Im Rahmen der Raumverträglichkeitsprüfung startet ab dem 25. September 2026 das öffentliche Beteiligungsverfahren für den Delta Rhine Corridor. Die Verfahrensunterlagen sind bis einschließlich zum 26. Oktober 2026 online über das Beteiligungsportal des Landes Nordrhein-Westfalen unter https://beteiligung.nrw.de/k/1031007 einsehbar. In diesem Zeitraum besteht für die Öffentlichkeit sowie öffentliche Stellen die Möglichkeit, zu dem Vorhaben Stellung zu nehmen.
Die Open Grid Europe GmbH (OGE) plant den Bau einer etwa 200 Kilometer langen unterirdischen Rohrfernleitung namens Delta Rhine Corridor (DRC) zum Transport von Kohlendioxid (CO₂). Über die geplante Pipeline soll bei bestimmten Produktionsprozessen abgeschiedenes CO₂ in die Niederlande und von dort weiter zu Speicherstätten in der Nordsee transportiert werden. Die geplante Leitung hat zwei Ausgangspunkte: einen im Raum Köln/Wesseling und einen im Raum Gelsenkirchen. Beide Leitungsabschnitte treffen im Raum Duisburg aufeinander. Von dort verläuft die Rohrfernleitung weiter bis zur Grenze mit den Niederlanden im Bereich der Städte Nettetal und Brüggen. Im Raum Venlo soll das Vorhaben von OGE künftig an die Planungen für den DRC East in den Niederlanden anschließen.
Aufgrund der Raumbedeutsamkeit und überörtlichen Bedeutung des Vorhabens hat die OGE die Durchführung einer Raumverträglichkeitsprüfung nach § 15 Raumordnungsgesetz (ROG) bei den zuständigen Regionalplanungsbehörden bei den Bezirksregierungen Düsseldorf und Köln sowie beim Regionalverband Ruhr beantragt. Die Prüfung der zuständigen Regionalplanungsbehörden hat ergeben, dass die Durchführung einer Raumverträglichkeitsprüfung nach Landesplanungsgesetz erforderlich ist.
Die Raumverträglichkeitsprüfung ist ein raumordnerisches Prüfverfahren. Gegenstand der Prüfung sind 600 Meter breite Korridore. Die Zulassung der konkreten Trasse erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt in einem separaten Verfahren (z. B. Planfeststellung/-genehmigung). Ziel der Raumverträglichkeitsprüfung ist es, frühzeitig die raumbedeutsamen Auswirkungen des Vorhabens unter überörtlichen Gesichtspunkten zu bewerten und zu prüfen, ob und unter welchen Bedingungen das Vorhaben raumverträglich umgesetzt werden kann.
Diese Raumverträglichkeitsprüfung betrifft das Gesamtvorhaben Delta Rhine Corridor in Nordrhein-Westfalen. Das untersuchte Korridornetz erstreckt sich von den Startpunkten im Bereich Gelsenkirchen bzw. Köln/Wesseling bis zur Grenze mit den Niederlanden. Das Ergebnis wird der OGE in Form einer gutachterlichen Stellungnahme übermittelt und u. a. im Internet veröffentlicht. Die Raumverträglichkeitsprüfung entfaltet keine unmittelbare Rechtswirkung gegenüber dem Träger des Vorhabens oder gegenüber Dritten.
Weitere Informationen zum Beteiligungsverfahren sind ebenfalls unter https://beteiligung.nrw.de/k/1031007 abrufbar.