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Kurzfassung Studie

Kurze Wege ins Grüne: Bei Work-Life-Green-Balance liegt Metropole Ruhr im bundesweiten Metropolenvergleich vorne

Wo gibt es die beste Work-Life-Green-Balance?

  • Zum ersten Mal zeigt eine Studie, in welchen Metropolregionen die Menschen am schnellsten im Grünen sind.
  • Im bundesweiten Metropolenvergleich belegen das Ruhrgebiet und die Region Rhein-Main Spitzenpositionen.

Metropole Ruhr. Mit einer heute veröffentlichten Big-Data-Studie hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erstmals ermittelt, wie schnell Beschäftigte und Einwohner die nächste Grünfläche erreichen können. Bei der sogenannten Work-Life-Green-Balance schneidet das Ruhrgebiet im Vergleich mit sieben weiteren deutschen Metropolregionen besonders gut ab. In der Metropole Ruhr gehören die Fahrrad- und die Gehzeiten ins Grüne sowohl vom Arbeitsplatz (Work-Green) als auch vom Wohnort (Life-Green) aus zu den kürzesten in ganz Deutschland.

Grünflächenerreichbarkeit als Standortvorteil

„Die tatsächliche Erreichbarkeit von Grünflächen ist sehr wichtig für die Lebensqualität in dicht besiedelten Regionen und ein echter Standortfaktor im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte“, sagt der Leiter der Studie und Geschäftsführer von IW Consult Hanno Kempermann. „Wie lange die Menschen effektiv brauchen, um ins Grüne zu kommen, wurde bisher allerdings nie ermittelt. Diese Lücke schließt unsere neue Studie. Sie zeigt zugleich, dass die Metropole Ruhr im Gegensatz zu manchen Vorurteilen zu den grünsten Regionen Deutschlands gehört. Hier kann man im Grünen leben und arbeiten.“

Acht Metropolregionen im Vergleich: zwei zweite Plätze für das Ruhrgebiet

Bei der Ergebnisberechnung für acht Metropolregionen hat das IW insgesamt rund 2,85 Millionen Unternehmen, 1,34 Millionen Zensuspunkte und 200.000 Grünflächen berücksichtigt. Spitzenpositionen in beiden Segmenten des neu entwickelten Indikators erzielen lediglich das Ruhrgebiet und die Region Rhein-Main. Die Metropole Ruhr belegt zweimal den zweiten Platz: Vom Arbeitsplatz aus benötigen Menschen in der Region im Durchschnitt nur dreieinhalb Minuten mit dem Fahrrad und zehn Minuten zu Fuß ins Grüne (Work-Green). Vom Wohnort aus sind es nur drei Minuten Fahrt- oder neun Minuten Gehzeit (Life-Green). Die Region Rhein-Main erzielt einen ersten Platz (Work-Green) und einen dritten (Life-Green). In der Metropolregion Hamburg ist man vom eigenen Zuhause aus am schnellsten im Grünen, hingegen reicht es bei der durchschnittlichen Fahrt- und Gehzeit der Beschäftigten nur für den siebten Platz. Darüber hinaus hat das IW die Metropolregionen Berlin-Brandenburg, München, Rhein-Neckar um Mannheim, Rhein um Köln sowie Stuttgart untersucht.

Mit der IGA 2027 wird die Metropole Ruhr noch grüner

„Die Metropole Ruhr will die grünste Industrieregion der Welt werden. Dabei spielen der Erhalt und der Ausbau von Grünflächen eine wichtige Rolle. Die Studienergebnisse zeigen, dass wir auf einem sehr guten Weg sind und sich die bisherigen Anstrengungen auszahlen“, sagt Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des Regionalverbands Ruhr (RVR), der die Studie beauftragt hat. „Ein wichtiger Meilenstein bei der weiteren ökologischen Transformation unserer Region ist die Internationale Gartenausstellung 2027 in der Metropole Ruhr: Von ihr werden wichtige Impulse für ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Leben, Wohnen und Arbeiten ausgehen.“

Nina Frense, Beigeordnete für Umwelt und Grüne Infrastruktur beim RVR, ergänzt:„Unsere grünen Quartiere, Parks und Gärten tragen nicht nur entscheidend zur Lebensqualität in der Metropole Ruhr bei, sie sind auch unverzichtbar für Biodiversität, Regenwasserversickerung und Kühlung im Klimawandel. Die kurzen Wege ins Grüne sind zudem ein echter Grund für junge Menschen hierher zu kommen, zu studieren, zu arbeiten und zu bleiben.“

Zur Methodik

Ausgangspunkt der Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) mit dem Titel „Work-Life-Green-Balance: die Nähe zu Grünflächen im Metropolenvergleich“ war ein Defizit bestehender Untersuchungen. Mit konventionellen Indikatoren, beispielsweise absolute Grünflächenanteile, lässt sich nicht ermitteln, wie verteilt diese Flächen in einer Region sind und ob sie von allen Teilen der Bevölkerung schnell erreicht sowie genutzt werden können. Der neue Work-Life-Green-Balance-Indikator des IW erlaubt erstmals belastbare Aussagen über die tatsächliche Erreichbarkeit von Grünflächen. Dieser besteht aus zwei Teilindikatoren: Die Work-Green-Balance bildet für jede Region die durchschnittliche Fahrrad- und Gehzeit vom Arbeitsplatz zur nächsten Grünfläche ab, die Life-Green-Balance die jeweilige Durchschnittszeit vom Wohnort ins Grüne.

Hierfür wurden verschiedene Quellen herangezogen: Der CORINE-Land-Cover-Datensatz bietet geocodierte Daten zur Landbedeckung und -nutzung. Der beDirect-Datensatz liefert Unternehmensstandorte sowie Beschäftigtenzahlen, die Wohnorte wurden mit dem Zensusdatensatz des Statistischen Bundesamtes ermittelt. Für die Berechnung der durchschnittlichen Wegzeiten (jeweils nur der Hinweg) auf Basis der identifizierten Standorte (Arbeitsplätze, Wohnorte und Grünflächen) wurde OpenStreetMap genutzt. Die Ergebnisse für die Teilindikatoren Work-Green und Life-Green wurden jeweils in ein Regionen-Ranking überführt.

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