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Waldgipfel in Berlin: RVR muss zwei Millionen Euro in Wiederaufforstung investieren und setzt auf finanzielle Hilfe aus dem Klimaschutzprogramm 2030

Metropole Ruhr. Heiße Sommer und wenig Niederschlag setzen dem Wald deutschlandweit enorm zu. Auch in der Metropole Ruhr leiden viele der heimischen Baumarten unter Dürre, Schädlingen und Stürmen und sterben ab. Auf den rund 18.000 Hektar Frei- und Waldflächen des Regionalverbandes Ruhr (RVR) sind vor allem Fichten und Buchen massiv geschädigt.

Auf dem heutigen „Waldgipfel“ der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft soll über Hilfsmaßnahmen diskutiert werden, um den Forst klimafreundlich umzubauen und resistenter gegen Krankheiten und Schädlinge zu machen. Im Klimaschutzprogramm 2030, das am letzten Freitag beschlossen wurde, bekräftigt die Bundesregierung, wie wichtig es ist, die Wälder und deren nachhaltige Bewirtschaftung langfristig zu erhalten und zu sichern.

Dazu Nina Frense, Beigeordnete für den Bereich Umwelt beim RVR: „Mit den Waldgebieten schaffen wir nicht nur Erholungs- und Freizeiträume für die Menschen im Ruhrgebiet und fördern die Artenvielfalt. Die Freiraumkorridore sind zudem riesige Speicher für Kohlendioxid und damit der beste Klimaschutzbeitrag. Diese Klimaschutzleistung sollte auch belohnt werden. Bei der Wiederaufforstung und der Pflege der Jungbäume sind wir auf die finanzielle Unterstützung des Bundes angewiesen. Unsere Erwartungen an das Klimaschutzprogramm 2030 sind daher hoch.“

Der RVR-Eigenbetrieb Ruhr Grün wird künftig Baumarten pflanzen, denen höhere Temperaturen und weniger Regen nicht viel anhaben können. Baumarten wie die japanische Lärche, nordamerikanische Roteiche, Küstentanne und Douglasie passen sich eher den neuen Bedingungen an. Auf den frei werdenden Flächen sind in 2019 insgesamt bis zu 500.000 Bäume geplant. In vielen Fällen muss jedoch erst das tote Schadholz abtransportiert werden. Für das Aufräumen und Aufforsten veranschlagt RVR Ruhr Grün rund 2 Millionen Euro. Gleichzeitig fallen aufgrund des Überangebots die Holzpreise, insbesondere für Fichtenholz. Gerade einmal 35 Euro gibt es derzeit für den Festmeter Fichtenstammholz, vor zwei Jahren waren es noch 90 bis 110 Euro.

Mit mehr als 18.000 Hektar Wald- und Freiflächen ist der RVR einer der größten kommunalen Waldbesitzer in Deutschland. Waldgebiete wie die Haard und die Hohe Mark im Kreis Recklinghausen, die Kirchheller Heide in Bottrop, die Üfter Mark im Kreis Wesel und der Emscherbruch in Gelsenkirchen werden von RVR Ruhr Grün gepflegt und nachhaltig bewirtschaftet. Ziel ist es, für kommende Generationen standortgerechte, stabile, möglichst strukturreiche Wälder zu schaffen, die sich den Klimaänderungen anpassen können.

Online-Redaktion
Team Medien und Internet