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Halden historisch - Wie grüne Halden entstehen

Wohin mit dem „tauben Gestein“ oder den „Bergen“, die neben der eigentlichen Kohle bei der Förderung anfallen? Noch bis in die 50er Jahre hat man den vorgeblichen Abfall einfach aufgeschüttet, und die schwarzen Berge gehörten zum Landschaftsbild des Ruhrgebiets.

Verhaltener Beginn

Mit der „Begrünungsaktion Ruhrkohlenbezirk“ der NRW-Landesregierung wurde 1952 ein erster Schritt unternommen, um die Halden aufzuwerten. Vorrangiges Ziel war es, durch die Begrünung die Luftqualität zu verbessern und Lärm einzudämmen. Ästhetische Gesichtspunkte spielten eine untergeordnete Rolle.

Tafelberge statt Spitzkegelhalden

Der RVR-Vorgänger Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk (SVR) stellte dann 1967 die „Richtlinien für die Entwicklung und Erweiterung von Bergehalden“ auf. Die Richtlinien empfahlen, Abbaumaterial als terrassierte Tafelberge aufzuschütten. Gängige Praxis waren bis dato sogenannte Spitzkegelhalden, die nicht nur schwer zu begrünen, sondern auch anfällig für Selbstentzündung waren.

Naturräume zur Erholung

Die nächste Phase wurde Anfang der 1980er Jahre eingeläutet: Der Verband, der inzwischen Kommunalverband Ruhrgebiet (KVR) hieß, begann, eigene Halden anzukaufen, sie zu begrünen sowie mit Wegen und Bänken auszustatten. Die Bergehalden wurden als Naturräume in die Landschaft integriert und dienten der Bevölkerung fortan als Erholungsräume.

Landschaftsbauwerke – mit Begrünungspflicht

Auch die Richtlinien zur Gestaltung erhielten 1984/85 ein Update, weil der stetige Zuwachs an Industriehalden auf Protest in der Bevölkerung stieß. Fortan sollten Abbauhalden als sogenannte Landschaftsbauwerke angelegt werden, die sich von ihrer Kontur als natürliche Erhebung in die Umgebung einfügen. Begrünung wurde zur Pflicht.

Landmarken – mit Kunst obendrauf

Die Internationale Bauausstellung (IBA) Emscher Park (1989–99) trieb die Entwicklung der Bergehalden noch einmal voran. Unter Federführung des KVR wurde der Emscher Landschaftspark zum herausragenden Projekt der IBA. In Zuge dessen entstanden auf vielen Halden künstlerische Landmarken, die sie bis heute als Teil der Industriekultur in der Metropole Ruhr sichtbar machen.

Heute ist der RVR Eigentümer von 46 ausgebauten Bergehalden. Weitere sollen folgen.

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