Bochum / Essen (idr). Ein neuartiges Mikroskop soll jetzt für bessere Bilder bei akuter Leukämie sorgen: Dr. Marco Tembrink von der Abteilung für Humangenetik der Ruhr-Universität Bochum hat die neue Diagnosemethode mitentwickelt. Das Mikroskop kann strukturelle Veränderungen bei Chromosomen tausendmal besser auflösen als herkömmliche Lichtmikroskope. Damit konnte Tembrink unter anderem eine neue genetische Veränderung (NUP98::ASH1L) identifizieren. Für diese Arbeiten wurde er bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik mit deren diesjährigem Promotionspreis für die beste medizinische Dissertation ausgezeichnet.
Akute Leukämien, auch Blutkrebs genannt, können viele verschiedene genetische Ursachen haben. Davon, welche Veränderungen ihnen zugrunde liegen, hängen die Prognose und die Behandlungsmöglichkeiten der einzelnen Patientinnen und Patienten ab.
Für die neuartige optische Genomkartierung werden sehr lange Moleküle des menschlichen Erbguts aus Blutproben oder Knochenmarkmaterial gewonnen. Veränderungen in Regionen, welche für die Entstehung von Krebs bedeutend sind, können durch eine spezielle Markierungstechnik ausfindig gemacht und ausgewertet werden. Ziel ist es, die diagnostische Präzision bei komplexen genetischen Veränderungen zu steigern, um zukünftig Therapien gezielter planen zu können.
Pressekontakt: Meike Drießen, Ruhr-Universität Bochum, Redaktion, Dezernat Hochschulkommunikation, Telefon: 0234-32-22830, Email: redaktion[at]rub.de, Dr. Marco Tembrink, Klinik für Hämatologie und Stammzelltransplantation, Universitätsmedizin Essen; E-Mail: marco.tembrink[at]uk-essen.de