Pressemitteilung

Ruhrparlament stellt Weichen für neuen Regionalplan Ruhr / Erarbeitungsbeschluss einstimmig gefasst

Die Verbandsversammlung im Regionalverband Ruhr (RVR) hat heute den Weg frei gemacht, das Verfahren zur Erarbeitung des ersten gemeinsamen Regionalplans für die Metropole Ruhr zu starten. Einstimmig hat das Ruhrparlament dem Erarbeitungsbeschluss zugestimmt. Der letzte einheitliche Regionalplan für das Ruhrgebiet stammt aus dem Jahr 1966. Das öffentliche Beteiligungsverfahren beginnt im August.

Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel: „Die Region hat sich in einer gemeinsamen Anstrengung auf den Weg gemacht, nach 50 Jahren wieder einen einheitlichen Regionalplan zu bekommen. Mit der nun folgenden Erarbeitung und öffentlichen Beteiligung schlagen wir in der Planungsgeschichte der Region und des Verbandes ein neues Kapitel auf.“

Martin Tönnes, RVR-Beigeordneter für Planung, ergänzt: „Die Metropole Ruhr wird auf Grundlage des einheitlichen Regionalplans ihre räumliche Zukunftsgestaltung gemeinsam und selbstbestimmt in die Hand nehmen. Der jetzt vorliegende Regionalplan Ruhr ist das gemeinsame Werk von der Region für die Region."

Der Plan ist in einem intensiven Dialog mit den 53 Kommunen und vier Kreisen der Metropole Ruhr, den Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern, der Landwirtschaftskammer sowie den regionalen und kommunalen Wirtschaftsförderungen entstanden. Mit dem auf Transparenz und Kommunikation angelegten Prozess, dem Regionalen Diskurs, hat der RVR einen für ganz NRW beispielhaften Weg eingeschlagen.

Der Regionalplan Ruhr ist auch die planerische Grundlage für die kommunalen Flächennutzungspläne. Er gibt die Entwicklungslinien für die kommenden 20 Jahre in den Themenfeldern Siedlungs- und Freiraumentwicklung vor, sowie für Klimaschutz- und Klimaanpassung. Er berücksichtigt auch die Verkehrs- sowie Ver- und Entsorgungsinfrastruktur für die gesamte Region. Erstmals in NRW werden regional bedeutsame Gewerbe- und Industrieflächen für neue Unternehmen und Arbeitsplätze ausgewiesen. Diese regionalen Kooperationsstandorte sollen in interkommunaler Zusammenarbeit entwickelt werden und dabei optimale Standortbedingungen für große Betriebsansiedlungen bieten.

Neu bei der Aufstellung des Regionalplans ist die enge Verzahnung von formaler und informeller Planung. Mit dem "Handlungsprogramm Zukunft Metropole Ruhr" wird dem Regionalplan eine strategische Perspektive für die Entwicklung der Metropole Ruhr an die Seite gestellt.

Infos: www.regionalplanung.rvr.ruhr

 

Der Regionalplan Ruhr in Zahlen

Wohnen, Arbeiten und Leben: Der Regionalplan Ruhr weist 3.500 Hektar neue Wohnbauflächen für rund 115.000 neue Wohnungen aus. Für wohnverträgliches Gewerbe sichert er Standorte in einer Größenordnung von 100.000 Hektar. 1.100 Hektar Bauflächen stehen für Freizeit und freizeitorientierte Erholung zur Verfügung. Die Metropole Ruhr stellt sich als Region der kurzen Wege mit guter Erreichbarkeit von Kitas, Schulen, Ärzten, Supermärkten und Discountern sowie Haltepunkten des ÖPNV dar.

Wirtschaft: Für Gewerbe und Industrie stehen insgesamt 26.600 Hektar Fläche zur Verfügung. Darüber hinaus weist der Regionalplan Ruhr ein Flächenpotenzial für rund 195.000 neue Arbeitsplätze aus. Von den insgesamt 5.400 Hektar neuen Gewerbe- und Industrieflächen sind rund 1.300 Hektar optimal für Betriebe mit hohem Flächenbedarf (regionale Kooperationsstandorte). Diese 23 regional bedeutsamen Kooperationsstandorte im Regionalplan Ruhr sollen in interkommunaler Zusammenarbeit entwickelt werden.

Mobilität: Mit 616 Kilometer Bundesautobahnen, 558 Kilometer Bundes-, 2.154 Kilometer Landes- und regional bedeutsamen Straßen verfügt die Metropole Ruhr über ein dichtes Straßenverkehrsnetz. Im bundesweiten Vergleich hat das Ruhrgebiet eines der dichtesten Netze für den Schienenverkehr und für Busse und Bahnen.

Für mehr Mobilität im Ruhrgebiet sollen demnächst Radschnellwege und der Ausbau des regionalen Radwegenetzes im Freizeit- und Alltagsradverkehr sorgen. Hierzu hat der RVR einen Bedarfsplan erarbeitet, der für das regionale Radwegenetz eine Gesamtlänge von 1.808 Kilometern vorsieht. Davon sind für Radschnellwege 337 Kilometer, für Regionale Radhauptverbindungen 692 Kilometer und für Regionale Radverbindungen 779 Kilometer geplant.

Grüne Infrastruktur: Der Regionalplan Ruhr sieht 90.000 Hektar Wald- sowie 215.000 Hektar Frei- und Landwirtschaftsflächen im Ruhrgebiet vor. Für Tiere und Pflanzen sind etwa 84.000 Hektar als Naturschutzbereiche ganz besonders geschützt. Rund 108.000 Hektar Regionale Grünzüge bieten attraktive Räume für Freizeit und Erholung. Gleichzeitig sind sie wichtiger Baustein des regionalen Klimasystems. Als Kaltluftleitbahnen sorgen sie dafür, dass sich die Innenstädte im Sommer nicht so aufheizen.

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