Pressemitteilung

„Green Deal mit der Zukunft“ / RVR und Land starten breit angelegten Prozess zum Ausbau grüner Infrastruktur in der Metropole Ruhr

Das Ruhrgebiet ist bereits Modellregion für den Umbau des Kohlereviers in eine grüne Städte-Landschaft. Mit einer neuen Ausrichtung und Entwicklung der Grünen Infrastruktur geht die Metropole Ruhr jetzt die entscheidenden Schritte weiter in eine nachhaltige Zukunft. Die aktuelle Fachtagung ist ein wichtiger Meilenstein in diesem regionalen Prozess. Globale Herausforderungen wie Klimawandel und Artensterben treffen insbesondere auch die Metropole Ruhr als dicht besiedelten Ballungsraum.

Dazu Ursula Heinen-Esser, Ministerin für Umwelt- Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen: „Vor dem Hintergrund hoher Versiegelungsgrade und der Zerschneidung unserer Landschaft, des dramatischen Rückgangs der Artenvielfalt, des Klimawandels und dem Anspruch an eine hohe Lebensqualität sind die Leistungen der grünen Infrastruktur für Nordrhein-Westfalen und für die Metropole Ruhr von hoher Bedeutung. Gerade jetzt zu Corona-Zeiten stellen wir doch umso mehr fest, dass Grünzüge, Parks und der Aufenthalt im Freien kein purer Luxus sind, sondern lebensnotwenig.“

Mit dem Leitprojekt „Offensive Grüne Infrastruktur 2030“ aus der Ruhr-Konferenz NRW will der Regionalverband Ruhr (RVR) gemeinsam mit dem Land NRW und zahlreichen regionalen Partnern ein durchgängiges Netz aus Grün- und Freiräumen in der Metropole Ruhr schaffen und das Ruhrgebiet zu einer Modellregion entwickeln. „Ich freue mich, dass der Regionalverband Ruhr unseren Impuls aus der Ruhr-Konferenz aufgenommen hat, um einen strategischen Prozess in der Region einzuleiten“, so die Umweltministerin.

RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel bekräftigt in ihrem Grußwort: „Die grüne Transformation des Ruhrgebiets kann nur mit dem Land, den Städten und Kreisen, der Wirtschaft und Wissenschaft sowie den Bürgerinnen und Bürgern gelingen. Als Netzwerker und Projektentwickler bringt der RVR die relevanten Akteure und Ideen zusammen. Die Metropole Ruhr formt sich schon jetzt zu einem führenden Standort der Umweltwirtschaft. Mit unserer Offensive wollen wir auch diese Entwicklung weiter stärken.“

Die Online-Fachtagung „Die Zukunft der Grünen Infrastruktur“ am 26. und 27. November ist ein erster wichtiger Baustein, um den breit angelegten Abstimmungsprozess zu starten, der sämtliche Bereiche der grünen Infrastruktur nachhaltig strategisch verankern soll.

Mit neuen Strategien zur Grünen Infrastruktur, zur Biodiversität und zur Klimaanpassung werden wir zur grünsten Industrieregion in Europa,“ erläutert Nina Frense, RVR-Beigeordnete Umwelt und Grüne Infrastruktur. „Der Regionalverband Ruhr setzt dabei nicht nur auf regionale Großprojekte wie eine grüne Haldenlandschaft oder die Revierparks, sondern bietet mit der Offensive Grüne Infrastruktur 2030 eine Plattform für einen offenen, gemeinsamen Entwicklungsprozess. Dazu gehören Artenvielfalt und klimafreundliche Mobilität genauso wie Umweltgerechtigkeit und grüne Stadtentwicklung, bei der alle mitmachen können – mit Balkonblumen, grünen Vorgärten, einem entsiegelten Firmengelände, grünen Dächern auf Bürogebäuden oder Baumpatenschaften und grünen Klassenzimmern. Mit unserem ersten, über zwei Millionen großen Aktionsprogramm Grüne Lückenschlüsse konnten wir schon einige dieser Projekte realisieren.“

Die Metropole Ruhr hat im Rahmen ihres Strukturwandels bereits viel erreicht. Regionale Grünzüge, Großparks und die Haldenlandschaft auf ehemaligen Bergbauflächen sowie das Netzwerk der Grün- und Freiräume der Kommunen bilden sehr gute Voraussetzungen für eine nachhaltige Zukunft von Mensch und Natur. Neue Herausforderungen wie Klimawandel und Artensterben fordern jedoch zwingend die Weiterentwicklung der Grünen Infrastruktur, um die Städte-Landschaft widerstandsfähiger zu machen.

