Literaturpreis Ruhr
Preisverleihung 2026
Hauptpreis Für Sarah Jäger
Sarah Jäger erzählt in „Das Feuer vergessen wir nicht“ in ebenso poetischer wie glaubwürdiger Sprache von der 17-jährigen Ari, ihren engsten Freunden Mirjam und Milan und ihrer ersten Liebe. Beim Vorlesen in einem Altenheim begegnet Ari Flint, der dort Sozialstunden ableistet. Als eine Bewohnerin vom Streik der Londoner Streichholzarbeiterinnen im Jahr 1888 erzählt, beginnt Ari, neu über ihr eigenes Leben nachzudenken. Laudator Jürgen Brôcan würdigt besonders die einfühlsame und sinnliche Wahrnehmung der jungen Figuren. Jägers Roman stelle Fragen, ohne vorschnell zu urteilen, und bewahre trotz aller Konflikte ein utopisches Moment. Ihre Bücher seien „große Literatur, stilistisch elegant und stets originell konstruiert“ – und ließen die Grenze zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur durchlässig werden.
Sarah Jäger lebt und arbeitet im Ruhrgebiet, zuerst als Call-Center-Agentin, später als freiberufliche Theaterpädagogin. Seit 2016 ist sie Buchhändlerin. Für ihren Roman „Nach vorn, nach Süden“ erhielt sie unter anderem den „Luchs des Monats“ der ZEIT sowie das Kranichsteiner Jugendliteraturstipendium und stand auf der Shortlist des Literaturpreis Ruhr. Ihr zweiter Roman „Die Nacht so groß wie wir“ war für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2022 nominiert und wurde an mehreren Theatern aufgeführt. Mit ihrem vierten Roman „Und die Welt, sie fliegt hoch“ erhielt Sarah Jäger den Deutschen Jugendliteraturpreis 2025.
Weitere Preise
Förderpreis für Ajda Coşar
„Nimmersatt“ ist ein mehrsprachiges Prosagedicht und poetisches Programm zugleich: Das lyrische Ich hungert nach Worten und verschlingt Sprachen, Gesprächsfetzen, Alliterationen und Sprachnachrichten. Deutsch verbindet sich unter anderem mit Türkisch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. So entsteht eine selbstbewusste, vielstimmige Literatur, die Raum beansprucht und gehört werden will. Die Förderpreisjury überzeugten die Vielsprachigkeit und die große Energie des Textes. Coşars Lyrik greife Erfahrungen einer vielsprachigen Einwanderungsgesellschaft auf und frage zugleich danach, welche Sprachen als literarisch wertvoll wahrgenommen werden. Laudatorin Karin Yeşilada würdigt die „furchtlose Haltung“, die „Klarheit und Tiefe“ sowie die zugleich „rotzig-frische, nachdenklich-zarte“ Sprache der Autorin.
Ajda Coşar ist Psychologin und freie Autorin. Ihr Schreiben bewegt sich zwischen Prosa und Lyrik - ist laut, formspielend, verstehend und suchend zugleich. Mehrsprachigkeit spielt sowohl in ihrem Alltag als auch in ihrer literarischen Arbeit eine zentrale Rolle. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit leitet sie Workshops zu Mehrsprachigkeit und kultureller Praxis und veröffentlicht regelmäßig in Literaturzeitschriften und Anthologien.
Ehrenpreis für Till Beckmann
Till Beckmann erhält den Ehrenpreis des Literaturpreis Ruhr 2026 für seine besonderen Verdienste um die Literatur im Ruhrgebiet. Der 1985 in Recklinghausen geborene Schauspieler, Autor, Regisseur, Moderator und Veranstalter initiierte Wettbewerbe für junge Ruhrgebietsliteratur, gab Anthologien heraus und schuf mit den Ruhrpoeten eine Plattform für neue Stimmen. Er bringt Literatur als Bühnenprogramm, Film, Hörspiel, Performance oder Audiotour an ungewöhnliche Orte. Gemeinsam mit Nils Beckmann und Adolf Winkelmann schrieb er das Drehbuch zum Spielfilm „Junges Licht“ nach Ralf Rothmann, mit Jennifer Ewert entwickelte er die Audiotour „Overhausen – Ralf-Rothmann-Wege“. Bruder Nils Beckmann hebt in seiner Laudatio hervor, Till verstehe Literatur nicht als Bühne für sich selbst, sondern als Raum für alle, die mitmachen wollen. Neugier, Hingabe und die Förderung neuer Anfänge zeichneten seine Arbeit aus. Lina Beckmann und Charly Hübner gratulieren in einer Videobotschaft.
Der Ehrenpreis besteht aus einer Skulptur des Künstlers Peter Schloss.
Zum Literaturpreis Ruhr 2026
Der Literaturpreis Ruhr ist die wichtigste ideelle wie materielle Auszeichnung für Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die im Ruhrgebiet leben, sowie für Autorinnen und Autoren von außerhalb, die über die Region schreiben. Er wird seit 1986 jährlich vom Regionalverband Ruhr vergeben und vom Literaturbüro Ruhr organisatorisch und konzeptionell betreut.
