Pressemitteilung

Vom Luftbild zum digitalen Zwilling: RVR dokumentiert seit einem Jahrhundert die Entwicklung des Ruhrgebiets

Ruhrgebiet. Seit 100 Jahren dokumentiert der Regionalverband Ruhr (RVR) gemeinsam mit den Städten und Kreisen des Ruhrgebiets die Region aus der Luft. Was 1925 mit analogen Schwarz-Weiß-Aufnahmen begann, hat sich zu einem hochmodernen Geodaten- und 3D-Modellierungsprojekt entwickelt. Heute stehen Bürgerinnen und Bürgern, Verwaltungen und Fachplanern umfangreiche Luftbildarchive und dreidimensionale Darstellungen der gesamten Region frei zur Verfügung.

Bereits der damalige Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk erkannte den Wert der Luftbildfotografie für die Entwicklung des Ruhrgebiets. In einer Veröffentlichung aus dem Jahr 1925 wurden Luftbilder als „wichtige Gemeinschaftsarbeit“ und „unentbehrliches Hilfsmittel für die Siedlungs-, Städtebau- und Verkehrsplanung“ bezeichnet. An dieser Bedeutung hat sich bis heute nichts geändert.

„Mit der 100jährigen Luftbildgeschichte und ihre Weiterentwicklung zum Digitalen Zwilling schafft der RVR hochmoderne Grundlagen für die Planung und Entwicklung des Ruhrgebiets von morgen“, so Uwe Waßmann, Vorsitzender des RVR-Ausschusses Planung und Mobilität.

„Dass die Menschen im Ruhrgebiet öffentlich und frei zugänglich auf einen so großen Schatz von hochwertigen und detaillierten Luftbildern zugreifen können, ist bundesweit einmalig“, betont Stefan Kuczera, Beigeordneter Planung beim RVR. „Möglich macht dies die intensive Zusammenarbeit der Städte und Kreise im Ruhrgebiet. Davon profitieren die Fachleute in den Verwaltungen. Und Bürgerinnen und Bürger können ihre Heimat aus der Luft am PC erkunden.“

Gemeinsame Befliegung für eine ganze Region

Grundlage für die kontinuierliche Luftbilddokumentation ist die enge Kooperation der Kommunen und Kreise im Geonetzwerk.RUHR. Dank einer gemeinsamen Vereinbarung zwischen dem RVR sowie den Vermessungs- und Katasterämtern beziehungsweise Ämtern für Geoinformation wird das gesamte Ruhrgebiet regelmäßig nach einheitlichen Standards beflogen.

Dabei entstehen hochauflösende Luftbilder. Für 2026 sind rund 45.500 Senkrechtbilder und 182.000 Schrägluftbilder mit einem Datenvolumen von etwa 200 Terabyte geplant. Die Aufnahmen werden sowohl für klassische Luftbildkarten als auch für moderne dreidimensionale Anwendungen genutzt.

Vom Luftbild zum digitalen Zwilling

Die technologische Entwicklung hat die Luftbildauswertung grundlegend verändert. Während die Aufnahmen zunächst analog archiviert wurden, stehen sie seit den 1990er Jahren digital zur Verfügung. Heute werden aus hochauflösenden Senkrecht- und Schrägluftbildern realitätsnahe 3D-Modelle der gesamten Region erzeugt.

Das Ergebnis ist ein digitaler Zwilling des Ruhrgebiets: eine detailreiche, frei zugängliche 360-Grad-Darstellung, in der Halden, Wohnquartiere, Gewerbegebiete, Grünflächen und Sehenswürdigkeiten sichtbar werden. Stadtplanerinnen und Stadtplaner können Neubauvorhaben virtuell in bestehende Strukturen einfügen und Auswirkungen auf Flächenverbrauch oder Verkehrsströme simulieren. Auch Feuerwehr, Polizei und Katastrophenschutz nutzen die dreidimensionalen Daten zur Einsatzvorbereitung.

Wie wertvoll diese Informationen sein können, zeigte sich unter anderem während der Hochwasserkatastrophe 2021 in Hagen. Die Luftbilder unterstützten Einsatzkräfte bei der Lagebeurteilung und dienten später als Grundlage für Schadensanalysen.

Dokumentation des Wandels

Die aktuellen Luftbilder und 3D-Ansichten werden über die Plattform 3d.ruhr öffentlich bereitgestellt. Mithilfe einer Adresssuche können Nutzerinnen und Nutzer Orte, Straßen, Quartiere und Sehenswürdigkeiten in der gesamten Region erkunden.

Die hohe Nachfrage zeigt den Nutzen der Daten: Die täglichen Zugriffszahlen auf Luftbilder, Karten und 3D-Visualisierungen erreichen regelmäßig sechsstellige Werte. Damit sind die Luftbilddaten des RVR längst zu einem unverzichtbaren Werkzeug für Verwaltung, Planung, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit geworden.

Luftbilder

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Jens Hapke

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Pressesprecher

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Barbara Klask

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Pressesprecherin

klask[at]rvr.ruhr
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