Essen / Ruhrgebiet. Mit einem Trägerwechsel geht das Förderprogramm Kreativ.Quartiere Ruhr des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in eine neue Förderrunde: Seit dem 1. Januar 2026 wird das Programm im Rahmen der Regionalen Kulturstrategie Ruhr vom Regionalverband Ruhr (RVR) umgesetzt. Für Kunst- und Kulturprojekte in den Kreativ.Quartieren des Ruhrgebiets stellt das Land Nordrhein-Westfalen 2026 rund eine Million Euro zur Verfügung.
Dazu Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen: „Wir brauchen Orte, an denen wir uns mit anderen Menschen treffen, austauschen und neue Ideen für die Gemeinschaft entwickeln können. Mit dem Förderprogramm Kreativ.Quartiere werden Möglichkeiten für Künstlerinnen und Künstler geschaffen, sich lokal zu engagieren und den Menschen zu beweisen, welchen positiven Einfluss Kunst und Kultur auf die Wohn- und Lebensqualität im Ruhrgebiet haben kann.“
Garrelt Duin, Regionaldirektor des Regionalverbands Ruhr, betont: „Die Kreativ.Quartiere Ruhr stehen für die kreative Kraft unserer Region. Mit dem Trägerwechsel bündeln wir regionale Kompetenz und schaffen verlässliche Strukturen, damit Kunst und Kultur dauerhaft Wirkung im Stadtraum entfalten können.“
Ziel des Förderprogramms ist es, urbane Freiräume für Künstlerinnen und Kreative zu stärken und nachhaltige Impulse für eine kreative Stadtentwicklung zu setzen. Kreativ.Quartiere Ruhr unterstützt den Aufbau langlebiger Strukturen – von kulturellen Programmen über Produktionsstätten, Co-Working-Spaces und Kulturlabore bis hin zur langfristigen Verankerung von Kreativ- und Kulturschaffenden im Quartier. Gleichzeitig beleben künstlerische und kulturelle Projekte leerstehende Immobilien, steigern die urbane Qualität und erhöhen die touristische Attraktivität der Quartiere. Die Entwicklung einer künstlerischen und kulturellen Strahlkraft über das Ruhrgebiet hinaus ist dabei ein zentrales Anliegen.
Ein Kreativ.Quartier ist ein Stadtquartier, in dem kreative Projekte und Initiativen gemeinsam mit der jeweiligen Stadt Konzepte entwickeln, die neue kulturelle, soziale und ökonomische Räume eröffnen. Für das Förderjahr 2026 waren zehn Kreativ.Quartiere antragsberechtigt: Bochum Viktoria.Quartier, City Nord.Essen, Dortmund Unionviertel, Duisburg Ruhrort, Gelsenkirchen Ückendorf, Hagen Wehringhausen, Hamm.Mitte, Oberhausen.Mitte, Unna Lindenviertel, Witten Wiesenviertel.
Die Quartiere konnten sich mit künstlerischen Projekten, Projekten zu kreativen Produktionsorten sowie mit Kommunikationsprojekten bewerben, die die Sichtbarkeit eines Quartiers stärken oder die Vernetzung innerhalb und über das Quartier hinaus fördern.
Eine Fachjury wählte aus allen Bewerbungen 35 Projekte aus, die 2026 starten und fortan vom RVR betreut werden.
Vielfältige Projekte zwischen urbaner Kunst, Teilhabe und Erinnerungskultur
Zu den ausgewählten Projekten zählt das Improve Yourself Dance Festival von Cypher 44 e.V. im Bochumer Viktoria.Quartier. Das internationale Festival mit Schwerpunkt auf urbanem Tanz bietet Workshops, Panel-Talks, Jams und Performances und versteht sich als Plattform für künstlerische Weiterentwicklung, kulturelle Teilhabe und nachhaltige Netzwerke zwischen lokaler Szene und internationaler Community.
Im Dortmunder Unionviertel setzt sich das interdisziplinäre Kunstprojekt „Polyphonia – Stimmen der Stadt“ des Flur Kollektivs mit der Frage auseinander, welche Stimmen im urbanen Raum gehört werden – und welche nicht. Mit einem dokumentarischen Film-Essay, einer mobilen Interviewstation und einem QR-basierten Soundwalk macht das Projekt demokratische Teilhabe erfahrbar und eröffnet neue Dialoge über Stadtgesellschaft, Zuhören und Mitgestaltung.
Das B63 – Zentrum für Stadtkultur im Wittener Wiesenviertel richtet sich mit dem Projekt „Wilma tanzt“ gezielt an ältere Menschen, die im kulturellen Leben häufig unterrepräsentiert sind. Tanz, Musik und gemeinschaftliche Erlebnisse schaffen einen geschützten Raum für Begegnung, fördern Gesundheit, Selbstwirksamkeit und soziale Teilhabe – entwickelt und getragen von einer ehrenamtlich engagierten Gruppe aus dem Quartier selbst.
Ein weiterer Höhepunkt ist „Carmina Nova“ im Kreativ.Quartier Hamm.Mitte, ein interdisziplinäres Kunst- und Musikprojekt unter der Schirmherrschaft von Kult-Tour e.V. Mit über 300 Beteiligten wird Carl Orffs Carmina Burana im Jahr des 800-jährigen Stadtjubiläums an vier historisch bedeutsamen Orten neu interpretiert – von klassischer Musik über Rock und Elektronik bis Performancekunst. Workshops, offene Ateliers und Kooperationen schaffen bleibende Strukturen und eröffnen neue Zugänge zu Kunst und Kultur.
Mit der neuen Förderrunde von Kreativ.Quartiere Ruhr wird deutlich: Kunst und Kultur sind zentrale Motoren für eine lebendige, vielfältige und zukunftsfähige Stadtentwicklung im Ruhrgebiet.
Infos unter Kreativ.Quartiere
