Bochum (idr). Je häufiger Menschen eine Nachricht begegnet, desto eher wird sie für wahr gehalten. Diese Erkenntnis ist schon 50 Jahre alt. Bochumer Psychologen haben jetzt gezeigt, dass dieser sogenannte Truth-Effekt sich noch verstärkt, wenn Personen die entsprechende Information selbst ausgewählt haben: Es genügt schon, eine Headline angeklickt zu haben, um ihrem Inhalt später mehr Glauben zu schenken. Die Gründe für den stärkeren Einfluss von selbst gewählten Informationen vermuten die Wissenschaftler in der Art und Weise der Verarbeitung von Informationen im Gehirn: Aktive Informationssuche geht mit mehr Aufmerksamkeit und mehr kognitiven Ressourcen einher.
Die Erkenntnis ist vor allem in digitalen Zusammenhängen bedeutend: So führt das Vertrauen in wiederholte Informationen dazu, dass Menschen solche Informationen auf Social Media auch eher teilen und somit die Wiederholung weiter ankurbeln. Online-Medien funktionieren darüber hinaus überwiegend so, dass Informationen nur angerissen werden und sich auf einen Klick erst komplett öffnen. Der Effekt könne den Erfolg von Fake-News verstärken, vermuten die Forscher. Auf der anderen Seite könnten aber auch Faktencheck-Informationen davon profitieren, wenn sie entsprechend aufgemacht sind.
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