Fünf Bücher standen auf der Shortlist für den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis des Literaturpreis Ruhr 2026. Nominiert waren (in alphabetischer Reihenfolge): Uwe Carow mit "Im Dunkeln zu Hause", Sarah Jäger mit "Das Feuer vergessen wir nicht", Denis Pfabe mit "Die Möglichkeit einer Ordnung", Patrik Peyn mit "die leere in der orangerie" sowie Vera Zischke mit "Pina fällt aus".
Für den Hauptpreis kamen herausragende Titel aus dem Ruhrgebiet und über das Ruhrgebiet hinaus infrage, die im Zeitraum vom 1. Mai 2025 bis 30. April 2026 erschienen sind. 39 literarische Werke aus unterschiedlichen Genres standen insgesamt auf der Leseliste der Jury.
Der Literaturpreis Ruhr feierte in diesem Jahr zudem sein 40-jähriges Bestehen. Die diesjährigen Preisträger wurden bei der Jubiläums-Verleihungsgala am 15. September in der Mathias-Jakobs-Stadthalle Gladbeck bekannt gegeben.
Die Shortlist für den Hauptpreis des Literaturpreises Ruhr 2026 im Überblick
25-50-25 weiß
25-50-25 weiß
25-50-25 weiß - Bekanntgabe weitere Preise
Literaturpreis Ruhr 2025
Literaturpreis Ruhr 2025
Preisverleihung 2025:
And the winner is: Çiğdem Akyol
Hauptpreis: "Geliebte Mutter – Canım Annem" von Çiğdem Akyol
Den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis des Literaturpreises Ruhr gewinnt Çiğdem Akyol für "Geliebte Mutter – Canım Annem". Der Roman habe „einen enormen emotionalen Glutkern“, lobte die Jury: „Ein herausragendes Debüt, stilistisch überzeugend und gesellschaftlich relevant.“
Die Juryentscheidung
Die weiteren Preise
Förderpreis
Der mit 5.000 Euro dotierte Förderpreis geht Julia Regnath für ihre Kurzgeschichte „Erosion“. Der Text mache es den Leser*innen nicht leicht, weil er viele Formen mischt: "Aber aus dieser Formenvielfalt gießt die Erzählung ein schlüssiges Ganzes, ohne auch nur einen einzigen langweiligen Satz."
Ehrenpreis
Artur Nickel erhält den Ehrenpreis für seine besonderen Verdienste um die Literatur im Ruhrgebiet. Bereits 2000 hat er die “Essener Autor:innenschule” gegründet, in der Jugendliche mit Autorinnen und Autoren Texte produzierten und bis zum Buchdruck begleiteten.
Literaturpreis Ruhr 2024
Literaturpreis Ruhr 2024
Literaturpreis Ruhr für Necat Öziri - Auszeichnungen auch für Miedya Mahmod und Jörg Hilbert
Necat Öziri ist Träger des mit 15.000 Euro dotierten Literaturpreises Ruhr. Der gebürtige Dattelner erhielt den Hauptpreis des diesjährigen Wettbewerbs für sein Romandebüt "Vatermal". Theaterautor Öziri setzte sich damit gegen die drei Mitnominierten Dietlind Falk (No Regrets), Sarah Jäger (Und die Welt, sie fliegt hoch) und Sina Scherzant (Am Tag des Weltuntergangs verschlang der Wolf die Sonne) durch. Der Regionalverband Ruhr (RVR) und das Literaturbüro Ruhr verliehen die Auszeichnung am 11. September auf Schloss Horst in Gelsenkirchen.
Den mit 5.000 Euro dotierten Förderpreis nahm Miedya Mahmod für ihr Langgedicht "Hinter vorgehaltener Zunge schweigen wir oder Die Destinationale" entgegen. Mahmod ist in der Poetry-Slam-Szene im literaturgebiet.ruhr bestens bekannt. Einer größeren Öffentlichkeit ist sie seit dem Bachmannwettbewerb in Klagenfurt ein Begriff. Den undotierten Ehrenpreis des Literaturpreis Ruhr erhielt Autor und Illustrator Jörg Hilbert, Vater der seit 30 Jahren erfolgreichen Kinderbuch-Figur Ritter Rost.
In "Vatermal" schreibt der junge, todkranke Arda einen Brief an seinen Vater, den er nie kennengelernt hat. Hochliterarisch, aber gleichzeitig auch im Sound der Straße geschrieben, biete das Werk ein intensives Leseerlebnis, urteilte die Jury. Necati Öziri, geboren 1988 in Datteln, hat Philosophie, Germanistik und Neue Deutsche Literatur in Bochum, Istanbul und Berlin studiert. Er lebt in Berlin, schreibt und macht Theater.
Garrelt Duin, Regionaldirektor des RVR, zur Auszeichnung 2024: "Der Literaturpreis Ruhr ist Schaubild der erstklassigen und vielfältigen Literatur im und über das Ruhrgebiet. Die diesjährige Bestenliste ist auffallend jung. Die Autorinnen und Autoren sind alle noch nicht lange im Geschäft und ziehen schon jetzt jeden Lesenden mit ihren Texten in ihren Bann."
