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Internationales Unternehmen CAF siedelt sich in Gelsenkirchen an

RVR übergibt Bahnbetriebswerk Bismarck an neue Eigentümerin

Essen/Gelsenkirchen. Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat das ehemalige Bahnbetriebswerk Gelsenkirchen-Bismarck an die spanische Eisenbahn-Unternehmensgruppe und Zughersteller CAF verkauft. Im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens, das der RVR durchgeführt hat, konnte die neue Eigentümerin mit ihrem Nutzungskonzept überzeugen. RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel hat heute (11. Januar) die Schlüssel an Marcus Brüning, Direktor CAF Deutschland GmbH, übergeben.

CAF wird am Standort in Gelsenkirchen erstmals ihre modernen, akkubetriebenen Regionaltriebzüge, welche alte Dieselfahrzeuge ersetzen, für den Nahverkehr im Streckennetz des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) zum Einsatz bringen. Der Dieselbetrieb im Niederrhein-Münsterland-Netz wird ab 2025 sukzessive auf lokal emissionsfreie, klimaschonende Triebzüge umgestellt. Dazu hat der VRR dem Unternehmen CAF den Zuschlag erteilt und beschafft 76 batterieelektrische Fahrzeuge. Die neuen Züge werden die Schadstoff- und Lärm-Emissionen erheblich reduzieren und zeichnen sich gleichzeitig durch einen hohen Fahrgastkomfort aus.

CAF wird die Züge nicht nur produzieren und liefern, sondern über ihren gesamten Lebenszyklus von rund 30 Jahren warten, um Sicherheit, Komfort und Verfügbarkeit der Flotte zu gewährleisten. In der neuen Werkstatt in Gelsenkirchen-Bismarck kann die leichte und schwere Instandhaltung der batteriebetriebenen Regionaltriebzüge (CAF Civity BEMU) durchgeführt werden.

Von 2001 bis 2022 war der RVR Eigentümer des ehemaligen Bahnbetriebswerks mit einer Gesamtfläche von rund 10 Hektar. Ursprüngliche Planungen, den Standort für touristische Zwecke zu entwickeln, ließen sich in den zurückliegenden Jahren nicht realisieren. Neben den Gebäuden gehören Gleisanlagen, Stellflächen und Grabeländer zum Objekt. Teile des Areals wie die Drehscheibe und der Ringlokschuppen stehen seit 1991 unter Denkmalschutz. In engem Austausch mit der Stadt Gelsenkirchen hat der RVR nun auf dem Grundstück des Bahnbetriebswerks eine nachhaltige Nachfolgenutzung etablieren können.

Das Grundstück befindet sich in zentraler Lage der Metropole Ruhr und verfügt über zwei Gleisanschlüsse an das Netz der Deutschen Bahn. Das macht es für eine gewerbliche Entwicklung attraktiv. Gewerbeflächen mit direktem Gleisanschluss sind im Ruhrgebiet aktuell knapp.

Die Veräußerung fand im Rahmen eines wettbewerbsähnlichen, transparenten Auswahlverfahrens statt, welches EU-weit bekannt gemacht wurde

Stimmen zur neuen Nutzung des ehemaligen Bahnbetriebswerks Gelsenkirchen-Bismarck

RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel

"Mit dem Verkauf ist es uns gelungen, eine alte Industriefläche durch die Ansiedlung einer neuen zukunftsweisenden Unternehmung zu reaktivieren. Damit stärken wir nicht nur den Wirtschaftsstandort, sondern tragen gleichzeitig dazu bei, weniger in den Freiraum eingreifen zu müssen. Zudem werden die neuen Regionaltriebzüge einen wichtigen Beitrag zur Mobilitätswende auf dem Weg zur klimaneutralen Metropole Ruhr leisten."

Marcus Brüning, Direktor CAF Deutschland GmbH

"Mit dem ehemaligen Bahnbetriebswerk haben wir ein ideales Grundstück hinsichtlich Lage, Größe und Erreichbarkeit gefunden, um hier eine digitale Werkstatt der Zukunft in NRW zu errichten. Damit schaffen wir bereits in der ersten Ausbaustufe über dreißig neue, stabile und langfristige Arbeitsplätze am Standort Gelsenkirchen. Zudem bietet das große Grundstück künftig Möglichkeiten, die Werkstatt zu erweitern, und Potential für die weitere Geschäftsentwicklung in NRW."

Oberbürgermeisterin Karin Welge der Stadt Gelsenkirchen

"Die Ansiedlung von CAF ist für Gelsenkirchen eine gute Nachricht. Das Bahnbetriebswerk Bismarck hat nun eine Zukunft, die an seine Tradition aus den 1920er Jahren anknüpft und zeitgemäß fortschreibt. Ich freue mich über hochwertige Arbeitsplätze, die sicher sind, und so den Menschen und der Stadt eine langfristige Perspektive bieten. Mein Dank gilt allen, die dazu beigetragen haben, diesen Standort mit seinen historischen Gebäuden mit neuem Leben zu füllen."

VRR-Vorstandssprecherin Gabriele Matz

"Um die Klimabilanz des Öffentlichen Personennahverkehrs zu verbessern und die Verkehrswende weiter voranzutreiben, setzt der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr auf innovative Antriebe. Das ist ein wichtiger Schritt, um bis zum Jahr 2030 neunzig Prozent der SPNV-Leistungen im Verbundgebiet elektrisch zu erbringen und die Emissionen von CO2, Feinstaub und Lärm weiter zu reduzieren. Damit ist das Niederrhein-Münsterland-Netz das erste SPNV-Netz in NRW mit alternativem Antrieb und zugleich auch das größte BEMU-Netz in ganz Deutschland."

 

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