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Berufskollegs der Metropole Ruhr im Fokus des RVR-Bildungsforums Ruhr

Fast jeder dritte Jugendliche zwischen 16 und 24 Jahren in der Metropole Ruhr besucht ein Berufskolleg. Im Schuljahr 2020/2021 waren es insgesamt 152.775 Schülerinnen und Schüler. Das Berufskolleg ist damit ein zentraler Baustein der Bildungsregion Ruhr.

Das Bildungsforum Ruhr des Regionalverbandes Ruhr (RVR) hat die Schulform heute (16. Dezember) in den Fokus gestellt. Über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Bildung im Ruhrgebiet mitgestalten, haben sich beteiligt.

103 Berufskollegs im Ruhrgebiet umfassen die Bildungsbereiche der Berufsschulen, der Berufsfachschulen, der Fachschulen, des beruflichen Gymnasiums sowie der Fachoberschulen. Das Schulsystem hält damit ganz individuelle Wege für die Bildungslaufbahn von Schülerinnen und Schülern bereit.

Dazu RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel: „Mit ihrer Bandbreite an verschiedenen Qualifikationen sichern die Berufskollegs die Fachkräfte von morgen und tragen zudem erheblich zur Integration neu zugewanderter Jugendlicher bei. Trotz ihrer zentralen Bedeutung fliegen sie in der öffentlichen Wahrnehmung leider oft noch unter dem Radar. Die Stärkung dieser Schulform ist daher eine wichtige Aufgabe der Region. Das können wir nur im Schulterschluss mit Land, Kommunen und Partnern wie RuhrFutur erreichen.“

Prof. Dr. Detlef Buschfeld von der Universität zu Köln unterstrich die Bedeutung von Kooperationen, um mit allen Beteiligten die Wahrnehmung von Berufskollegs zu steigern. Ein Netzwerk von Berufskollegs in einer Region zu verankern, gibt der Schulform zudem eine Stimme.

Mit dem Schulversuch Regionale Bildungszentren des NRW-Schulministeriums wurde für die Berufskollegs ein bedarfsgerechtes, abgestimmtes Bildungsangebot entwickelt. Die schulübergreifende Kooperation ermöglicht es, stärker auf regionalspezifische Bildungsbedarfe einzugehen und Synergien bei Räumen, Ausstattung und Personal zu heben.

Qualifikation und Integration

Berufskollegs spielen eine wichtige Rolle bei dem nachträglichen Erwerb eines Schulabschlusses. Insbesondere neu zugewanderte junge Menschen profitieren von der Möglichkeit, einen anerkannten Schulabschluss zu bekommen. Im Schuljahr 2019/21 haben 21.745 Schülerinnen und Schüler an einem Berufskolleg in der Metropole Ruhr einen Schulabschluss im Nachhinein erworben. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Hauptschulabschluss stieg von 12,7 Prozent (2011/2012) auf fast 29 Prozent im Schuljahr 2020/21, davon hatten 55,7 Prozent der Jugendlichen einen ausländischen Pass.

Mehr erfolgreiche Abschlüsse

Im Schuljahr 2019/20 beendeten in der Metropole Ruhr 67.870 Jugendliche einen Bildungsgang. Davon haben 67,6 Prozent der Schülerinnen und Schüler das Bildungsziel erreicht. Die Erfolgsquote der Schuljahre 2010/2011 bis 2018/19 lag im Durchschnitt bei etwa 60 Prozent. Sie ist im Schuljahr 2019/20 auf fast 68 Prozent gestiegen. Der Anstieg ist bei Jugendlichen sowohl mit ausländischem als auch mit deutschem Pass zu beobachten.

Bessere Betreuung durch gestiegene Zahl der Lehrkräfte

Die Zahl der Lehrkräfte an Berufskollegs ist in der Metropole Ruhr seit 2011 leicht um 3,3 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung geht insbesondere auf zusätzliche Lehrkräfte in Teilzeitbeschäftigung zurück. Lag der Anteil von Lehrerinnen und Lehrern in Teilzeit im Schuljahr 2011/2012 noch bei 26,1 Prozent, ist dieser im Schuljahr 2020/21 auf 28,8 Prozent gestiegen. Die Zahl der Vollzeitkräfte ist dagegen weitgehend konstant geblieben.

Die Veranstaltungsreihe "Bildungsforum Ruhr" des RVR soll die Bildungsarbeit im Ruhrgebiet stärken, indem sie den Austausch der regionalen Bildungsakteure fördert. Der RVR kooperiert dabei mit den Bildungsbüros in der Metropole Ruhr.

Das Bildungsforum im Netz:

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Regionalverband Ruhr
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