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Besucherzentrum Hoheward: RVR, Herten und Recklinghausen setzen Kooperation fort / Auch Betrieb des Trainingsbergwerks nach 2021 gesichert

Der Ausschuss für Klima, Umwelt und Ressourceneffizienz des Regionalverbandes Ruhr (RVR) gab in seiner heutigen Sitzung grünes Licht, dass der RVR und die Städte Herten und Recklinghausen ihre 2013 begonnene, erfolgreiche Arbeit mit dem Besucherzentrum Hoheward auf den Arealen der ehemaligen Zechen Ewald und Recklinghausen II fortsetzen sollen. Der Kooperationsvertrag wird bis Ende 2026 verlängert. Die Vertragspartner verpflichten sich darin zu einer jährlichen Zuschusszahlung.

Der RVR beteiligt sich mit 185.000 Euro Sachmitteln, 240.000 Euro Personalkosten und vier Planstellen, die Stadt Herten mit 60.000 Euro und die Stadt Recklinghausen mit 36.000 Euro. Die finale Entscheidung trifft die RVR-Verbandsversammlung am 25. Juni.

Die Ausschussvorsitzende Martina Schmück-Glock betont „Der Landschaftspark Hoheward ist längst zu einem Wahrzeichen der Metropole Ruhr geworden. Das ist auch der Verdienst des Besucherzentrums. Mit attraktiven touristischen Angeboten hat das Service-Zentrum die Haldenlandschaft Ruhrgebiet als wichtigen Bestandteil der Route der Industriekultur stärker ins Bewusstsein einheimischer und auswärtiger Besucher gerückt.“

Als Informationsstelle für die Haldenlandschaft der Metropole Ruhr und das radrevier.ruhr bietet das Besucherzentrum an sechs Tagen in der Woche Service aus einer Hand: Informationen und Publikationen, Führungen, Veranstaltungen, Ticketverkauf, Radkarten, Bücher und Souvenirs. Die Anlaufstelle am Zukunftsstandort Ewald mit vier festen Mitarbeitern und etwa 20 Gästeführern zählt jährlich mehr als 130.000 Gäste auf dem Areal. (Ausgenommen 2020/2021: Im Rahmen der Corona-Pandemie herrschte weitgehendes Veranstaltungsverbot.) Zum Besucherzentrum Hoheward gehört seit 2014 auch die Dauerausstellung "Neue Horizonte - Auf den Spuren der Zeit" im Gebäude der Lohn- und Lichthalle der Zeche Ewald.

Als zusätzliche Beratungsstelle mit zwei Saisonkräften öffnet in der Hauptsaison von April bis Oktober an Wochenenden und Feiertagen der Informationspunkt auf Recklinghäuser Stadtgebiet, nahe der Drachenbrücke.

Landschaftspark Hoheward entwickelt sich weiter

Der Landschaftspark umfasst die Gelände der Bergehalden Hoheward und Hoppenbruch sowie die Areale der ehemaligen Zechen Ewald und Recklinghausen II. Mit 220 Hektar Fläche ist sie die größte Haldenlandschaft Europas und ein touristisches Highlight von überregionaler Bedeutung.

Im Rahmen der Projektgemeinschaft zwischen RVR, den Kommunen Herten und Recklinghausen sowie der RAG/RAG Montan Immobilien GmbH wurde und wird der Landschaftspark Hoheward zu einem modernen Naherholungs- und Gewerbegebiet entwickelt.

Bis zum Jahr 2015 allein hat der RVR über 30 Millionen Euro in den Umbau und die Gestaltung der Haldenlandschaft Hoheward investiert. Im Rahmen von Emscherland 2020 und der Internationalen Gartenausstellung (IGA) Metropole Ruhr 2027 sind weitere Investitionen im zweistelligen Millionenbereich geplant.

Auch die laufende Pflege und Unterhaltung der Haldenlandschaft in Höhe von etwa 400.000 EUR jährlich durch das Parkpflegemanagement des RVR, unterstützt durch den Trägerschaftsvertrag zum Emscher Landschaftspark, dient dem Erhalt und der Aufwertung dieses Standortes.  

Der Ausbau des Landschaftsparks Hoheward ist längst nicht abgeschlossen:

Mit dem "AktivLinearPark" sollen ehemalige Bahnflächen zwischen den Plätzen "Auftakt West" in Herten und "Auftakt Ost" in Recklinghausen zu einem durchgängigen Fuß- und Radweg ausgebaut werden. So rückt die Haldenlandschaft näher an die Emscher und den Rhein-Herne-Kanal heran. Das Areal rund um den Verladeturm soll langfristig umgebaut und zu einem 37 Meter hohen Kletterturm ausgebaut werden. Die Baumaßnahmen sollen bis 2022 beendet sein.

Im Rahmen des RVR-Aktionsprogramms „Grüne Lückenschlüsse“ soll der Holzlagerplatz an der Cranger Straße zur multifunktionalen Grünfläche umgebaut werden. Neben festinstallierten Parkplätzen sollen auch Wohnmobilstellplätze und weitere Bedarfsstellplätze für Großveranstaltungen entstehen.

Die weiter beabsichtigte Tunnelöffnung durch die Halde Hoheward soll für den Rad-Tourismus ein besonderes Highlight inmitten des radrevier.ruhr werden.

Ausschuss sichert Betrieb des Trainingsbergwerks über 2021 hinaus

Mit dem Trainingsbergwerk als Besuchs- und Erlebnisbergwerk hat der Landschaftspark Hoheward zudem eine weitere Attraktion bekommen.

Der RVR hat 2019 das Trainingsbergwerk Recklinghausen erworben, um das Areal als Erlebnisbergwerk zu sichern. Betrieb und die Unterhaltung hat der Verein Trainingsbergwerk Recklinghausen übernommen. In einem Nutzungsvertrag hat der RVR dem Verein die Grundstücke und Gebäude überlassen und eine Erprobungszeit bis Ende 2021 vereinbart. Innerhalb dieses Zeitraums sollte der Standort als neuer touristischer Standort in der Metropole Ruhr etabliert werden.

Trotz der widrigen Umstände ausgelöst durch die Corona-Pandemie konnte der Verein die Jahre 2019 und 2020 wirtschaftlich positiv abschließen. Der bestehende Nutzungsvertrag wird daher unverändert fortgeführt. Damit soll dem Verein frühzeitig die erforderliche Planungssicherheit für Investitionen in den Standort, das Einwerben von Spenden sowie für die weitere Vermarktung gegeben werden.

Infos unter:

 www.hoheward.rvr.ruhr

Online-Redaktion
Team Medien und Internet