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Impulsvortrag 1 - Kulturkonferenz Ruhr 2021

Die Revolutionen der Stadt

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Niklas Maak - Architekt, Journalist und Autor

Zukunftsvisionen für die Stadt beschränken sich oft darauf, den Status Quo etwas effizienter und „smarter“ zu machen: ein bisschen mehr Fahrradfahren, ein bisschen mehr Holz, ein bisschen mehr grün, ein bisschen mehr Vernetzung, mit dem Elektroauto zur Arbeit fahren.

Die grundlegenden Fragen werden jedoch nicht gestellt: Wenn in Zukunft in großem Maße von zu Hause gearbeitet und die Arbeit robotisiert wird, wenn online Retail so erfolgreich wird, dass sogar die großen Shoppingmalls eingehen, was wird denn überhaupt noch ein Stadtzentrum sein, und aus welchem Grund wird man dort – Elektrisch oder per Fahrrad – überhaupt noch hinfahren? Und ist der Abschied von Bürohochhäusern und Einkaufsstraßen mit den immergleichen großen Retailern, wie wir sie kennen, überhaupt bedauernswert - oder eröffnet er, politisch richtig begleitet, Chancen für die Rückkehr kleiner Läden, lokaler Strukturen und ein weniger effizienzgetriebenes, entspannteres, freudvolleres und nachhaltigeres Leben in den Städten? Was wären die politischen, die architektonischen und technologischen Voraussetzungen für einen für alle gewinnbringenden Wandel?
 

Niklas Maak, geboren 1972 in Hamburg, ist Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Gastprofessor für Architektur an der Städel-Schule Frankfurt.

Von 2014 bis 2020 unterrichtete er an der Graduate School of Design in Harvard. Er war Co-Kurator der Ausstellung „Countryside.the Future“ im New Yorker Guggenheim Museum (2020) und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, zuletzt den Roman „Technophoria“, der zur Zeit verfilmt wird.