Pressemitteilung

Manifesta 16 Ruhr zog rund 200.000 Menschen an

Ruhrgebiet. Rund 200.000 Menschen sahen die Ausstellungen der Manifesta 16 Ruhr oder nahmen an deren Programm und Veranstaltungen teil. Diese Bilanz zogen heute in Essen die Veranstalter der europäischen nomadischen Biennale für zeitgenössische Kunst, die nach fünfzehn Wochen am Sonntag endete. Leitmotto des Kunstfestivals war die Frage, welche neue Rolle leerstehende und profanierte Kirchen spielen und wie Kunst und Kultur diesen Wandel begleiten können. Initiatoren der Manifesta 16 waren die International Foundation Manifesta (IFM), der Regionalverband Ruhr (RVR) und das NRW‑Kulturministerium. IFM und RVR haben für die Organisation und Durchführung die Manifesta 16 Ruhr gGmbH gegründet.

In Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Bochum wurden vom 21. Juni bis 4. Oktober zwölf ehemalige oder wenig genutzte Kirchen der Nachkriegsmoderne und des Brutalismus zu temporären Orten für Kunst, Ökologie, Kultur und Communityleben. Sie wurden als Teegärten, Musikhallen, Migrationsmuseen, Webereien, Basketballplätze und Nachbarschaftstreffpunkte neu gedacht und erprobt. Dabei wurde untersucht, wie Gebäude, die ihre ursprüngliche Funktion verloren haben, als neue Formen zivilgesellschaftlicher Infrastruktur dienen können.

185.855 Besucher kamen zu den zwölf Hauptstandorten der Biennale. Weitere rund 9.000 Interessierte nahmen am Programm der Manifesta 16+ teil, das von lokalen Gemeinschaften entwickelt und organisiert wurde, um deren Kirchen zu transformieren. In zehn Städten des Ruhrgebiets unterstützte die Manifesta 16+ insgesamt 16 lokal initiierte Projekte. Das gesamte Manifesta-Programm war kostenlos.

Einige eigens in Auftrag gegebene Kunstwerke und Projekte sollen über die Biennale hinaus an ihren Standorten verbleiben oder fortgeführt werden. Einige der Arbeiten werden von Museen und lokalen Institutionen erworben oder ihnen geschenkt. Der Ferdane Satır Teegarten an St. Bonifatius in Gelsenkirchen etwa wird als Teil des IGA-Zukunftsgartens im Nordsternpark weitergeführt werden.

Die Manifesta 16 wollte zudem einen Prozess anstoßen, um auch künftig mögliche Umnutzungen von Kirchen stärker in die öffentliche und politische Diskussion zu bringen. Der RVR wird die Arbeit gemeinsam mit kirchlichen Organisationen fortführen und in den kommenden Jahren einen politischen und strategischen Rahmen für den Umgang mit den Kirchengebäuden entwickeln.

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