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"Clever und Schussel im Betrieb"

sv:dok, Dokumentations- und Forschungsstelle der Sozialversicherungsträger

Wie kann Arbeitsschutz im Film am Besten vermittelt werden? Eine Antwort waren die „Clever und Schussel“-Sketche, die für die Wochenschau ab 1956 produziert wurden.

Filmografische Angaben

Auftraggeber: Hauptverband der Gewerblichen Berufsgenossenschaften, Zentralstelle für Unfallverhütung, Bonn
Produktion: Herold Film, Berlin (West)
Regie: Eugen von Bongardt
Buch: Eugen von Bongardt
Kamera: Willi Kuhle
Schnitt: Elisabeth Pewny
Produktionsjahr: ca. 1960
Laufzeit: 15 Min.
Format: 16-mm-Lichtton, Schwarz-Weiß

3er Raster grau

Die Handlung

Gespielt von den Kabarettisten Jupp Hussels und Walter Gross, brachten die Figuren „Clever“ und „Schussel“ das Publikum mit Witz und Klamauk zum Lachen. „Schussel“ übernahm dabei immer die Rolle desjenigen, der von einer aberwitzigen Gefahr in die nächste geriet.

Genau davor hatte ihn „Clever“ zuvor stets gewarnt, und nach glimpflichem Ausgang erklärte er Ursachen und Folgen.

Vorläufer

In der Machart lehnten sich die Sketche an die NS-Propagandaserie „Tran und Helle“ an, in der bereits Jupps Hussels mitgewirkt und dabei den „vorbildlichen Volksgenossen“ gegeben hatte. 15 Jahre später klärte Hussels nicht mehr über Kriegsgefangene und „Erbkranke“ auf, sondern über Sturzgefahren und den sicheren Umgang mit Gefahrstoffen.

Der Zuschauer wird jedoch eingeladen, sich mit „Schussel“ zu identifizieren, von Walter Gross mit charmanter Tollpatschigkeit gespielt. Gross war nicht nur ein bekannter Kabarettist, sondern im Unterschied zu Hussels NS-Gegner, der wegen eines gewagten Bühnenauftritts inhaftiert und mit zeitweiligem Berufsverbot bestraft worden war.

Arbeitsschutzthemen

Die dargestellten Themen sind Gefahren durch herumliegendes Arbeitsmaterial, Vergiftung durch Chemikalien, Gefahren durch defekte Leitern, Brandgefahr durch Rauchen beim Umgang mit feuergefährlichen Stoffen, Verletzungsgefahr durch Nägel und Gefahr der Überlastung beim Tragen. All dies waren potenzielle Gefahrensituationen, wie sie in vielen Industrie- und Handwerksbetrieben typisch und alltäglich waren.

In einer anderen, teilweise vermutlich in Berlin gedrehten Sketch-Serie widmeten sich „Clever und Schussel im Straßenverkehr“ den dort vorhandenen Risiken. Die Kurzfilme zielten also auf ein breites Publikum. Die beliebten Sketche liefen zunächst auch unter dem Serientitel „Bedenke dies“. Als sie 1963 eingestellt wurden, verlor der Arbeitsschutzfilm seine besten Komiker.

Dr. Marc von Miquel
sv:dok
Dokumentations- und Forschungsstelle der Sozialversicherungsträger
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