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"Antonio"

Historisches Archiv Krupp

Antonio ist einer von vielen Brasilianern, der Anfang der 1960er-Jahre in der neuen Krupp-Fabrik in Campo Limpo nach langer Arbeitslosigkeit endlich Beschäftigung findet.

Beispielhaft für das Schicksal vieler seiner Landsleute erzählt er seine Lebensgeschichte.

Filmografische Angaben

Auftraggeber: Fried. Krupp, Essen
Produktion: Porta-Film GmbH, Hamburg
Oberleitung: Herbert Obscherningkat
Regie: Hans Heinrich Hermann
Buch: Hans Heinrich Hermann
Kamera: Richard Schüler
Schnitt: Caspar van den Berg
Sprecher: Josef Sieber
Produktionsjahr: 1962
Laufzeit: 10 Min.
Format: 16-mm-Lichtton, Farbe

3er Raster grau

Inhalt

Brasilien leidet 1961 unter einer hohen Inflation, nachdem die Kaffeeproduktion in eine Krise geraten ist. Viele ehemals in der Landwirtschaft beschäftigte Brasilianer suchen nach neuer Arbeit. Bereits im August 1958 erhielt Krupp die Erlaubnis, in Campo Limpo eine Gesenkschmiede und eine mechanische Werkstatt zu errichten. Im März 1960 wurde die Produktion aufgenommen, ein Jahr später erfolgte die offizielle Einweihung des Werks. Anstellung fanden neben deutschen Ingenieuren vor allem ungelernte Arbeiter aus Brasilien.

So auch Antonio, die Hauptfigur des Films. Er erzählt von seiner Kindheit auf einer Kaffeeplantage und wie er im Zuge der Wirtschaftskrise seine Anstellung verlor. Nach langer Suche findet er schließlich Arbeit in der neuen Krupp-Fabrik in Campo Limpo. Hier verdient er sich fortan seinen Lebensunterhalt durch das Bedienen einer Maschine zur Herstellung von Kurbelwellen. Untermalt von brasilianischer Volksmusik zeigt Antonio dem Zuschauer „seine“ Maschine und lässt ihn am Arbeitsalltag im Werk teilhaben.

Intention

Die Intention der Inszenierung als Imagefilm ist nicht zu übersehen. Der Bau des Werks in Brasilien wurde eng von der Krupp-Werkszeitschrift begleitet. Mit dem Bau des Werks erhielt Brasilien eine moderne, Arbeitsplätze schaffende Fabrik und Krupp konnte seinen Status als international agierendes Unternehmen ausbauen.

Krupp Metalúrgica Campo Limpo S. A. war die größte Gesenkschmiede Südamerikas, die für den Fahrzeug- und Maschinenbau unter anderem Kurbel- und Nockenwellen herstellte, und eines der bedeutendsten Auslandswerke des Krupp-Konzerns. Die Belegschaft umfasste 1961 rund 1600 Arbeiter, wovon nur 10 % aus Deutschland kamen. Bis heute werden in Campo Limpo von thyssenkrupp Teile für die Automobilbranche gefertigt.

Auszeichnungen

Der Film erhielt von der Filmbewertungsstelle der Länder das Prädikat „wertvoll“. Er wurde 1962 mit der Bundesfilmprämie und zwei Jahre später mit dem Verdienstdiplom der Triennale Film in Antwerpen ausgezeichnet. Die Oberleitung hatte Herbert Obscherningkat, Inhaber der aus Hamburg stammenden Filmproduktionsgesellschaft Porta-Film.

Für Buch und Regie zeichnet Hans Heinrich Hermann verantwortlich, welcher im Jahr zuvor auch den prämierten Krupp-Film „Technik, drei Studien in Jazz“ produziert hatte. Den Schnitt führte Caspar van den Berg aus, hinter der Kamera stand Richard Schüler.

Prof. Dr. Ralf Stremmel, Simone Snyders M. A.
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