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Enis Maci mit Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet / Bekanntgabe und Preisverleihung Corona-bedingt „open-air“, in TV und Internet

Sperrfrist: Freitag, 4. September 2020, 20 Uhr

Metropole Ruhr/Dortmund.Die Autorin Enis Maci, geboren und aufgewachsen in Gelsenkirchen, erhält den Hauptpreis des Literaturpreises Ruhr. Sie wird ausgezeichnet für ihren Essayband „Eiscafé Europa“. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wird vom Regionalverband Ruhr (RVR) zusammen mit dem Literaturbüro Ruhr jährlich verliehen, in diesem Jahr zum ersten Mal nach einem überarbeiteten Konzept.

Den Förderpreis erhält Anne Becker, Lehrerin aus Essen, für ihr Kinder- und Jugendbuch „Die beste Bahn meines Lebens“. Der Förderpreis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Erstmals wird auch ein undotierter Ehrenpreis vergeben. Die Auszeichnung erhält Herbert Knorr, langjähriger Leiter des Literaturbüros Unna.

Der RVR hatte 2019 ein neues Konzept für den Literaturpreis Ruhr beschlossen, nach dem Autorinnen und Autoren für ein aktuelles Werk ausgezeichnet werden. Zuvor stand die literarische Gesamtleistung im Fokus.

„Open air“-Preisverleihung in Dortmund und Bekanntgabe im WDR-Fernsehen

Die Preisverleihung findet Corona-bedingt anders als sonst statt – als geschützte Freiluftveranstaltung ab 19.15 Uhr am Eventschiff „Herr Walter“ im Dortmunder Hafen. 
Gleichzeitig werden die Ausgezeichneten ab 19.30 Uhr in den drei WDR-Lokalzeiten Duisburg, Ruhr und Dortmund bekannt gegeben und vorgestellt.

Literaturpreis 2020 im Web

Ein ausführliches Video, gedreht am Dortmunder Phoenixsee, präsentiert nicht nur die Ausgezeichneten. Es spiegelt auch die Bedingungen wider, unter denen Kultur- und Literaturveranstaltungen derzeit stattfinden: eine Laudatio per Zoomaufzeichnung, Jurystatements per Selfievideo, Interviews und Gespräche vor Ort mit einem Mikrofon an einer langen Stange geführt.

Das Video ist ab 20 Uhr über die Internetseiten von RVR und Literaturbüro Ruhr abrufbar.

Zur diesjährigen Preisverleihung erscheint auch erstmals ein Buch mit Portraits der Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen Jahre.

Karola Geiß-Netthöfel, RVR-Regionaldirektorin zum Literaturpreis 2020:

„Die Neuausrichtung unseres Preises war richtig und ist ein voller Erfolg. Wir haben 66 Vorschläge für den Hauptpreis und 108 Bewerbungen und Nominierungen für den Förderpreis erhalten. Damit unterstreichen wir erneut die besondere Bedeutung der Literaturszene im Ruhrgebiet.“

HINWEIS AN DIE REDAKTIONEN:

Fotos der Preisträger*innen stehen ab Freitag, 20 Uhr, unter presse.rvr.ruhr zum Download bereit. Fotos von der Preisverleihung folgen ab Samstagmorgen, 10 Uhr.

Über die Preisträger*innen:
Hauptpreis für Enis Maci, Eiscafé Europa (Suhrkamp 2018)

Enis Maci, geboren 1993, macht als Theaterautorin in München, Berlin und Wien Furore und hat mit ihren Essays in „Eiscafé Europa“ einen sehr eigenen, jungen Ton und Stil gefunden. Sie reflektiert assoziativ, aber gründlich und treffend: Feminismus, Digitalität, Liebe, Heimat und Künstlerarbeit sowie die eigene Herkunft zwischen Balkan und Ruhrgebiet: „You can get the girl out of Gelsen, but you can’t get Gelsen out of the girl“.

Aus der Jurybegründung (im Film):

„Enis Maci verkörpert eine Autorinnengeneration, die interessant ist, zeitgemäß ist, etwas Neues bietet, gerade in dieser Kombination aus Post-Pop, bisschen Punk, bisschen Sido, bisschen Alexander Kluge, viel Feminismus, auf eine neue, kämpferische Art und Weise und das Ganze als jemand, der im Ruhrgebiet aufgewachsen und sozialisiert ist und für den das eine Rolle spielt, ohne dass sie das sentimentalisiert. Das ist für uns als Menschen, die sich mit Ruhrgebietsliteratur beschäftigen, ein interessanter Aspekt. Das ist kein sentimentales Rührstück der strukturwandelgeschädigten Region, sondern das ist vital und trotzdem realistisch.“

Förderpreis für Anne Becker, Die beste Bahn meines Lebens (Beltz 2019)

Anne Becker, geboren 1975, studierte Sonderpädagogik in Heidelberg. Sie arbeitet als Förderschullehrerin und lebt mit ihrer Familie in Essen. „Die beste Bahn meines Lebens“ ist ihr erstes Buch. Es handelt von den Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten von Jan, 13, der zugleich ein hervorragender Schwimmer ist – und von seiner ersten Liebe, dem Nachbarmädchen Flo.

