Pressemitteilung

Literaturpreis Ruhr 2026

Shortlist für den Hauptpreis steht fest

Gladbeck/Essen. Fünf aktuelle Bücher stehen auf der Shortlist für den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis des Literaturpreis Ruhr 2026. Die Auswahl zeigt die Bandbreite literarischer Formen und Stoffe im diesjährigen Wettbewerb. Wer den Preis im Jubiläumsjahr erhält, gibt die Jury bei der Verleihungsgala am 15. September in Gladbeck bekannt.

 

Die Shortlist in alphabetischer Reihenfolge, samt Kurzbegründungen der Jurymitglieder:

Uwe Carow: Im Dunkeln zu Hause, Red Bug Books
Uwe Carow fängt in seinem autobiografisch inspirierten Roman das Lebensgefühl im Ruhrgebiet der siebziger Jahre ein, ohne in übliche Klischees zu verfallen. Ein junger Mann aus einer Bergarbeiterfamilie möchte als Maler die Tristesse seiner Lebenswelt durch Farben überwinden, zweifelt aber an den eigenen künstlerischen Fähigkeiten. Aus unprätentiösen, unaufgeregten Beschreibungen entsteht so ein Ruhrgebietsbild von poetischer Konzentration. 

Sarah Jäger: Das Feuer vergessen wir nicht, Rotfuchs
Sarah Jäger erzählt in ebenso poetischer wie glaubwürdiger Sprache und mit großer Zuneigung zu ihren Figuren von Ari, ihren Lieblingsmenschen Mirjam und Milan und ihrer ersten Liebe: Beim Vorlesen im Altenheim trifft Ari Flint, der nicht ganz so freiwillig dort ist. Als eine Heimbewohnerin vom Streik der Streichholzarbeiterinnen im Jahr 1888 erzählt, stellt sich die 17-Jährige neue Fragen nach der Bedeutung ihres eigenen Lebens. 

Denis Pfabe: Die Möglichkeit einer Ordnung, Rowohlt Berlin
Mit starken Bildern und unterhaltsamer Sprache erschafft Denis Pfabe einen Mikrokosmos Baumarkt, dem man sich kaum entziehen kann. Lupenreine Helden gibt es nicht, jede Figur ist auf ihre Art gebrochen. Alle ringen um ihren Platz in der Welt, kämpfen mit Digitalisierung und Leistungsdruck – und flüchten sich in Pornografie, Drogen, Affären. Große Themen verhandelt der Roman nebenbei, ohne Anklage oder Urteil: bitterböse und urkomisch. 

Patrik Peyn: die leere in der orangerie, Parasitenpresse
Patrik Peyns Prosagedichte sind Annäherungen an Botanische Gärten größtenteils im Ruhrgebiet und ein origineller Beitrag zum Genre des Nature Writing. Mit Namen, Zitaten, Anspielungen erkunden sie die pflanzlichen Territorien ebenso wie die wilde und zugleich gebändigte Sprache dafür, bis an die unscharfen Ränder des Unsagbaren. Peyns sprachlicher Zugang ist kühn, frisch, modern, philosophisch, verzichtet jedoch auf experimentelle Auswüchse. 

Vera Zischke: Pina fällt aus, List
Routinen sind wichtig für den 20-jährigen Leo, deswegen bringt seine Mutter Pina ihn jeden Dienstag zu Inge. Als Pina ihn nicht zur üblichen Zeit abholen kommt, sucht Inge Hilfe in der Nachbarschaft. Gezwungenermaßen kümmern sich alle zusammen um Leo. Ein warmherziger Roman, der zeigt, wie viel man erreichen kann, wenn man an einem Strang zieht, und wie gut Gemeinschaft und Solidarität tun. 

Für den Hauptpreis kamen herausragende Titel aus dem Ruhrgebiet und über das Ruhrgebiet infrage, die im Zeitraum vom 1. Mai 2025 bis 30. April 2026 in einem Verlag oder per Selfpublishing erschienen sind. 39 literarische Werke aus unterschiedlichen Genres standen auf der Leseliste der Jury.

Der Literaturpreis Ruhr feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Wer den Hauptpreis gewinnt, wird bei der Jubiläums-Verleihungsgala am 15. September 2026 in der Mathias-Jakobs-Stadthalle Gladbeck bekanntgegeben. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Die Teilnahme an der Jubiläumsgala ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Die Anmeldung ist ab sofort über die Website des Literaturbüro Ruhr möglich: https://literaturbuero-ruhr.de/literaturpreis-ruhr

 

Der Jury des Hauptpreises gehören in diesem Jahr an:

Cathrin Brackmann
Journalistin, Moderatorin und Buchkritikerin

Jürgen Brôcan
Autor, Übersetzer und Kritiker; Träger des Literaturpreis Ruhr 2016

Prof. Dr. Peter Goßens
Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der RUB

Martin Kaysh
Autor, Satiriker und Moderator

Kathrin Olzog
Buchhändlerin und Gründerin der Barbara Buchhandlung in Moers

Jennifer Schumacher
Journalistin und Leiterin des Kultur- und Freizeit-Ressorts der WAZ

Feridun Zaimoglu
Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramatiker

 

Über den Literaturpreis Ruhr:

Der Literaturpreis Ruhr ist die wichtigste ideelle wie materielle Auszeichnung für Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die im Ruhrgebiet leben, sowie für Autorinnen und Autoren von außerhalb, die über die Region schreiben. Er wird seit 1986 jährlich vom Regionalverband Ruhr vergeben und vom Literaturbüro Ruhr organisatorisch und konzeptionell betreut.

Literaturpreis Ruhr

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