Hünxe. Normalerweise sind sie zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs – künftig kommen die Ranger des Eigenbetriebs Ruhr Grün des Regionalverbandes Ruhr im Kreis Wesel auch per Kajak. Ab Oktober kontrollieren sie die Einhaltung der geltenden Regeln auf der Lippe auch vom Wasser aus. Gleichzeitig suchen sie den direkten Kontakt zu Erholungssuchenden, informieren über Schutzvorschriften und werben für einen rücksichtsvollen Umgang mit Natur und Landschaft. Der Einsatz von Rangern im Kajak ist in Nordrhein-Westfalen bislang einzigartig. Bei der Bootstaufe wurden die zwei neuen Kajaks auf Biber und Seeadler getauft.
“Das Konzept der RVR-Ranger hat sich im Kreis Wesel bewährt. Jetzt können sie ihren Einsatzbereich auf das Wasser ausweiten und die Menschen direkt auf der Lippe erreichen”, betont Kreisdirektor Ralf Berensmeier.
Acht Ranger wurden gemeinsam mit Rangerchef Christian Pfeifer für ihren neuen Einsatz im Kajak geschult. Die zweitägige Ausbildung fand im Juli beim Kanu-Club Friedrichsfeld auf dem Wesel-Datteln-Kanal und der Lippe statt.
Mit den Kajaks können die Ranger die Menschen dort erreichen, wo die bisherigen Streifengänge zu Fuß nicht möglich sind. Gerade an Wochenenden sind zahlreiche gewerbliche Kanu- und Kajaktouren auf der Lippe unterwegs. Die Ranger können direkt auf dem Wasser informieren und auf besonders sensible Bereiche aufmerksam machen. Denn immer wieder werden kleine Inseln oder Uferbereiche betreten, die unter Naturschutz stehen.
“Die Lippe ist ein wertvoller Natur- und Erholungsraum. Beides miteinander in Einklang zu bringen, gelingt vor allem durch Information und Dialog. Die Ranger sind dafür wichtige Ansprechpartner – künftig auch auf dem Wasser”, bekräftigt Nina Frense, Beigeordnete für Umwelt und Grüne Infrastruktur beim RVR.
Auch der Lippeverband begrüßt die Erweiterung des Rangerdienstes. “Unsere Betriebsteams haben die Lippe und ihre Ufer ebenfalls im Blick. Die Kajak-Ranger ergänzen unsere Arbeit und sind zusätzliche Ansprechpartner für die Menschen vor Ort”, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes.
Der Einsatz auf der Lippe ist ein erster Schritt. Perspektivisch sollen die Ranger auch auf weiteren Gewässern im Verbandsgebiet unterwegs sein – beispielsweise auf der Ruhr oder den verbandseigenen Seen. So soll der Rangerdienst auch auf dem Wasser zu einem festen Bestandteil der Besucherinformation und des Naturschutzes werden.
“Mit den Kajaks erweitern wir unsere Präsenz. Unser Ziel ist es, für ein sicheres und rücksichtsvolles Miteinander an und auf dem Wasser zu werben”, so Carsten Uhlenbrock, Betriebsleiter von RVR Ruhr Grün.
Die drei Ranger Sören Bernds, Ulrich Gräfer und Stefan Kalisch wurden vom Kanu-Club Friedrichsfeld in Voerde geschult.

