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Route Industrienatur

Halde Lothringen | Industrienatur - Bochum

Kletterakrobaten an der Südwand

Pflanzen aus aller Welt haben auf dem angeschütteten Bergematerial der ehemaligen Zeche Lothringen einen neuen Lebensraum gefunden. Sogar am extrem steilen Südhang der Halde, der sich von der Sonne stark aufheizt, wurzeln einige Überlebenskünstler.

1967 wurde die Kohleförderung eingestellt und 1989 die Neugestaltung der Halde Lothringen begonnen.  Nach einem Entwurf des Büros Hermann entstand eine in mehreren Stufen abfallende Plateaulandschaft, die einen weiten Blick in die Umgebung zulässt. Auf dem Haldenkopf wurde eine 200 Meter lange Promenade angelegt. Die 220 Meter lange Skulptur „Über(n) Ort“ aus gelben Stahlrohren stammt von der Künstlerin Kirsten Kaiser. Seit 2004 liegt die öffentliche Grünfläche in der Obhut der Stadt Bochum.

Auffallend ist der spärliche Pflanzenbewuchs.

Die steilen, hohen Böschungen aus dunklem, Bergematerial sind lebensfeindlich und bieten schlechte Wuchsbedingungen. Besonders die Südseite der Halde heizt sich extrem auf. Nur Überlebenskünstler wie die Birke und das aus Südafrika stammende Schmalblättrige Greiskraut sind Hitze und Trockenheit gewachsen.

Auf dem flachen Haldenplateau sind die Verhältnisse etwas gemäßigter. Geringe Humusauflage und Nährstoffverfügbarkeit lassen auch hier Spezialisten siedeln: Nachtkerze, Johanniskraut, Wilde Karde, Natternkopf, Wilde Möhre, Kanadisches Berufskraut und andere.

Wenn das Frühjahr beginnt und die ersten Blätter an den Bäumen sprießen,  verwandelt der kleine Huflattich das Haldenplateau in ein gelbes Blütenmeer und lockt die ersten Insekten an.

Neben stickstoffreichen Brennnesselsenken  gibt es Birken, Weiden und Eichengruppen. Dort ist der Boden mit Lehm angereichert worden.

In den Sommermonaten kann man die schnellen Mauersegler mit ihren schrillen Rufen über der Halde beobachten. Häufiger Gast ist der Mäusebussard, der oft am Himmel kreist.

Auf den dunklen, aufgeheizten Haldenböden tanken wärmeliebende Falter gern etwas Sonne.

Die Halde Lothringen ist Standort der Route Industrienatur, einem Projekt des Regionalverbandes Ruhr (RVR).

Adresse
An der Halde 15
44805 Bochum

drei Kontaktboxen

Haus Ripshorst
RVR-Besucherzentrum
hausripshorst@rvr.ruhr
+49 208 3770 94-0
Ripshorster Straße 306, 46117 Oberhausen