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Route Industrienatur

Landschaftspark Hoheward | Industrienatur - Kreis Recklinghausen

Vom stinkenden Morast zum Naturschutzgebiet Emscherbruch

Bis in das 19. Jahrhundert war der Emscherbruch eine sumpfige Wald- und Wiesenlandschaft, geprägt von der in zahlreichen Windungen dahin fließenden Emscher.

Der Steinkohlenbergbau ließ ab 1860 das Gelände kontinuierlich absinken und störte den natürlichen Abfluss der zunehmend mit Abwasser belasteten Emscher. Weitere Sumpfgebiete entstanden. 1912 erfolgte daher die Kanalisierung der Emscher.

Außer dem Ewaldsee sind die hier entstandenen Sumpf- und Wasserflächen eine Folge der Bergsenkungen. Im Laufe der letzten 25 Jahre ist das Gelände um rund 8 Meter abgesunken. An den Fluchtstäben lässt sich anhand der Farbmarkierungen das frühere Geländeniveau ablesen.

Es hat sich eine Art Auenwald aus Eichen, Birken, Pappeln, Ahorn und Schwarzerlen entwickelt, ein Eldorado für Insekten, Amphibien und Wasservögel. Daher ist der Emscherbruch seit 1997 ein Naturschutzgebiet.

Besonders wohl fühlt sich hier die harmlose Ringelnatter, die sich gern auf dem dunklen Wegschotter sonnt. Man erkennt sie an dem markanten gelben Halbmond mit schwarzer Umrandung im Nackenbereich. Dass hier das größte Ringelnattervorkommen im ganzen Ruhrgebiet vermutet wird, liegt auch an dem reihhaltigen Nahrungsangebot von Fröschen und Molchen.

Der Ewaldsee entstand 1935, als für den Bau der nahen Autobahn 2 Bodenmaterial benötigt wurde. Später diente er der Zeche Ewald als Kühlwasserreservoir. Heute ist er für zahlreiche Wasservögel von großer Bedeutung: Bläss- und Teichhühner, verschiedene Entenarten, Höckerschwäne, Zwerg- und Haubentaucher, Teichrohrsänger, Kormorane, Gänse und Möwen. Auch streng geschützte Vogelarten wie Eisvogel, Waldschnepfe und Rohrdommel haben im Emscherbruch ihren Lebensraum. Auf der kleinen Insel lebt eine Graureiherkolonie.

In der warmen Jahreszeit kann man während der Dämmerung die lautlosen Fledermäuse, speziell die Wasserfledermaus, bei ihrem geschickten Beutefang über dem See beobachten.

Der Regionalverband Ruhr (RVR) unterhält das Besucherzentrum Hoheward als zentrale Servicestelle für den Landschaftspark, der gleichzeitig Standort der Route Industrienatur ist, einem RVR-Projekt.

Adresse
RVR-Besucherzentrum Hoheward
Werner-Heisenberg-Straße 14
45699 Herten

www.landschaftspark-hoheward.de

drei Kontaktboxen

Haus Ripshorst
RVR-Besucherzentrum
hausripshorst@rvr.ruhr
+49 208 3770 94-0
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