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Wie wird die Metropole Ruhr grünste Industrieregion der Welt?

Die Metropole Ruhr hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: die Transformation zur grünsten Industrieregion der Welt.

Wie aus dieser Vision Wirklichkeit werden kann, haben am Donnerstag Vertreter*innen aus Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft im Museum Folkwang in Essen diskutiert. Zugleich bot die Veranstaltung den Rahmen für die Premiere des neuen Films der Standortmarketingkampagne der „Metropole Ruhr – Stadt der Städte.“

Studie: Die Metropole Ruhr kann weltweite Modellregion werden
Den Anstoß zur Diskussion lieferte Prof. Dr. Manfred Fischedick, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, der die Ergebnisse einer aktuellen Studie präsentierte: Danach hat die Metropole Ruhr das Potenzial, eine Vorreiterrolle in der Entwicklung hin zu grünen Industrieregionen zu spielen. Die Studie bescheinigt der Region besondere Vorreiterpotenziale bei den Beschäftigten in der Umweltwirtschaft sowie bei den Grün- und Erholungsflächen. Auch in anderen Teilbereichen könne das Ruhrgebiet zur weltweiten Vorbildregion der ökologischen Transformation werden: etwa bei der Dekarbonisierung der Industrie, bei klimafreundlichen Nutzfahrzeugen oder bei der Renaturierung von Fließgewässern.

Pionierlösungen für die ökologische Transformation im Ruhrgebiet
Dass in der Metropole Ruhr schon heute Pionierlösungen für eine grüne Industrieregion in der Umsetzung sind, machte die folgende Diskussion im Hirschlandsaal des Museums Folkwang deutlich. Vonovia-Vorstand Arnd Fittkauberichtete von der unternehmenseigenen Energiezentrale der Zukunft: einem Modellprojekt in der ehemaligen Krupp-Betriebssiedlung in Bochum-Weitmar, wo der Konzern Technologien für das klimaneutrale Wohnen erprobt. Michael Höllermann, Vorstandsvorsitzender von thyssenkrupp Industrial Solutions, zeigte auf, wie das Unternehmen den Ausbau seiner Klimaschutztechnologien forciert. Unter anderem plant der Anlagenbauer die Serienfertigung industrieller Elektrolyseure zur Herstellung von grünem Wasserstoff und die Erweiterung der Produktionskapazitäten von einem auf fünf Gigawatt jährlich. SUSTAYN-Gründerin Victoria Jagalski, die mit ihrem Essener Team eine App zur nachhaltigen Transformation von Unternehmen durch Mitarbeiterbeteiligung entwickelt hat, schilderte in der Diskussion, welche Dynamik die Start-up-Landschaft des Ruhrgebiets aktuell auszeichnet. Und der Geschäftsführer der E.ON Stiftung Dr. Stephan Muschick stellte klar, dass die Transformation nur gelingen kann, wenn sie sozial nachhaltig umgesetzt wird. Zugleich machte er auf Basis seiner Erfahrungen mit Modellprojekten im Ruhrgebiet deutlich: Die Menschen in der Metropole Ruhr sind bereit, die grundlegende Transformation ihrer Region mitzugestalten.

Die Rückkehr der Seeadler beweist ökologische Fortschritte
Ein Beweis für die bereits eingeleitete Transformation des Ruhrgebiets: Nach über 200 Jahren brüten wieder Seeadler in der Region. Und zwar im Naturschutzgebiet Bislicher Insel im Kreis Wesel. „Dass sich die Region so entwickelt hat, dass ein Seeadler sagt, hier ist ein lebenswerter Raum für mich, ist wirklich was Besonderes“, so die Biologin Dr. Ilka Weidig, die das Naturforum des Regionalverbands Ruhr leitet. „Die Metropole Ruhr ist ein dicht besiedeltes Gebiet, das intensiv genutzt wird mit Industrie. Und der Seeadler ist ein Vogel, der ganz viel Naturnähe und Ruhe sucht.“

Neuer Imagefilm der Metropole Ruhr übersetzt Beweis kreativ
Auf dieser wahren Begebenheit baut der neue Imagefilm der Standortmarketingkampagne „Metropole Ruhr – Stadt der Städte“ des Regionalverbands Ruhr auf, der im Museum Folkwang zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Er erzählt die emotionale Geschichte eines Seeadlers, der aus seiner Heimat vertrieben wird und fortan durch die Welt fliegt auf der Suche nach einem neuen Zuhause und dem perfekten Standort zum Brüten – und diesen nach mehreren Enttäuschungen in der wieder ergrünten, aber nach wie vor industriell geprägten Metropole Ruhr findet. Die „Standortsuche“ des Adlers ist als Metapher für eine Hauptzielgruppe der Kampagne zu verstehen: Denn auch Entscheider*innen der Wirtschaft sind immer auf der Suche nach neuen Orten, die Zukunftsideen, Potenziale und Investitionschancen bieten.

Was den Film neben seinem emotionalen Zugang besonders macht und von anderen Kampagnen im Standortwettbewerb abhebt, ist seine künstlerische Form: die sogenannte „Paint-On-Glass“-Animation. Mehr als drei Monate lang haben die mehrfach preisgekrönte Dubliner Künstlerin Carol Freeman und ihr Team nahezu tausend Bilder mit langsam trocknender Ölfarbe mit der Hand auf Glas gemalt. Jedes Bild wurde mit einer Top-Down-Kamera digitalisiert – um danach die Farbe fast komplett abzuwischen und neu zu malen. So macht jedes neue Bild das vorherige vergänglich. Eine Technik, die sehr gut zum Ruhrgebiet passt, weil sich kaum eine andere Region so häufig gewandelt hat wie die Metropole Ruhr.