Aus der Jurybegründung:

„Anne Beckers Buch beeindruckt durch seine lakonisch-unpathetische Sprache, raffinierte Perspektivenwechsel und eine originelle Figurenzeichnung. Ohne erkennbar pädagogische Absicht präsentiert der Roman die unterschiedlichen Stärken junger Menschen und zertrümmert gängige Vorurteile.“Ehrenpreis für Herbert Knorr

Herbert Knorr, geboren 1952, erhält den Förderpreis für seinen Einsatz für die Literatur im Ruhrgebiet seit mehr als 40 Jahren: als Autor, Herausgeber, Literaturwissenschaftler, Festivalveranstalter (etwa „Mythos Zeitenwende“ oder „Mord am Hellweg“), Netzwerker (literaturland westfalen „lilawe“, literaturgebiet.ruhr), langjähriger Leiter des Westfälischen Literaturbüros in Unna e. V. (bis April 2020) und leidenschaftlicher Streiter für die Literatur im Allgemeinen.

Über den Literaturpreis Ruhr

Mit dem Hauptpreis des Literaturpreises Ruhr wird der bzw. die Preisträger*in für ein aktuelles literarisches Werk von herausragender Qualität ausgezeichnet, das in den vergangenen drei Kalenderjahren vor der Preisverleihung oder im aktuellen Jahr der Preisverleihung erschienen ist.

Der bzw. die Preisträger*in lebt im Ruhrgebiet und/oder befasst sich in seinem/ihrem Werk mit dem Ruhrgebiet bzw. mit einem Thema, das einen Bezug zum Ruhrgebiet aufzeigt.

Der Hauptpreis ist mit 15.000 Euro dotiert.

Der Literaturpreis Ruhr wird in diesem Jahr zum 34. Mal verliehen.

Der Förderpreis des Literaturpreises Ruhr wird an Nachwuchsschriftsteller*innen vergeben, die im Ruhrgebiet leben. Er ist mit 5.000 Euro dotiert.

Mit dem Ehrenpreis des Literaturpreises Ruhr werden eine oder mehrere Personen oder eine Institution für herausragende Verdienste um die Literatur im Ruhrgebiet oder für das literarische, literaturwissenschaftliche, literaturkritische, organisatorische oder verlegerische Gesamtwerk ausgezeichnet.

Die Jury 2020

Die Mitglieder der Jury für den Hauptpreis 2020

Dina Netz, Literaturkritikerin, Deutschlandfunk
Margarete Maria Wietelmann, RVR-Ausschuss Kultur- und Sport
Karla Paul, Literaturbloggerin, Buchkolumne
Jens Dirksen, Redaktionsleiter Kultur, WAZ
Prof. Dr. Alexandra Pontzen, Universität Duisburg-Essen

Die Jury für den Förderpreis 2020

Sandra Da Vina, Autorin und Poetry Slammerin
Sebastian Pewny, RVR-Ausschuss Kultur- und Sport
Christiane Moos, RVR-Ausschuss Kultur- und Sport
Dr. Bozena Badura, Literaturbloggerin, Das Debüt
Dr. Hannes Krauss, Universität Duisburg-Essen, Akademischer Rat i. R.
Dr. Artur Nickel, Herausgeber „Essener Anthologien“
Regina Völz, Journalistin, WDR Essen

Der Ehrenpreis ist kein Jurypreis, sondern er wird vom RVR in Absprache mit dem Literaturbüro Ruhr direkt vergeben.

Buch zum Literaturpreis Ruhr

„Ausgezeichnet. Literaturpreis Ruhr – 33 Porträts“

Anlässlich der diesjährigen Preisverleihung gibt der Regionalverband Ruhr das im Dortmunder Kettler Verlag erschienene Buch „Ausgezeichnet. Literaturpreis Ruhr – 33 Porträts“ heraus.

1986 stiftete der Kommunalverband Ruhrgebiet, Vorläufer des heutigen Regionalverbands Ruhr, einen Preis zur Förderung der Literatur im und über das Ruhrgebiet. Die Neugestaltung des Preises im Jahr 2019 ist Anlass für einen Rückblick auf die bisher Ausgezeichneten, die vorgestellt werden in lebhaften, manchmal persönlichen Porträts mit fundierten Hintergrundinformationen und eingestreuten Textauszügen. Sie vermitteln einen Eindruck vom reichhaltigen literarischen Leben in einer ehemaligen Industrieregion und wollen Lust aufs Weiterlesen machen.

Preisträger/innen: Liselotte Rauner, Jürgen Lodemann, Max von der Grün, Josef Reding, Ralf Thenior, Michael Klaus, Hans Dieter Baroth, Walter Kaufmann, Peter Schmidt, Inge Meyer-Dietrich, Ralf Rothmann, Jürgen Banscherus, Doris Meißner-Johannknecht, Barbara Köhler, H. P. Karr/Walter Wehner, Brigitte Kronauer, Hugo Ernst Käufer, Frank Goosen, Andreas Kollender, Marion Poschmann, Jörg Juretzka, Nicolas Born/Katharina Born, Werner Streletz, Judith Kuckart, Norbert Wehr, Fritz Eckenga, Harald Hartung, Karl-Heinz Gajewski, Marianne Brentzel, Sascha Reh, Jürgen Brôcan, Lütfiye Güzel, Elke Heinemann

Autoren: Dr. Hannes Krauss, Jens Dirksen und Volker W. Degener

Das Buch ist für 19,80 Euro im Buchhandel erhältlich.
ISBN: 978-3-86206-838-8

Online-Redaktion
Team Medien und Internet