Literaturpreis Ruhr 2023
Literaturpreis Ruhr 2023
"Grabtuch aus Schmetterlingen" von Lina Atfah mit Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet
Für den zweisprachigen Lyrikband "Grabtuch aus Schmetterlingen" erhielten Lina Atfah und ihr Übersetzungsteam Brigitte Oleschinski und Osman Yousufi den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis.
Den Förderpreis erhielt Julienne De Muirier aus Dortmund für den Text "Nachtfahrt". Der Förderpreis ist mit 5.000 Euro dotiert.
Auch ein undotierter Ehrenpreis wurde vergeben. Die Auszeichnung ging an das Festival Literaturdistrikt in Essen und wurde von den Gründerinnen und Macherinnen Fatma Uzun und Semra Uzun-Önder entgegengenommen.
Die Preisverleihung fand am 14. September 2023 in der Essener Kreuzeskirche statt.
Literaturpreis Ruhr 2022
Literaturpreis Ruhr 2022
"Nordstadt" von Annika Büsing mit Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet
Mit dem Hauptpreis des Literaturpreises Ruhr 2022 wurde der Roman "Nordstadt" von Annika Büsing ausgezeichnet. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.
Den Förderpreis erhielt Murat Kayi aus Dortmund für den Text "Walfred Zobel". Der Förderpreis ist mit 5.000 Euro dotiert.
Auch ein undotierter Ehrenpreis wurde vergeben. Die Auszeichnung ging an die Bibliothekarin Ursula Friebel von der städtischen Bibliothek Moers, für ihr herausragendes Engagement für die Literatur in Moers, u. a. beim Krimifestival Moers.
Die Preisverleihung fand am 15. September 2022 im Kulturzentrum Werk.Stadt in Witten statt.
Netzwerk literaturgebiet.ruhr
Netzwerk literaturgebiet.ruhr
Die Literaturszene an der Ruhr hat sich zusammengeschlossen und präsentiert sich seit April 2019 unter einer gemeinsamen Dachmarke. Das Netzwerk besteht aus einem wachsenden Kreis von Stadtbibliotheken, Literaturvereinen und -häusern, Verlagen, Buchhandlungen, freien Lesebühnen und anderen engagierten Akteuren aus verschiedensten Städten.
Das Netzwerk möchte die vorhandene Qualität und Vielfalt der Literaturszene Ruhr herausstellen, die literarischen Aktivitäten der Region sichtbar machen sowie städteübergreifende Zusammenarbeit fördern. Träger des Netzwerks ist seit September 2018 das Literaturbüro Ruhr e.V. Das Netzwerk macht nicht nur Marketing für die Literatur vor Ort, sondern wird auch ein inhaltlich und konzeptionell agierendes Netzwerk sein.
Förderer
Unterstützung für die Netzwerkarbeit gibt es vom Regionalverband Ruhr (RVR) und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.
Die Homepage des Netzwerks findet sich unter der gleichlautenden Adresse
Literaturbüro Ruhr e.V.
Literaturbüro Ruhr e.V.
Seit 1986 beschäftigt sich das Literaturbüro Ruhr mit der Autoren-, Lese- und Literaturförderung schwerpunktmäßig im Ruhrgebiet, sowie darüber hinaus in Nordrhein-Westfalen. Es wurde als drittes der fünf Literaturbüros in NRW gegründet.
Im Jahr 2019 hat das Literaturbüro Ruhr die Trägerschaft für das Netzwerk literaturgebiet.ruhr übernommen und fungiert damit als Anlaufstelle für die Literatur in der Metropole Ruhr. Im Auftrag der anderen nordrhein-westfälischen Literaturbüros gibt es den Weiterbildungskalender für Autor*innen und Literaturvermittler*innen heraus und führt mit zahlreichen Kooperationspartnern literarische Veranstaltungen durch.
Förderer
Das Land Nordrhein-Westfalen, der Regionalverband Ruhr (RVR) und die Stadt Gladbeck sind Förderer des Literaturbüro Ruhr e.V.
Westfälisches Literaturbüro in Unna e.V.
Westfälisches Literaturbüro in Unna e.V.
Das Westfälische Literaturbüro in Unna e.V. ist seit 1984 eine Einrichtung für Literatur- und Autor*innenförderung in NRW. Es arbeitet landesweit mit Schwerpunkt für die Regionen Hellweg, Sauerland, Südwestfalen, östliches Ruhrgebiet und Münsterland.
Das Büro versteht sich als Lobbyeinrichtung für Literatur. Beratung von Autor*innen, Literaturvermittler*innen, Maßnahmen zur Weiterbildung sowie konzeptionelle Entwicklung und organisatorische Durchführung von Literaturprojekten sind die drei wesentlichen Säulen der Arbeit.
Förderer
Regelförderer des Westfälischen Literaturbüros sind das Land Nordrhein-Westfalen, der Regionalverband Ruhr (RVR) sowie der Kreis und die Kreisstadt Unna.
Maria Baumeister
Teamleitung
Referat für Kultur, Sport und Industriekultur
Team Kultur
baumeister[at]rvr.ruhr
+49 201 2069-504












