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RVR-Sommerserie Halden (5):

Es grünt so grün - Industrienatur hat sich auf kargen Böden breit gemacht

Obwohl die Voraussetzungen wahrlich alles andere als paradiesisch waren, sind auf den zahlreichen Halden im Ruhrgebiet kleine Naturparadiese entstanden. Allein mehr als 500 Pflanzenarten gibt es, die mit den kargen Verhältnissen auf den Industrieböden aus Schlacken, Schutt, Schlamm und Asche zurechtkommen.

Dazu zählen Exoten wie die aus Nordamerika stammenden Robinien und der asiatische Götterbaum, aber auch heimische Wildkräuter und Überlebenskünstler wie Brombeersträucher, Wildrosen, Johanniskraut und Königskerze.

Auch einer Vielzahl von Tieren bietet die rauhe Landschaft Lebensraum. Mit dem Flussregenpfeifer hat eine bedrohte Vogelart ein Zuhause gefunden. Die steinigen Halden dienen als Ersatz für die Kiesbänke an Flussläufen. Sobald die Flächen der Halden begrünt sind, verschwindet der Vogel allerdings auch wieder. Kiebize, Feldlerchen und Fasane hingegen fühlen sich dort dauerhaft wohl, ebenso Grünspechte, Eichelhäher und Singvögel wie Rotkehlchen, Singdrossel und Gebirgsstelze. Sogar Greifvögel wie der Turmfalke sind auf den  künstlichen Bergen der Region heimisch geworden. Die meistverbreiteten Säugetiere auf den Halden sind Mäuse, Wildkaninchen und Eichhörnchen. Und auch die geschützte Kreuzkröte und andere Amphibien sowie eine Vielzahl von Schmetterlingen bevölkern die Berge des Ruhrgebiets.

Die vielfältige Industrienatur kann jeder auf eigene Faust erkunden und genießen - oder bei den Exkursionen auf der Route Industrienatur, die der Regionalverband Ruhr (RVR) regelmäßig anbietet. Die nächste Tour führt am Sonntag, 7. August, 11 Uhr, auf die Halde Großes Holz in Bergkamen. Bei der zweistündigen "Safari" können Interessierte größere und kleinere Tiere "in freier Wildbahn" beobachten und vielleicht sogar fotografieren. Treffpunkt ist auf dem Parkplatz am westlichen Haldenzugang an der Waldstraße.

Eine Woche später, am 14. August, 11 Uhr, ist eine Wildkräuterführung auf der Schurenbachhalde in Essen angesetzt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen heimische und gebietsfremde Pflanzen kennen und erfahren, welche Eigenschaften und Heilkräfte sie besitzen. Treffpunkt ist am Treppenaufgang zur Schurenbachhalde an der Emscherstraße. Beide Veranstaltungen kosten für Erwachsene fünf, für Kinder drei Euro. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Zahlreiche sehens- und erlebenswerte Halden stellt die kürzlich erschienene RVR-Broschüre "Das Haldengebirge – Freizeit und Erholung auf dem Dach der Metropole Ruhr" vor. Erhältlich ist der kostenlose Flyer als Download unter www.mediathek.rvr.ruhr. Die gedruckte Version im praktischen Taschenformat kann unter www.shop.rvr.ruhr bestellt werden. Einen umfassenden Überblick über die Halden des Regionalverbandes Ruhr gibt es auch unter

halden.rvr.ruhr
 

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