Pressemitteilung

RVR-Symposium Grüne Infrastruktur

Solarenergie ist tragende Säule der Energiewende im Ruhrgebiet / Solarpark Fröndenberg Projekt des Jahres

Essen/Ruhrgebiet.2023 und 2024 waren für das Ruhrgebiet Rekordjahre beim Ausbau der Photovoltaik. Das belegen Auswertungen des Regionalverbandes Ruhr (RVR). Mit rund 400 Megawatt neu installierter Leistung bleibt der Ausbau der Solarenergie auch in 2025 auf hohem Niveau, verliert jedoch leicht an Dynamik. Gleichzeitig ging der Gesamtzubau im Vergleich zum Rekordjahr 2024 um rund 12 Prozent zurück. Die neuesten Zahlen stellte der RVR beim Symposium „Grüne Infrastruktur“ am 28. April vor. 

„Damit wird deutlich: Der Ausbau bleibt stark, benötigt aber neue Impulse, um die Dynamik der vergangenen Jahre zu halten. Denn unser Ziel bleibt unverändert: Wir wollen grünste Industrieregion der Welt werden“ so Dr. Frank Dudda, Vorsitzender der RVR-Verbandsversammlung und Oberbürgermeister der Stadt Herne.

Dach-PV bleibt tragende Säule

Insgesamt sind im Ruhrgebiet inzwischen rund 200.000 Solaranlagen mit einer Leistung von über zwei Gigawatt installiert. Photovoltaik auf Dächern bleibt mit Abstand der wichtigste Pfeiler des Ausbaus und macht weiterhin den Großteil der installierten Leistung aus.

Gleichzeitig hat sich das Wachstum in diesem Segment verlangsamt: Der Zubau von Dachanlagen ging 2025 um rund 20 Prozent zurück. Das Potenzial ist aber weiterhin enorm: Erst rund elf Prozent der geeigneten Dachflächen im Ruhrgebiet werden derzeit für Solarenergie genutzt.

„Um den eingeschlagenen Weg erfolgreich fortsetzen zu können, brauchen wir Kontinuität. Massive Einschnitte bei der Förderung des privaten Solarausbaus und damit fehlende Anreize gefährden das große Engagement der Menschen vor Ort, das für die Erreichung der Klimaziele in unserer Region unverzichtbar ist“, unterstreicht RVR-Regionaldirektor Garrelt Duin.

Freiflächenanlagen gewinnen deutlich an Dynamik

Deutlich stärker wächst aktuell der Ausbau von Freiflächenanlagen. Die installierte Leistung in diesem Bereich hat sich innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt. Allein 2025 wurden rund 40 Megawatt neu installiert – ein Zuwachs von über 170 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Vier der fünf größten Freiflächenanlagen der Region wurden im Jahr 2025 errichtet, darunter auch der Solarpark in Fröndenberg.

„Für den weiteren Ausbau der Solarenergie ist entscheidend, dass wir Flächen effizient und verantwortungsvoll nutzen“, so NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen. „Photovoltaik-Anlagen auf geeigneten Flächen zeigen, wie sich Energieerzeugung, Flächeneffizienz und Klimaschutz sinnvoll miteinander verbinden lassen.“

Aus Sicht von Nina Frense, RVR-Beigeordnete Umwelt und Grüne Infrastruktur, braucht es dafür auch eine große Geschlossenheit in der Region. „Ein Solarpakt Ruhr wäre jetzt genau das Richtige“. 

Teilhabe wird zum wichtigen Faktor der Energiewende

Auch kleinere Anlagen tragen zunehmend zum Ausbau bei. Die Leistung von Balkon-Photovoltaik ist 2025 erneut deutlich gestiegen und zeigt, dass die Energiewende zunehmend im Alltag der Menschen ankommt.

„Die Energiewende gelingt nur, wenn möglichst viele Menschen daran teilhaben können“, betont Nina Frense. „Bürgerenergie, Mieterstrom und kleine PV-Anlagen leisten dazu einen wichtigen Beitrag und stärken die Akzeptanz für den weiteren Ausbau.“

Solarpark in Fröndenberg ist Projekt des Jahres

Im Rahmen des RVR-Symposiums wurde erstmals die Auszeichnung „Grüne Infrastruktur – Projekt des Jahres“ verliehen. Ausgezeichnet wurde der Solarpark auf einer ehemaligen Deponie in Fröndenberg. Auf rund 15 Hektar erzeugt die Anlage mit 15 Megawatt Leistung klimafreundlichen Strom für etwa 6.000 Haushalte.

„Das Projekt steht beispielhaft für die Verbindung von Energiewende, Flächeneffizienz und regionaler Wertschöpfung“, sind sich Ministerin Silke Gorißen und Dr. Frank Dudda bei der Verleihung einig.

Christian Mildenberger, Geschäftsführer der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate, die gemeinsam mit dem RVR das Symposium ausrichtete: „Das Land Nordrhein-Westfalen hat mit der Überarbeitung des Landesentwicklungsplans die Voraussetzung dafür geschaffen, dass solche Projekte als besonders geeignete Standorte für große, raumbedeutsame Freiflächen-Solaranlagen gelten. Wir unterstützen diese Projekte mit Initialberatungen und Informationsangeboten.“

Symposium setzt Impulse

Die aktuellen Entwicklungen standen auch im Mittelpunkt des Symposiums Grüne Infrastruktur des Regionalverbands Ruhr (RVR). Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung diskutierten über den weiteren Ausbau der Solarenergie.

Die Keynote für die Veranstaltung unter dem Motto „Solarenergie im Fokus" hält Transformationsforscherin Jule Bosch. 

Grüne Infrastruktur im Ruhrgebiet

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