400 Fachleute haben deshalb bei der Fachtagung darüber diskutiert, wie die grüne Infrastruktur entwickelt werden soll, um die Lebensqualität in der Metropole Ruhr weiter zu verbessern und welche ökologischen, ökonomischen und sozialen Zukunftsperspektiven sich daraus ergeben. Teilgenommen haben Fachleute und Interessierte aus den Bereichen Regionalentwicklung, Stadtplanung, Klimaschutz/-anpassung, Landschaftsarchitektur, Naturschutz und Quartiersentwicklung.

Internationale Perspektiven brachten Vorträge und Keynotes ein z.B. zum Greenest City Plan Vancouver und von Stefan Leiner, Referatsleiter Biodiversität der Generaldirektion Umwelt in der EU-Kommission. Holger Robrecht vom globalen Städte-Netzwerk ICLEI verdeutlichte mit plakativen Beispielen die überlebenswichtige Tragweite, Städte und Regionen jetzt auf Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit auszurichten und hob die entscheidende Rolle der Kommunen und Kreise für Teilhabe und Umsetzung hervor.

Hubert Kaiser, Abteilungsleiter für Forsten und Naturschutz im NRW-Umweltministerium, nahm an der abschließenden Diskussion teil und fasste zusammen: „Es ist jetzt der richtige Zeitpunkt das Thema „Grüne Infrastruktur“ weiterzudenken. Es wird immer wichtiger. Wir müssen wissen, wie wir uns heute für die Zukunft strategisch aufstellen wollen und die Ergebnisse der beiden Tage werden der Metropole Ruhr sicher dabei helfen. Wir unterstützen den Weg, auf den sich das Ruhrgebiet gemeinsam aufgemacht hat.“

Hintergrund:

Grüne Infrastruktur ist ein multifunktionales Netz aus Parks, Wäldern und Landwirtschaftsflächen, Gewässern, Straßenbäumen, aber auch Dach- und Fassadenbegrünungen oder insektenfreundlichen Vorgärten. Sie schafft Lebensräume für Pflanzen und Tiere als Beitrag zur Artenvielfalt, Kühleffekte und Wasserspeicherung als Anpassung an den Klimawandel sowie soziale Effekte, die Parks und Landschaften für Erholung, Gesundheit und als Begegnungsräume. Grüne Infrastruktur entfaltet auch ökonomische Wirkungen als wichtiger Standortfaktor, indem sie beispielsweise Wohn- und Arbeitsstandorte insbesondere in Leitmärkten wie z.B. Gesundheit, Dienstleistung, Wissenschaft und Digitalwirtschaft aufwertet und die Lebensqualität einer Region erhöht.

Die Online-Fachtagung ist Teil des Leitprojektes „Offensive Grüne Infrastruktur 2030“ aus der Ruhr-Konferenz NRW. Hauptverantwortlicher Projektträger ist der Regionalverband Ruhr. Die Veranstaltung wird von der Bezirksregierung Münster mit Mitteln des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW gefördert.

Die Ruhr-Konferenz ist eine umfassende Initiative der Landesregierung, um das Ruhrgebiet als wirtschaftlich starke und lebenswerte Zukunftsregion für alle Menschen zu gestalten. Der Prozess zur Entwicklung der Chancenregion Ruhr ist von Beginn an auf breite Beteiligung und das Engagement von Menschen und Partnern aus allen gesellschaftlichen Bereichen angelegt. Auf fünf zentralen Handlungsfeldern sollen dabei wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Ruhrgebiets gesetzt werden: „Vernetzte Mobilität – kurze Wege“; „Erfolgreiche Wirtschaft – gute Arbeit“; „Gelebte Vielfalt – starker Zusammenhalt“; „Sichere Energie – gesunde Umwelt“ sowie „Beste Bildung – exzellente Forschung“.

Die Umsetzung der 74 erarbeiteten und ausgewählten Projekte hat Anfang 2020 begonnen. In den kommenden Jahren werden weitere Vorhaben und Ideen von Partnern wie Kommunen, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern oder Unternehmen unter dem Dach der Ruhr-Konferenz diese Impulse verstärken und die Entwicklung der Chancenregion Ruhr unterstützen. 

Weitere Informationen unter www.grueneinfrastruktur.rvr.ruhr und www.ruhr-konferenz.nrw

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