Solarenergie in der Praxis: Projekte setzen neue Maßstäbe
Die unterschiedlichsten Flächen eignen sich für Photovoltaik-Anlagen. Wie groß die Möglichkeiten sind, zeigten Projekte aus dem Ruhrgebiet beim Symposium.
Der Regionalverband Ruhr (RVR) ist Eigentümer von 18.000 Hektar Grundbesitz. Eine Strategie hält fest, wie sich diese Flächen proaktiv und strategisch für den Ausbau der Erneuerbaren Energien nutzen lassen. Sie greift unmittelbar mit den Handlungszielen der Grünen Infrastruktur ineinander. Wie das konkret aussehen kann, zeigte Oliver Seidel, Referatsleiter Liegenschaften und Hochbau.
In Haltern am See wurde 2022 eine Floating-Photovoltaik-Anlage auf den Gewässern des RVR errichtet – zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme die größte ihrer Art in Deutschland. Am Reitwegsee in Rheinberg ist eine weitere Anlage geplant. Auf der Halde Großes Holz/Haus Aden in Bergkamen sollen drei Windkraftanlagen sowie Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen entstehen, allerdings unter besonderer Berücksichtigung der großen Artenvielfalt vor Ort.
Erfahrungswerte: Was sind die Erfolgsfaktoren für den Ausbau von Erneuerbaren Energien?
- Regularien/Gesetze: Sie schaffen zuverlässige Rahmenbedingungen für lange Entwicklungszeiten und Investitionssicherheit. In der Regulatorik muss sich auch die Offenheit für Innovation abbilden.
- Technik und Wissen: Die Entwicklungsfortschritte in diesem Bereich waren und sind enorm. Es scheitert nicht an der Technik an sich, aber im Bereich der Netztechnik braucht es noch Fortschritte. Wer Technologien und Anforderungen zusammendenkt, kann nachhaltige Perspektiven schaffen.
- Wirtschaftlichkeit: Dabei spielen Faktoren wie die Netzanbindung, die Speichermöglichkeiten und die Vergütungsmechanismen eine entscheidende Rolle. Die Erneuerbaren Energien werden ein wichtiger Standortvorteil für Firmen, die sichere, grüne, zuverlässige Energie brauchen.
- Menschen: Menschen mit Ambitionen, Motivation, Innovation, Vertrauen und Haltung führen Projekte zum Erfolg.
Photovoltaik an Autobahnen und Schienen
Die vielfältigen Möglichkeiten für Solaranlagen zeigte auch Joachim Löchte, Vorstand Technik bei der RAG Aktiengesellschaft (ehemals Ruhrkohle AG). Zum Bestand des Unternehmens gehören drei Windräder. Die reichen aber nicht aus, um den Strombedarf zu decken. Schnell war klar, dass Photovoltaik ein großes Potenzial hat. An verschiedenen Autobahnen und Eisenbahnstrecken entstehen nun Anlagen. Auf dem Weg dorthin gibt es klare Spielregeln: so nah wie möglich an den Verbrauch heranrücken, Windkraft als erste Wahl aufgrund des höheren Potenzials in der Region und Storm entsprechend der Höhe des regionalen Strombedarfs erzeugen.
Solarenergie vom Stadiondach
Rekord: Auf dem Signal Iduna Park ist die stärkste Stadion-Photovoltaik-Anlage der Welt zu finden. Die installierte Leistung beträgt 3,7 MW. Damit werden 1.700 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. „Wir reduzieren die Emissionen am Standort um knapp 50 Prozent“, sagte Florian Demnitz, Energiemanager bei Borussia Dortmund, der einen Einblick in das Leuchtturmprojekt lieferte.

