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Freizeit und Tourismus

Auenlandschaft erleben und verstehen: Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat mit dem NaturForum Bislicher Insel in Xanten eine einzigartige Kombination aus Live-Erlebnis und theoretischem Begreifen geschaffen. Direkt im Naturschutzgebiet, auf dem ehemaligen Eyländer Hof ist vor zehn Jahren ein Informations- und Kompetenzzentrum für Natur- und Hochwasserschutz entstanden. Stetig steigende Besucherzahlen (über 16.000 in 2018) zeigen das große Interesse an dem Angebot. In diesem Jahr finden über 130 Veranstaltungen sowie zahlreiche gebuchte Exkursionen mit Schulklassen oder Familien oder als Betriebsausflüge statt.

RVR-Direktorin Karola Geiß-Netthöfel,  Abteilungsleiter Hubert Kaiser vom NRW-Umweltministerium, Landrat Dr. AnsgarMüller, Bürgermeister Thomas Görtz und Betriebsleiter Thomas Kämmerling vom Eigenbetrieb RVR Ruhr Grün ziehen heute Bilanz und geben einen Ausblick auf die weitere Entwicklung des RVR-Besucherzentrums.

Dazu RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel: „Das NaturForum Bislicher Insel hat sich zu einem spannenden Ausflugsziel in der Metropole Ruhr entwickelt. Die Umweltbildung wurde gleich zweimal von der UNESCO ausgezeichnet.  Das ist für uns Bestätigung und Ansporn zugleich, das Angebot hier vor Ort immer wieder aktuellen Themen wie Klimaschutz anzupassen.“

Informations- und Umweltbildungszentrum macht Flussaue erlebbar   

Das NaturForum Bislicher Insel informiert in einer Dauer- und in Wechselausstellungen anschaulich über das Naturschutzgebiet. Das Besucherzentrum bietet vielfältige Umweltbildungsangebote, Seminare, Film- und Vortragsveranstaltungen. Gleichzeitig ist es Ausgangspunkt von Führungen zu den interessantesten Plätzen, die der Lebensraum Bislicher Insel zu bieten hat. Zentraler Baustein des NaturForums Bislicher Insel ist die Dauerausstellung "AuenGeschichten", die das Flussauen-Reservat unter verschiedensten Gesichtspunkten betrachtet. Die Ausstellung gliedert sich in folgende Themenbereiche:

  • Die Auenkonferenz - Informationen zum Naturschutzgroßprojekt
  • Das Ufer - das amphibische Wesen der Aue
  • Unterwasser Welten -die Aue bei Hochwasser
  • Der Auenwald - Prozessschutz und Auenwaldentwicklung
  • Die Kulturaue - Kulturlandschaftselemente und nachhaltige Entwicklung
  • Zukunft der Aue - Verantwortung Mensch für Natur

Die Dauerausstellung AuenGeschichten wurde für kleine und große Besucher konzipiert. Speziell für Kinder gibt es in der Ausstellung Möglichkeiten des Spielens, des Erkundens und des Erlebens. So können junge Gäste in einer speziellen Kinderhöhle die Tierwelt der Aue entdecken und mit allen Sinnen erfahren.

Tagungsort und grünes Klassenzimmer in den Rheinauen

Neben der Ausstellung verfügt das Naturforum über einen großen Seminarraum im Erdgeschoss des Hauptgebäudes und einen Veranstaltungsraum in der Aktionshalle. Diese bieten nicht nur Platz für schulische und außerschulische Umweltbildungsangebote, sondern können auch für wissenschaftliche Tagungen und Hochschulseminare genutzt werden. In den Gebäuden ist zudem der Forststützpunkt von RVR Ruhr Grün untergebracht. Mit Obstwiesen, Teichbiotop und grünem Klassenzimmer hat sich das Hof- und Außengelände zu einem Erlebnisgarten entwickelt. Das Naturforum ist mit Aufzug und Rampen für Behinderte auch barrierefrei gestaltet worden.

2014 wurde zusätzlich auf dem Gelände des NaturForums der ehemalige RWE-Trafoturm zu einem „Hotspot der Biodiversität“ umgebaut. So wurden vielfältige Lebensräume für Kleinsäuger, Vögel und Insekten am und im Gebäude geschaffen. Inzwischen fühlen sich Fledermäuse, Schleiereulen, etliche Vogel- und Wildbienenarten in dieser Arche sehr wohl und können von den Besuchern aus kurzer Distanz beobachtet werden.

Seit 2018 betreibt der RVR zusätzlich eine Klimamessstation am NaturForum. Regelmäßige Aufzeichnungen zu Wetterdaten sind für Kinder und Jugendliche wichtige Grundlage, um Klima und Klimawandel besser begreifen zu können. Die Messdaten der neuen Station werden auch für wissenschaftliche Untersuchungen des RVR benötigt. So lassen sich mit den Informationen der Freilandstation beispielsweise Vergleiche zum Innenstadtklima in der Metropole Ruhr ziehen undunterschiedliche Entwicklungstendenzen dokumentieren. 

Künftig soll das NaturForum inhaltlich und räumlich erweitert werden. Die bestehende Ausstellung muss aktualisiert und um neue Themenfelder wie Klimaanpassung, Zugvögel, Insekten und Seeadler ergänzt werden. Ein Konzept ist in Planung.

Bislicher Insel - ein Naturschutzgroßprojekt in der Entwicklung

Nach dem Besuch des Informationszentrums bietet es sich an, im Naturschutzgebiet Bislicher Insel selbst auf Entdeckungstour zu gehen. Beobachtungshütten, entsprechende Schau- und Erläuterungstafeln helfen bei der Erkundung.

Das 1200 Hektar große Naturschutzgebiet Bislicher Insel am linken Niederrhein zwischen Xanten und Wesel liegt als Auenlandschaft in einer Altrheinschlinge. Den Inselcharakter – und auch seinen Namen – bekam es, als um 1788 der Rhein durch den Bislicher Kanal im Norden begradigt wurde. Geprägt hat diese Landschaft nicht nur der Strom, sondern auch die durch Auskiesung entstandene Kette von Baggerseen mit steilen Ufern, Inseln und Landzungen.

Die alljährlich rund 25 000 hier rastenden und überwinternden arktischen Wildgänse bieten ein imposantes Naturschauspiel. Vor Ort kann die aktuell größte Kormoran-Kolonie Nordrhein-Westfalens beobachtet werden. Fischadler sind regelmäßige Durchzügler. 2017 hat auf der Bislicher Insel erstmals ein Seeadlerpaar erfolgreich in Nordrhein-Westfalen gebrütet. Seit 2004 sind auch die Biber wieder ansässig.

In dem rund 1200 Hektar großen Naturschutzgebiet engagiert sich der Regionalverband Ruhr seit 1982. Mit Bundes- und Landesmitteln wurden bis heute 404 Hektar Grundstücksflächen erworben, ein Pflege- und Entwicklungsplan erarbeitet und biotoplenkende Maßnahmen durchgeführt. Die ober- und unterstromige Wiederanbindung des Xantener Altrheinarms an den Rhein ist geplant, um die Auenentwicklung zu fördern. An diesem wichtigen Natur- und Gewässerschutzprojekt wird sich der RVR ebenfalls beteiligen.

Infos zum NaturForum und das Veranstaltungsprogramm mit Ausstellungen und Exkursionen unter www.bislicher-insel.rvr.ruhr

Pressekontakt

Jens Hapke
Pressesprecher
hapke@rvr.ruhr
+49 201 2069-495
Barbara Klask
stellv. Pressesprecherin
klask@rvr.ruhr
+49 201 2069-201