Statements der Veranstaltungsgäste

Prof. Dr. Manfred Fischedick, wissenschaftlicher Geschäftsführer Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH:

„Transformationsprozesse sind keine Selbstgänger. Sie erfordern das Zusammenspiel aller Kräfte aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Für die Umsetzung ist entscheidend, dass es gelingt, ein gemeinsames positives Narrativ zu entwickeln, das die Chancen betont und zum aktiven Handeln motiviert. Politik muss die Ziele formulieren und flankierende Rahmenbedingungen vorgeben, Unternehmen müssen den Mut haben, neue Prozesse umzusetzen und neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, wir Menschen müssen bei unseren Konsumentscheidungen auf Nachhaltigkeit achten und entsprechende Angebote seitens der Wirtschaft einfordern.“

Arnd Fittkau, Vorstand Vonovia SE:

„Das Thema klimaneutrales Wohnen ist zu komplex und zu groß für einzelne Akteure. Hier im Ruhrgebiet gibt es viele Akteure. Wir haben mit dem Strukturwandel schon eine sehr tiefgreifende, Jahrzehnte dauernde Transformation hinter uns: Städte, Unternehmen, Wissenschaft, Organisationen und natürlich auch die Menschen der Region haben schon große Herausforderungen gemeinsam angepackt und gelöst. Dabei war es wichtig, dass wir gewachsene, erprobte Netzwerke aufbauen, ausweiten und gleichzeitig eine besondere Offenheit für neue Ideen entwickeln. So können wir auch gemeinsam die kommenden Herausforderungen in Bezug auf klimaneutrales Wohnen meistern.“

Michael Höllermann, Vorstandsvorsitzender thyssenkrupp Industrial Solutions AG:

„Meine Vision ist, dass wir industrielle Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region nicht nur erhalten, sondern die grüne Transformation zum Ausbau unserer Fähigkeiten und Technologien nutzen. Auf Basis der einzigartigen Kombination aus industrieller Erfahrung, wissenschaftlicher Kompetenz und erfolgreicher Veränderungsprozesse können wir die Herausforderungen der Klimaneutralität als Chance begreifen. Hierzu müssen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammenarbeiten, um Industrie und Ökologie in Einklang zu bringen. Wir haben hier im Ruhrgebiet alles, was es braucht: Wir stehen in den Startlöchern, um die Metropole Ruhr zu einer Modellregion für die grüne Transformation zu machen.“

Victoria Jagalski, Gründerin und Geschäftsführerin SUSTAYN GmbH:

„Die Entwicklung ist rasant und das Potential als Start-up in der Metropole Ruhr sehr groß. Auf der einen Seite gibt es eine starke Start-up-Community mit Accelerator-Programmen und Fördermöglichkeiten – sowohl finanzieller als auch inhaltlicher Art. Auf der anderen Seite erleben wir, dass die Unternehmen in der Region sehr aufgeschlossen sind, mit Start-ups zusammenzuarbeiten. Dadurch entstehen gute Synergien.“

Dr. Stephan Muschick, Geschäftsführer E.ON Stiftung gGmbH:

„Dass die Menschen im Ruhrgebiet Veränderung können, haben sie bewiesen. Die Transformation hin zur vollständigen Klimaneutralität ist eine riesige Chance. Aber sie wird uns allen noch einmal sehr viel abverlangen. Wenn wir wollen, dass die Menschen mitmachen, muss es vor allem gerecht zugehen. Überall, aber vor allem im Ruhrgebiet.“

Dr. Frank Dudda, Vorsitzender des Ruhrparlaments und Oberbürgermeister der Stadt Herne

„Die Metropole Ruhr hat das Potenzial, das es braucht, um „grünste Industrieregion der Welt“ zu werden: einen transformationsbereiten industriellen Kern, große Potenziale bei Wasserstofftechnologien, industrienahe B2B-Start-ups, reichlich Grüne Infrastruktur, eine starke Forschungslandschaft, viele Studierende, viel Transformationserfahrung und nicht zuletzt Menschen mit Anpackmentalität. Die Herausforderung ist zwar groß. Aber mindestens ebenso groß sind die Chancen für unsere Region.“

Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des Regionalverbands Ruhr

„Konsequent werden wir all unsere Anstrengungen auf das Ziel, „grünste Industrieregion der Welt“ zu werden, richten. Nur so können wir die vielen Potenziale der Metropole Ruhr optimal nutzen. Und Entscheiderinnen und Entscheider der Wirtschaft suchen genau das: Potenziale, Ideen und Investitionschancen. Dieses große Ziel wird auch das Interesse von jungen Talenten und Fachkräften wecken.“

Folgendes Pressematerial steht zum Download unter

  • Studie des Wuppertal Instituts „Transformation zur ‚grünsten Industrieregion der Welt‘ – aufgezeigt für die Metropole Ruhr“ inklusive Zusammenfassung und Pressegrafik
  • Neuer Imagefilm der Metropole Ruhr
  • Pressebilder zur Veranstaltung (RGB und CMYK)

metropole.ruhr/pressebereich

Online-Redaktion
Team Medien und Internet