Zurück zur ÜbersichtLern-, Erlebnis- und Begegnungspark Bonnekamphöhe

45327 Essen, Bonnekamphöhe 50

Die Bonnekamp-Stiftung entwickelt auf einer rund drei Hektar großen Lichtung mitten im Ruhrgebiet einen gemeinwohlorientierten Bildungs- und Erlebnisort für Biodiversität, Ernährung und Landschaftsökologie. Der „Lern-, Erlebnis- und Begegnungspark Bonnekamphöhe“ verbindet ökologische und soziale Transformation mit praxisnaher Bildung, um nachhaltiges Handeln im urbanen Raum zu fördern.

Motivation & Problemstellung:
Angesichts zunehmender Entfremdung von Natur, Biodiversitätsverlust und sozialer Isolation schafft das Projekt einen offenen Raum, der Naturerfahrung, gemeinschaftliches Tun und Bildung miteinander verknüpft. Es geht darum, ökologische Zusammenhänge wieder erlebbar zu machen und Menschen aller Altersgruppen zu stärken – in ihrer Selbstwirksamkeit, in ihrem Umweltbewusstsein und in ihrer sozialen Einbindung.

Kernbestandteile des Projekts:

  • Biotopentwicklung und Artenschutz: Aufbau vielfältiger, sich selbst erhaltender Lebensräume zur Förderung der biologischen Vielfalt.
  • Bildung & Teilhabe: Niedrigschwellige Angebote und Bildungsformate zu Natur, Ernährung, Klima und Gemeinschaft für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
  • Kooperationsnetzwerk: Enge Zusammenarbeit mit Bildungspartnern, Zivilgesellschaft und sozialen Akteuren zur gemeinsamen Umsetzung und Verstetigung.

Das Projekt versteht sich als Modell für eine transformative grüne Infrastruktur, welches lokal verwurzelt und partizipativ gestaltet ist und mit Strahlkraft über die Region hinaus geht.

Es wird ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung der Grünen Infrastruktur und zur Zukunftsfähigkeit des Ruhrgebiets geleistet, indem das Projekt insbesondere zum Erreichen der folgenden gesamtregionalen Ziele beiträgt: 

  • Mit Grüner Infrastruktur Impulse für zirkuläres Bauen setzen (Handlungsziel 07)
  • Grüne Infrastruktur koproduzieren und soziale Teilhabe fördern (Handlungsziel 09)
  • Ko-Habitation und Naturerleben in der Stadt fördern (Handlungsziel 10)
  • Urbane Lebensmittelproduktion Stärken (Handlungsziel 17)
  • Böden vitalisieren und ihre vielfältigen Funktionen stärken (Handlungsziel 20)
  • Multifunktionalen Charakter der Landwirtschaft stärken (Handlungsziel 23)
  • Umweltbildungsangebote ausweiten, vielseitig und inklusiv gestalten (Handlungsziel 27)

2014: Erste Idee und Start des Projekts durch die Bonnekamp Stiftung mit dem Ziel, auf einer drei Hektar großen Fläche im Essener Norden einen naturnahen Ort für Biodiversität, Bildung und Begegnung zu schaffen.

2016–2019: Aufbau des Gartens, erste Maßnahmen zur Biotopentwicklung, Gemüseanbau, ehrenamtliches Engagement wächst. Erste Bildungsangebote im kleinen Rahmen.

2020: Eröffnung des Garten-Cafés als mit offenen Samstagen als sozialer Treffpunkt. Mit Marktstand, Mitmachangeboten und Raum für Begegnung. Das Format hat sich etabliert und erfährt bis heute großen Zuspruch aus der Stadtgesellschaft.

