Kopfbereich

"Kampf dem Berg-Druck"

Archiv Stahlinstitut VDEh im Stahl-Zentrum, Düsseldorf

Julius Pinschewer (1883–1961), Filmproduzent und Pionier des Werbefilms, produzierte den Zeichentrickfilm „Kampf dem Berg-Druck“.

In dem knapp vierminütigen Farbfilm dreht sich alles um den bergmännischen Streckenausbau aus Stahl. Dieser löste in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts den bis dahin üblichen Holzausbau ab.

Pinschewer stellt den Berg- bzw. Gebirgsdruck in der märchenhaften Gestalt eines Riesen dar, der auf die mit Holz ausgebaute Strecke drückt.

Filmografische Angaben

Auftraggeber: unbekannt
Produzent: Pinschewer-Film AG, Berlin
Produktionsjahr: ca. 1928–1933
Laufzeit: 4 Minuten
Format: 16 mm, Farbe, Stumm

3er Block

Zum Inhalt

Im Gebirge ist ein Riese wach geworden, der kräftig rumort. Er drückt auf die in Holz errichtete Strecke. Die Bergleute spüren die Erschüttung und fliehen aus dem Streb. Sie retten sich, bevor der Stollen bricht.

Ein Hochofen kommt zu Hilfe: Er schnallt sich einen Konverter mit glühendem Stahl auf den Rücken und läuft schnell zum Schacht. Dort entleert er den Konverter. In den Schacht purzeln stählerne Profile, ohne dass es eines Walzvorgangs bedarf. Die stählernen Profile winden sich im Stollen zu Bögen. Die Strecke hat nun einen Bogenausbau aus Stahl und hält jetzt dem Gebirgsdruck stand.

Der Riese ist keine Gefahr mehr für die Bergleute, die wieder in den Schacht einfahren.

Holz oder Stahl?

Bis weit in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein wurde in den Strecken und Streben des deutschen Steinkohlenbergbaus fast ausschließlich Holz zum Ausbau verwendet. Dies änderte sich im Ruhrbergbau als dem größten Steinkohlenrevier erst seit den 1920er-Jahren.

Im Streckenausbau nutzte man mehr und mehr den flexiblen Stahlbogenausbau; in den Streben, den eigentlichen Gewinnungsbetrieben, hielten in den 1940er-Jahren allmählich stählerne Ausbaustempel mit Kappen Einzug.

Aber erst seit Ende der 1940er-Jahre setzte sich mit der zunehmenden Mechanisierung des Abbaus der Stahlausbau flächendeckend durch.

Hintergründe der Filmproduktion

Der Auftraggeber dieses sehenswerten Streifens ist nicht bekannt, es existieren auch keine Informationen zur Aufführungs- oder Überlieferungsgeschichte.

Einen Hinweis auf die Datierung bietet die Produktionsgesellschaft, die Pinschewer-Film AG, die am Filmende genannt wird: Julius Pinschewer gründet 1928 die Pinschewer-Film AG, bereits 1933 emigriert er in die Schweiz, wo er 1934 das „Atelier für Herstellung und Vertrieb künstlerischer Werbefilme“ aufbaut.

Somit muss der Stummfilm zwischen 1928 und 1933 entstanden sein.

Stahlinstitut VDEh im Stahl-Zentrum
info@stahl-online.de
+49 211 6707-415
Sohnstraße 65, 40237 Düsseldorf