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Untersuchung von Emschergenossenschaft und Lippeverband: Kläranlagen tragen nicht zur Bildung von Glyphosat bei

Essen (idr). Das in Oberflächengewässern vorkommende Glyphosat wird wahrscheinlich im Zuge des Abbaus von Waschmittelzusätzen in der Kanalisation gebildet. Das legen Untersuchungen von Emschergenossenschaft und Lippeverband nahe. Die ganzjährig relativ konstante Konzentration in den Zuläufen von Kläranlagen weist darauf hin, dass das Herbizid nicht hauptsächlich aus der Landwirtschaft stammt, wo es saisonal eingesetzt wird.

 

Die Essener Wasserwirtschaftsverbände reagierten mit den Untersuchungen auf eine Studie der Universität Tübingen. Darin wird die These vertreten, dass Glyphosat in Oberflächengewässern vor allem im Zuge des Abwassereinigungsprozesses in Kläranlagen aus einer Vorläufersubstanz gebildet und schließlich über die Klärwerke in die Gewässer eingeleitet wird. Dieses Ergebnis wird nicht bestätigt. Messungen an drei Kläranlagen des Lippeverbandes (Dortmund-Scharnhorst, Dülmen und Lünen) im Frühjahr lieferten keinen Hinweis auf eine Bildung von Glyphosat im Abwasserreinigungsprozess. Im Gegenteil: Die Werte sprechen dafür, dass Glyphosat während der Abwasserreinigung eher reduziert wurde.

 

Auch Daten aus 2024 deuten nicht darauf hin, dass in den Kläranlagen der Wasserwirtschaftsverbände eine für die Gewässer relevante Glyphosatbildung stattfindet. Die meisten Messwerte lagen unter 0,1 Mikrogramm pro Liter. Generell konnten keine bedenklichen Glyphosat-Konzentrationen beobachtet werden. Die gemessenen Maximalkonzentrationen in den Gewässern der Einzugsgebiete der Wasserverbände im Mai und Juli 2024 in Höhe von 2,7 bzw. 3,1 Mikrogramm pro Liter stammen vermutlich aus landwirtschaftlichen Einträgen und lagen deutlich unter dem geltenden Orientierungswert von 28 Mikrogramm/Liter für Glyphosat.

 

Infos: http://www.eglv.de

Pressekontakt: Emschergenossenschaft/Lippeverband, Ilias Abawi, Telefon: 0201/104-2586, E-Mail: abawi.ilias[at]eglv.de

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