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"Kamerad hab' Acht!"

thyssenkrupp Konzernarchiv, Duisburg

Der Stummfilm von 1927 zeigt Gefahren auf der Hütte der Eisen- und Stahlwerk Hoesch AG und Verhaltensregeln für sicheres Arbeiten.

Es ist der erste Film von Hoesch überhaupt.

Filmografische Angaben

Auftraggeber: Eisen- und Stahlwerk Hoesch AG
Produktion: Fotoabteilung Versuchsanstalt der Eisen- und Stahlwerk Hoesch AG
Regie: Heinrich Bitter
Kamera: Franz Novotny
Produktionsjahr: 1927 Teile 1 und 2, 1928 Teil 3
Laufzeit: 48 Min.
Format: 16 mm, Schwarz-Weiß, Stumm mit Zwischentiteln

 

3er Raster grau

Der Lehrfilm

Der dreiteilige Lehrfilm für die Einweisung von neuen Mitarbeitern und Lehrlingen zeigt Unfallgefahren und eine ganze Bandbreite von Arbeitsschutzmaßnahmen. Die Teile 1 und 2 begleiten zwei Schlosser auf ihrem Weg durch das Werk.

Der betriebserfahrene und vorsichtige Mitarbeiter macht den neuen Kollegen auf Unfallgefahren und Warnhinweise aufmerksam. Durchgängiges Motiv ist die Gegenüberstellung von besonnenem und leichtsinnigem Verhalten. Teil 3 ist dem Unterrichtswesen und der ersten Hilfe gewidmet.

Hintergründe der Produktion

Mitte der 1920er-Jahre beginnen Industrieunternehmen, das Unfallgeschehen in ihren Werken unter betriebswirtschaftlichen Aspekten zu beleuchten. So ist die 1925 gegründete zentrale Abteilung für Unfallverhütung von Hoesch der Abteilung Betriebswirtschaft zugeordnet. Sie analysiert systematisch Unfallhäufigkeit und Gefahrenquellen im Werk und entwickelt Maßnahmen zur Arbeitssicherheit. Als Ursache für Arbeitsunfälle wird häufig die Nachlässigkeit der Arbeiter hervorgehoben, ohne das gesamte Arbeitsumfeld in den Blick zu nehmen.

Als Regisseur des – in seinen Worten – „Unfall-Großfilms“ gilt Dr.-Ing. Heinrich Bitter. 1926 wechselt er vom Hochofenbetrieb zur Betriebswirtschaft, wird 1928 Leiter der Abteilung. Franz Novotny führt die Kamera. Er ist Leiter der zur Versuchsanstalt von Hoesch gehörenden Fotoabteilung, in deren Händen die technische Realisierung des Films liegt. Drehort ist die Westfalenhütte der Eisen- und Stahlwerk Hoesch AG in Dortmund.

Aufführungen

Erstmals präsentiert Hoesch den Film 1927 vor dem Ausschuss für Gewerbehygiene des Deutschen Völkerbunds in Düsseldorf. In der werkseigenen Speiseanstalt und später im Assauer-Kino am Borsigplatz in Dortmund zeigt Hoesch den Film bei internen Lehrveranstaltungen.

Astrid Dörnemann M.A.
thyssenkrupp Konzernarchiv
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