2020–2024: Aufbau eines Bildungs- und Kooperationsnetzwerks mit unterschiedlichen Partnern: 

  • Bildungsangebote in Kooperation mit der Grünen Hauptstadt Agentur, Tausche Bildung für Wohnen und dem Ernährungsrat.
  • Ferienangebote und Workshops für Kinder und Jugendliche in Kooperation mit der Junior Uni Essen und FOM Hochschule.
  • Entwicklung gemeinsamer Formate zu Kunst, Natur und Teilhabe mit dem Museum Folkwang. Diese Partnerschaft hat dem Projekt zusätzliche Sichtbarkeit und neue Zielgruppen erschlossen.
     

Das Projekt Bonnekamphöhe lebt von einem engagierten Netzwerk aus Menschen, Bildungsakteuren und lokalen Partnern, die gemeinsam zur Gestaltung eines offenen, naturnahen Bildungsorts beitragen. Die Bonnekamp Stiftung bildet das organisatorische Rückgrat, koordiniert das Gesamtprojekt bisher rein ehrenamtlich, und verknüpft Bildungsarbeit, Gartenbetrieb, Inklusion und Gemeinschaft.

Erfolgreiche Kooperationen bestehen u. a. mit der Junior Uni Essen, mit der Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche realisiert wurden, sowie dem Museum Folkwang, das kreative Formate zu Kunst und Natur mitentwickelt hat. Weitere Partner stammen aus den Bereichen Inklusion, Umweltbildung und Stadtteilarbeit.

Grundlage des Projekts ist die geteilte Vision einer grünen Oase mitten in der Stadt: ein Ort für Naturerleben, Bildung und soziale Teilhabe – kostenfrei, offen und für alle zugänglich. Getragen wird die Bonnekamphöhe bis heute fast ausschließlich durch ehrenamtliches Engagement. Formate wie Mitmachtage, Workshops und Infoveranstaltungen aktivieren Menschen und stärken die Gemeinschaft.

Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden und die Qualität der Angebote langfristig zu sichern, soll das Projekt nun auf ökonomisch stabile Füße gestellt werden. Ziel ist es, das Ehrenamt gezielt zu entlasten – durch professionelle Koordination, verlässliche Strukturen und neue Förderpartnerschaften.

Zum Gelingen beigetragen haben insbesondere:

  • die kontinuierliche Präsenz vor Ort und der langfristige Aufbau von Vertrauen in der Nachbarschaft,
  • ein niedrigschwelliger Zugang für alle Altersgruppen und sozialen Hintergründe,
  • die starke Einbindung von Ehrenamt und die klare Kommunikation gemeinsamer Werte,
  • das aktive Sichtbar-Machen des Projekts z. B. durch Gespräche, Veranstaltungen, Infoangebote und offene Kommunikation über Bedarfe,
  • der Aufbau von Netzwerken durch persönliche Ansprache, transparente Projektentwicklung und das gezielte Anbieten von Partnerschaften,
  • das Wecken von Interesse am Ort, verbunden mit der Einladung, ihn als Plattform für eigene Bildungs- oder Beteiligungsformate zu nutzen.

Rückblickend kritisch war:

  • die teilweise Überlastung ehrenamtlicher Strukturen, weil notwendige hauptamtliche Ressourcen zu spät aufgebaut wurden.
  • ein hoher Koordinationsbedarf, der anfangs unterschätzt wurde. Gerade in der Zusammenarbeit mit vielen Partnern und Gruppen.
  • der Wunsch, alles gleichzeitig umzusetzen und die Arbeit zu unterschätzen, statt klare Phasen mit realistischen Etappen zu definieren.

Empfehlung für andere Projekte:

  • Frühzeitig strategische Partnerschaften aufbauen,
  • Personal für zentrale Aufgaben einplanen,
  • ausreichende Ressourcen für Koordination und Kommunikation mitdenken,
  • Ebenso wichtig ist es, Engagement nicht zu überfordern, sondern nachhaltig zu begleiten und sichtbare Mitgestaltungsmöglichkeiten zu schaffen.

Anschrift

Lern-, Erlebnis- und Begegnungspark Bonnekamphöhe

Bonnekamphöhe 50
45327 Essen
Deutschland

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