TBW) an der Wanner Straße 30. Nach intensiven Gesprächen zeichnet sich nun eine Lösung ab, die zum Ziel hat, aus der Anlage ein attraktives Erlebnisbergwerk zu machen. RAG, Regionalverband Ruhr (RVR) und Stadt haben dazu eine Kooperationsvereinbarung ausgehandelt, die nun noch in den politischen Gremien behandelt werden muss.

Erstmals wird sich die Politik mit dem Thema in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Liegenschaften und Beteiligungen am 12. Juni (16 Uhr, Großer Sitzungssaal Rathaus) befassen. Beim RVR steht die Beratung über die Kooperationsvereinbarung am 17. Juni im Verbandsausschuss auf der Tagesordnung. Die finale Entscheidung über die ausgehandelte Vereinbarung fallen dann im Rat der Stadt (8. Juli) und der RVR-Verbandsversammlung (28. Juni).

„Ich bin zuversichtlich, dass das von uns mit der RAG und dem RVR geschnürte Paket in den zuständigen Gremien auf Zustimmung stößt. Mit dem Trainingsbergwerk könnten wir in der Stadt nicht nur ein tolles Stück Bergbautradition erhalten, sondern ganz sicher auch eine weitere touristische Attraktion für die gesamte Region schaffen. Besucher können dort tatsächlich ein ganz authentisches Stück Bergbau erleben“, sagte Christoph Tesche. Der Bürgermeister hatte sich selbst intensiv in die Gespräche eingeschaltet. Anfang Mai wurden schließlich in einem Spitzengespräch, an dem neben Tesche auch RVR-Direktorin Karola Geiß-Netthöfel und RAG-Vorstandschef Peter Schrimpf teilnahmen, die Weichen für den Erhalt des Trainingsbergwerks gestellt.

RVR wird Eigentümer des Geländes

Der RVR wird seinen Gremien vorschlagen, das weiterhin unter Bergaufsicht stehende Areal des TBW in das Eigentum des Regionalverbandes zu übernehmen und dann an den bereits gegründeten Trägerverein zu verpachten, der bereits jetzt dort regelmäßig Führungen anbietet. „Diese Konstellation soll zunächst im Rahmen eines Projektes bis Ende 2021 Bestand haben. Dann soll geprüft werden, ob das TBW tatsächlich dauerhaft als Besucherbergerwerk betrieben werden kann“, betonte Stadtkämmerer Ekkehard Grunwald. „Auf jeden Fall passt ein solches Angebot perfekt in unser Tourismuskonzept.“

Die RAG wird bis mindestens Ende 2021 das TBW für Fortbildungsmaßnahmen – zum Beispiel für die nach wie vor erforderliche Grubenwehr – nutzen und dafür auch ein Entgelt bezahlen. Die Stadt soll sich verpflichten, ein Defizit des Trägervereins bis zu einer Höhe von 40.000 Euro jährlich auszugleichen. „Angesichts der vorliegenden Zahlen und Erfahrungen sind wir aber zuversichtlich, dass sich der Betrieb des TBW selbst trägt. Das Risiko ist nach unserer Einschätzung überschaubar“, sagte Axel Tschersich, Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsförderung, Standortmanagement und Stadtmarketing.

Größtes Erlebnisbergwerk zum Steinkohlebergbau in Deutschland

Das TBW wäre damit das größte Erlebnisbergwerk zum Steinkohlebergbau in Deutschland. Auch Kooperationen mit dem Bergbaumuseum Bochum hält der Trägerverein für möglich. „Beide Einrichtungen ergänzen sich in idealer Weise“, ist Bürgermeister Tesche überzeugt.  In Kombination mit dem in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Museum Strom und Leben, den Landschaftspark Hoheward mit dem Horizontobservatorium, dem Stadtteilpark Hochlarmark und der Drachenbrücke entsteht ein touristischer Konzentrationspunkt wie an kaum einer anderen Stelle im Ruhrgebiet.

Mit dem TBW könnte ein Stück „Originalbergwerk“ erhalten werden. Auf eine Streckenlänge von 1.400 Metern ist alles im Original vorhanden, was den Steinkohlebergbau ausmacht. Dazu gehören die verschiedenen Bergbaumaschinen, drei Streckenvortriebe sowie Streben mit einem Walzenschrämmlader und einem Hobel. Außerdem ist ein Tagesschacht vorhanden und das Stollensystem wird wie ein aktives Bergwerk bewettert. Viele der Maschinen können in Betrieb besichtigt und sogar ausprobiert werden.

Pressestelle Stadt Recklinghausen: Hermann Böckmann, Leiter Stabsstelle Kommunikation & Medien/Pressereferent, Tel.: 02361/50 13 49 d., Email: hermann.boeckmann@recklinghausen.de

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