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Route Industrienatur

Zollverein | Industrienatur - Essen

Grenzenlose Artenvielfalt

Der Standort der einst größten und schönsten Zeche Europas bietet mehr als Kunst und Kultur. Auf den Brachflächen mit Halden und Gleisanlagen hat sich eine einzigartige Natur mit Pflanzen aus aller Welt eingestellt.

Sommerflieder und Japanischer Staudenknöterich aus Asien, Robinie, Nachtkerze und Goldrute aus Nordamerika, Schmalblättriges Greiskraut aus Südafrika  - diese und viele Arten mehr sind auf ihre eigene Art und Weise hierher gelangt, ob durch Gütertransporte, durch Wind oder Mensch und Tier. Meist sind es Wärme liebende Arten und besondere Spezialisten, die mit den extremen Standortverhältnissen dieser Flächen gut zurechtkommen.

Auch zahlreiche heimische, seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten bereichern das Weltkulturerbe auf höchstem Niveau.

Auf dem Weg vom Besucherzentrum entlang der Bahngleise zum Parkplatz A2 trifft man am Kesselaschebunker auf ein mit Ginkgobäumen bewachsenes Wiesenstück. Der aus China stammende Baum ist ein lebendiges Fossil der Pflanzenwelt, das schon zur Zeit der Kohleentstehung vor 300 Millionen Jahren im Karbon auf der Erde wuchs. Hier auf dem Zechengelände hat der Ginkgo Symbolcharakter.

Zwischen den alten Gleisanlagen wachsen viele bunt blühende Stauden wie Natternkopf, Johanniskraut, Weidenröschen und Storchschnabel. An diesem Ort fühlt sich auch die aus dem Mittelmeer stammende Blauflügelige Ödlandschrecke wohl. Das zu den Kurzfühlerschrecken zählende Insekt ist vor dem grauen Schotter gut getarnt und fällt nur beim Auffliegen durch seine blaue Flügelzeichnung auf.

Auf den weitgehend vegetationsfreien Absetzbecken haben sich Feuchtbiotope mit Rohrkolben, Blutweiderich, Froschlöffel, Tausendgüldenkraut, Binsen und Seggen entwickelt. Besonders an Sonnentagen lassen sich  Königslibelle, Vierfleck, Blaupfeil, Azurjungfer und andere Libellenarten bei ihren Flugkünsten beobachten. Auch für die geschützten Kreuzkröten ist der Standort ideal. In warmen April- und Mainächten lockt das laute „Knarren“ der Männchen paarungswillige Weibchen an.

Die vielen verschiedenen Lebensräume mit ihren unterschiedlichen Entwicklungsstadien machen auf dem ehemaligen Zechengelände die Artenvielfalt und den besonderen Wert für die Natur aus. Um sie dauerhaft zu erhalten, sind landschaftspflegerische Maßnahmen durch den Menschen unerlässlich.

Das Welterbe Zollverein ist Standort der Route Industrienatur, einem Projekt des Regionalverbandes Ruhr (RVR).

Adresse
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
www.zollverein.de

drei Kontaktboxen

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hausripshorst@rvr.ruhr
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