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Grüne Lernorte in der Metropole Ruhr schaffen - RVR und Partner starten ein außerschulisches Bildungsprojekt zur Industrienatur

Essen / Metropole Ruhr. Der Regionalverband Ruhr, die Ruhr-Universität Bochum, die Bergische Universität Wuppertal und die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet werden fünf außerschulische, quartiersnahe Lern- und Erlebnislabore in der Metropole Ruhr aufbauen. Diese stehen Schülerinnen und Schülern verschiedener Schulformen und Jahrgänge für Experimente und eigene Projekte zur Erkundung der Industrienatur zur Verfügung. Ziel ist es, diese spezielle Stadtnatur des Ruhrgebiets kennen, wertschätzen, pflegen und erhalten zu lernen. So soll das Natur- und Umweltwissen erweitert, naturwissenschaftliche Zusammenhänge erkannt und gleichzeitig Inklusion gelebt, Persönlichkeit gefördert und das Wohn- und Schulumfeld wahrgenommen, verstanden und mitgestaltet werden.

„Jungen Menschen unabhängig von Herkunft, Bildung und Einkommen die Möglichkeit zu eröffnen, die grüne Infrastruktur der Metropole Ruhr und ihren Beitrag zum Klimaschutz zu erfahren, ist uns ein wichtiges Anliegen,“ so Nina Frense, Beigeordnete des Bereichs Umwelt beim RVR. Biodiversität, Inklusion und Interkultur werden bei diesem Bildungsprojekt für nachhaltige Entwicklung ganz eng miteinander verzahnt.“

Das Projekt ist auf 4,5 Jahre bzw. 5 Schuljahre angelegt und wird gefördert mit Mitteln des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) zu 75 Prozent und des Landesumweltamtes (12,5 Prozent) sowie des RVR (12,5 Prozent). Es stehen insgesamt rund 2,75 Mio. Euro zur Verfügung.

Die fünf außerschulischen Lern- und Erlebnislabore sollen im Landschaftspark Duisburg-Nord, im Gleispark Frintrop in Mülheim, an der Eickwinkelhalde in Essen, an der Kokerei Hansa in Dortmund und an der Halde Sachsen in Hamm entstehen. Diese Areale sind schon jetzt Standorte der Route Industrienatur und befinden sich überwiegend im Eigentum des RVR. Geplant ist, Container auf den Flächen zu errichten, durch die als Lernlabore vor Ort Experimente durchgeführt werden können. Vorab sollen die Standorte der Industrienatur naturwissenschaftlich verbessert werden. Schon bei der Entwicklung der Unterrichtsmodule werden Fachlehrkräfte beteiligter Schulen integriert. Begonnen wird in der ersten Projektphase mit maximal zehn Stützpunktschulen an den Standorten in Essen und Hamm. Jede Schule kann mit drei Klassen an bis zu sechs Terminen pro Jahr am außerschulischen Unterricht teilnehmen. Im Laufe des Projektes sollen bis zu 35 Schulen mit über 3000 Schülerinnen und Schülern das außerschulische Lernangebot nutzen können. Geplant ist, das Unterrichtsthema im Schulalltag langfristig zu verankern.

Zur Inklusion werden neue und bewährte Umweltbildungsmethoden angewendet. Dabei sollen Akteure wie der Blinden- und Sehbehindertenverband, die Gesellschaft für Hörbehinderte, Fachdienste, Agenturen und Beiräte ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger unterstützend mitwirken. Ergebnisse durch ständige Evaluationen werden dazu genutzt, die Flächen, die Labore und die Unterrichtseinheiten zu optimieren.

Das Projekt soll im Sinne der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt und der Grünen Infrastruktur im urban-industriellen Raum des Ruhrgebiets die große Artenvielfalt dieser Region einer breiten Bevölkerung näherbringen. Insbesondere benachteiligte Gruppen sollen von diesem Bildungsprojekt Gebrauch machen können.

Online-Redaktion
Team Medien und Internet