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20 Jahre im Dienste des Waldes der Metropole Ruhr / RVR-Eigenbetrieb hat Jubiläum

Im April 2001 gründete der ehemalige Kommunalverband Ruhrgebiet, der jetzige Regionalverband Ruhr (RVR), die eigenbetriebsähnliche Einrichtung RVR Ruhr Grün.

RVR Ruhr Grün setzt erfolgreich fort, was dem Verband schon in sein Stammbuch geschrieben wurde – regionale Freiraumsicherung und Freiflächenentwicklung.

Das geschieht seit 20 Jahren nach ökologischen, sozialen und betriebswirtschaftlichen Grundsätzen zum Gemeinwohl der Metropole Ruhr.

Neue Anforderungen an die Forstwirtschaft bestimmen den heutigen Alltag des Eigenbetriebs

Der Wald, insbesondere in einer so dicht besiedelten Region wie der Metropole Ruhr, hat eine immer größere Bedeutung für den Klimaschutz und den Erholungswert. Gerade in der Pandemie hat sich das Bedürfnis nach Freizeit im Grünen um ein Vielfaches erhöht. Gleichzeitig machen Extremereignisse wie Trockenheit und Stürme und die damit verbundene Massenvermehrung von Schädlingen wie dem Borkenkäfer den Wald zu einem der Hauptbetroffenen des Klimawandels. Mit den wachsenden Unwägbarkeiten der Natur steigen auch die Anforderungen an die Försterinnen und Förster permanent.

Betriebsleiter Thomas Kämmerling sieht in der multifunktionalen Waldbewirtschaftung von RVR Ruhr Grün eine Chance, die wertvolle grüne Infrastruktur künftig gezielt zu erhalten und zu pflegen: „Wald ist in erster Linie Lebensraum für Pflanzen und Tiere sowie beliebter Freizeit- und Erholungsort für die Menschen. Aber er hat so viele andere wertvolle Funktionen, indem er Treibhausgase bindet, Trinkwasser filtert, für frische Luft sorgt und den wertvollen Rohstoff Holz bietet. Wir kümmern uns darum, dass der Wald diese vielfältigen Ökosystemleistungen für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft erfüllen kann und dass diese auch für nächste Generationen erhalten bleiben. Dazu bauen wir einen artenreichen Wald und sorgen für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Forstwirtschaft, Landschaftspflege und Naturschutz.“

RVR Ruhr Grün in Zahlen

Der Eigenbetrieb bewirtschaftet etwa 19.000 Hektar RVR-eigene Freiflächen, davon rund 16.000 Hektar Wald. Darunter sind 46 Halden, 97 Naturschutzgebiete, 1.200 Kilometer Rad- und Wanderwege, 250 Kilometer Reitwege sowie einige Waldspielplätze. Zudem zeigt er sich als Dienstleister für die Unterhaltung von über 1.000 Hektar kommunaler Flächen verantwortlich. Er betreibt mit dem NaturForum Bislicher Insel und dem Waldkompetenzzentrum Heidhof zwei RVR-Besucherzentren in Xanten und Bottrop und unterhält drei Aussichts- und Feuerwachtürme in der Haard und der Hohen Mark. 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter organisieren ihre Arbeit vom Hauptsitz in Essen bzw. von den 10 Außenstellen / Forsthöfen aus. Das Budget des Eigenbetriebs beläuft sich auf 16 Millionen Euro.

Aufgaben des Forstbetriebs verteilt auf fünf Fachbereiche

Neben den innerbetrieblichen Diensten gibt es vier weitere operationale Aufgabenbereiche:

1. Freiraumpflege und Infrastrukturmanagement

Die Wälder der Metropole Ruhr sind Freizeit- und Erholungsraum für Familien, Naturfreunde, Radfahrer, Wanderer, Reiter, Jogger und viele mehr. Sie sind aber auch Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen. Deshalb plant, baut und unterhält RVR Ruhr Grün eine Erholungsinfrastruktur, die die Natur nicht beeinträchtigt. Dazu gehören Rad- und Wanderwege, Reitwege, einige Waldspielplätze sowie Wanderparkplätze. Jüngste Beispiele sind der 158 Kilometer lange Hohe Mark Steig von Olfen bis Wesel, die 5,5 Kilometer lange Waldpromenade am Südrand der Haard, die 42 Kilometer lange MTB-Strecke „Haard on Tour“ oder die über 12 Kilometer lange Springorum-Radtrasse in Bochum.

