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Auf dem Weg zur grünsten Industrieregion der Welt

NRW-Ministerin Mona Neubaur bei RVR-Podiumsdiskussion

"Hier ist Wandel Identität": NRW-Ministerin Mona Neubaur betont die Bedeutung von Vorreiter-Projekten im Ruhrgebiet für eine grüne Transformation in NRW.                    

Die neue Regierungskoalition in Nordrhein-Westfalen hat das Ziel ausgegeben, das Land zum Vorreiter der industriellen Transformation und zur ersten klimaneutralen Industrieregion in Europa zu machen – mit dem Ruhrgebiet als beschleunigender Faktor. Eine Studie des Wuppertal Instituts attestiert der Region dieses Potenzial. Wie die Metropole Ruhr als Innovationstreiber die grüne Transformation in ganz Nordrhein-Westfalen vorantreiben kann, diskutierten am Donnerstag Vertreter*innen aus Politik und Wirtschaft in der Zeche Ewald in Herten.

Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen,machte zu Beginn der Diskussion deutlich:„Nordrhein-Westfalen soll die erste klimaneutrale Industrieregion Europas werden. Im Ruhrgebiet gibt es schon heute zahlreiche Projekte, die eine nachhaltige Transformation in die Tat umsetzen – hier ist Wandel schließlich Teil der Identität. Es kommt darauf an, den Umbau von Gesellschaft und Wirtschaft klug zu gestalten, die Menschen aktiv an der Energiewende zu beteiligen und unseren Unternehmen international einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Dafür müssen wir jetzt stärker denn je in nachhaltige Zukunftstechnologien investieren, den Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigen und den Hochlauf einer Wasserstoffwirtschaft vorantreiben.“

Insbesondere bei der Wasserstofftechnologie liegt die Metropole Ruhr vorn, sie belegt im ersten nationalen Wasserstoffranking des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) den ersten Platz. Wasserstoff nannte auch Dr. Frank Dudda als eine der Stärken, mit denen das Ruhrgebiet ganz Nordrhein-Westfalen voranbringen kann. Der Vorsitzende der Verbandsversammlung beim Regionalverband Ruhr und Oberbürgermeister der Stadt Herneerläuterte: „Die Metropole Ruhr hat alle Potenziale, grünste Industrieregion der Welt zu werden. Wir punkten beispielsweise bei der zukunftsweisenden Wasserstofftechnik, wir haben viel grüne Infrastruktur und darüber hinaus eine jahrzehntelange Transformationserfahrung, auf die wir auch künftig bauen können: Denn unsere Region befindet sich immer noch im Wandel und ist in diesem Sinne ‚unfertig‘. Das eröffnet jedem die Chance, Ideen und Projekte zu verwirklichen und dabei den Charakter der Metropole Ruhr mitzugestalten. Mit all diesen Stärken kann das Ruhrgebiet die grüne Transformation in ganz Nordrhein-Westfalen voranbringen.“

Dass vor allem "unfertige" Regionen, die sich noch wesentlich verändern und dynamisch entwickeln können, für Studierende und junge Hochqualifizierte attraktiv sind, zeigt erstmals auch eine aktuelle Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Regionalverbandes Ruhr.

Diese besonderen Voraussetzungen für Kreativität in der Region betonte Sarah Dungs, Geschäftsführerin des nachhaltigen Projektentwickler-Unternehmens Greyfield Group: „Die Menschen im Ruhrgebiet haben eine echte Machermentalität gepaart mit einem hohen Grad an Kreativität. Dieses Potenzial kann sich in der Metropole Ruhr besonders gut entfalten, denn hier gibt es den Raum dafür. Es wird auch künftig genug Flächen und Immobilienbestand geben, die sich im Umfeld von Wissenschaft, traditionellen Unternehmen und Start-ups befinden, die verkehrstechnisch sehr gut angebunden sind und die Unternehmen die Umsetzung ihrer Projekte ermöglichen. Das alles macht die Region für Investoren und Unternehmen äußerst attraktiv.“

Ein Pluspunkt sind in diesem Zusammenhang die Preise auf dem Immobilienmarkt: Das IW bescheinigte der Region in einer 2020 vorgelegten Untersuchung die günstigsten Mietkosten und Immobilienpreise. Die Untersuchung kam zudem zu dem Ergebnis, dass die Metropole Ruhr die höchste Dichte an Studierenden, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Universitäten hat.

Die Bedeutung des Standortfaktors Wissenschaft betonte auch der Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund, Stefan Schreiber: „Die starken Netzwerke in der Metropole Ruhr, die Hochschulen als Impulsgeber für die Wirtschaft und das spezielle Zusammenspiel von Wissenschaft, Start-ups und Großkonzernen schaffen ein Kraftzentrum, das immer wieder Innovationen hervorbringt und so die Transformation vorantreibt. Das macht unsere Region einzigartig.“

Wie entscheidend es für die nachhaltige Entwicklung einer Region ist, wohin Investitionen fließen, hob Stefan Möller, Regionalleiter für Firmenkunden in NRW und Umgebung bei der GLS Bank, hervor: „Wirtschaft, Mobilität und Ernährung – jetzt ist der Moment, in dem wir alles dafür tun müssen, eine Wende einzuleiten. Die Transformation ist essenziell, damit wir künftig überhaupt noch eine lebenswerte Welt haben. Wandel ist immer Teil der Städte des Ruhrgebiets gewesen und ich sehe das Potenzial der Region, auch über ihre Grenzen hinaus Wandel zu bewirken. Wie Geld als Gestaltungsmittel dabei eingesetzt wird, hat entscheidenden Einfluss auf das Gelingen der Transformation. Verantwortungsvolles Investieren muss das Ziel der gesamten Finanzbranche werden. Wir müssen Ökonomie und Ökologie immer zusammendenken.“

Bulle & Bär als Heckenskulptur

Auf der Veranstaltung wurde außerdem eine grüne Version der Bulle & Bär Skulptur als Symbol der grünen Transformation präsentiert. Die in Form geschnittenen Heckenfiguren bilden originalgetreu die Installation der prominenten Bronzefiguren vor der Frankfurter Börse nach.

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