25-50-25 weiß

Route Industrienatur

Halde Zollern | Industrienatur - Dortmund

Eine wilde Berglandschaft

Einst war die kahle Halde Zollern ein Fremdkörper in der Landschaft. Doch über die Jahrzehnte hat sich auf dem steinigen, kohlehaltigen Boden ein wilder, urwaldartiger Birkenwald entwickelt.

Seit 1978 liegt die nur 15 Meter hohe  und vom Bach geteilte Halde in der Obhut der Stadt Dortmund. 1986 wurde sie Teil des Naturschutzgebietes Dellwiger Bach. Aus Sicherheitsgründen verläuft der weitgehend renaturierte Bach im Bereich der Halde weiterhin im sicheren Betonbett. Für den Höhenausgleich sorgen mehrere künstliche Sohlabstürze.

Die Birke als Pionierpflanze hat durch Samenflug eine natürliche Rückeroberung des Gebietes erreicht. Der Untergrund aus dunklem, grobem Gestein mit geringer Humusauflage und wenig Wasserkapazität bietet kaum Nährstoffe und lässt nur anspruchslose Pflanzen keimen. Die steilen Schotterflächen sind überall von starken Erosionsrinnen durchzogen, die das Niederschlagswasser gebildet hat. Bizarre Baumgestalten mit verkrümmten Wurzeln klammern sich an den Haldenboden. Krautige Arten wie der Salbei-Gamander und der Wald-Ehrenpreis gesellen sich zwischen Moos und Gräsern zu den Birken. Sogar die Breitblättrige Stendelwurz, eine Orchideenart, hat hier Fuß gefasst.

Im Sommer schießt der Birkenpilz mit bräunlichem Hut aus dem kargen Boden. Der Speisepilz gehört zu den Röhrlingen und kommt ausschließlich in Symbiose mit Birken vor. Auch der giftige Fliegenpilz taucht auf der Halde regelmäßig auf.

Im unteren Haldenbereich, wo sich durch Erosion mehr organisches Material und somit mehr Nährstoffe angereichert haben, wachsen Schwarzerlen, Holunderbüsche, Brombeeren und Brennnesseln. Am Wegesrand findet man außerdem Nelkenwurz, Adlerfarn, Kratzdistel und das gelb blühende Jakobs-Greiskraut.

Viele Vögel, darunter Fitis, Zilpzalp, Kleiber, Singdrossel, Eichelhäher und Buntspecht, bewohnen die Halde.

Sonnige Flächen mit hohen Temperaturen und Verstecke im Brombeergestrüpp sind ideale Bedingungen für die Waldeidechse, die aber nur selten zu sehen ist.

Die Halde Zollern ist Standort der Route Industrienatur, einem Projekt des Regionalverbandes Ruhr (RVR).

Standort
Grubenweg/Rhader Weg
44388 Dortmund

drei Kontaktboxen

Haus Ripshorst
RVR-Besucherzentrum
hausripshorst@rvr.ruhr
+49 208 3770 94-0
Ripshorster Straße 306, 46117 Oberhausen