2. Waldsoziale Gemeinwohlleistungen

Der Wald braucht Fachleute, die im Dialog mit den Menschen deutlich machen können, was der Wald leistet und was er braucht, um diese Leistungen erbringen zu können. Dazu zählt die Wald- und Wildnispädagogik. Hier arbeiten Förster und Pädagogen Hand in Hand, um Jung und Alt für einen bewussteren Umgang mit dem Ökosystem zu sensibilisieren. Das kann beim Bau eines Vogelhäuschens, bei einer Kräuterwanderung oder weiteren Exkursionen, Vorträgen und Veranstaltungen erfolgen. Die beiden Besucherzentren NaturForum Bislicher Insel und Heidhof helfen bei der Wahl des passenden Angebots.

Ein wichtiger Baustein der Öffentlichkeitsarbeit ist der Ausbau des Rangerwesens. Sieben ausgebildete Natur- und Landschaftspfleger, auch Ranger genannt, informieren über den achtsamen Umgang mit der Natur. Mit dem typischen Rangerhut und dem Abzeichen am Arm klären sie Naturnutzer unter anderem über Ruhezeiten von Jungtieren oder seltene Pflanzenarten auf.

3. Ökologische Gemeinwohlleistungen

Der Fachbereich kümmert sich um die Pflege und Entwicklung von besonders sensiblen Bereichen wie Naturschutz- und FFH-Gebieten. Dazu gehört auch das 1.000 Hektar große Naturschutzprojekt Bislicher Insel im Kreis Wesel, ein einzigartiges Paradies für seltene Tier- und Pflanzenarten im Ruhrgebiet mit internationaler Bedeutung für den Vogelzug. 25.000 Arktische Wildgänse übernachten dort im Winter. Das Naturschutzgebiet ist Lebensraum von Bibern. In 2020 wurden 3.087 Vogelbrutreviere gezählt – unter anderem von Weißstorch, Schwarzmilan, Nachtigall, Kiebitz oder Eisvogel. 2017 hat das erste Seeadler-Paar in NRW und 2020 haben 12 Paare vom Löffler erfolgreich gebrütet. 

Mit dem ökologischen Bodenfondsmanagement schafft RVR Ruhr Grün einen ökologischen Ausgleich, wo Natur und Landschaft durch Baumaßnahmen beeinträchtigt werden. Der Betrieb wertet die verbandseigenen Freiflächen ökologisch auf, in dem er die Artenvielfalt beispielsweise durch Anlage von Streuobstwiesen stärkt.

4. Land- und forstwirtschaftlicher Betrieb

Kernaufgabe von RVR Ruhr Grün ist der klassische land- und forstwirtschaftliche Betrieb, der Waldgebiete wie dieHaard und Hohe Mark im Kreis Recklinghausen, die Kirchheller Heide in Bottrop, die Üfter Mark im Kreis Wesel, den Baerler Busch in Duisburg und den Emscherbruch in Gelsenkirchen betreut. Mit einem klimaresilienten Waldumbau sorgt der Fachbereich dafür, dass die grünen Lungen des Ruhrgebiets widerstandsfähiger und robuster gegen Sturm, Hitze und Schädlinge werden. Dazu setzen die Förster auf einen Zukunftswald mit vielen verschiedenen Baumarten und einer möglichst natürlichen Verjüngung.

RVR Ruhr Grün im Netz:

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Online-Redaktion
Team Medien und Internet