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Route Industrienatur

Landschaftspark Mechtenberg | Industrienatur - Essen

Natur im Landschaftspark Mechtenberg

Äcker, Wiesen, Weiden und Ruderalflächen werden im Landschaftspark Mechtenberg durch Baumreihen, Gehölzgruppen, Obstwiesen und krautige Ackerrandstreifen gegliedert. Auch einige Feuchtbiotope wie Tümpel, stehende Kleingewässer und vernässte Bereiche haben sich  durch Bergsenkungen am Fuße des Mechtenbergs gebildet.

Auf der Kuppe wachsen 80-jährige Robinien und Linden. Die am Hang stehenden Gebüschsäume aus Weißdorn und Brombeeren bieten Windschutz und verringern Bodenerosion und –austrocknung.

Das Zusammenspiel dieser kleinräumig wechselnden Landschaftselemente führt hier im Landschaftspark zu einer hohen Artenvielfalt.

Insbesondere Vögel profitieren von diesen Strukturen. Mehr als 50 verschiedene Arten brüten hier, finden ihre Nahrung oder ziehen durch dieses Gebiet. Dazu gehören Grün- und Buntspecht, Fasan, Gelbspötter, Dorngrasmücke, Stieglitz und Rohrammer sowie der besonders seltene Wiesenpieper. Schon im zeitigen Frühjahr kann man täglich kostenlos dem vielstimmigen Konzert lauschen. Auch die Feldlerche, die den Winter in Südeuropa verbringt, ist gelegentlich bei ihrem „Singflug“ über den Feldern und Brachen zu hören.

Die offenen Landschaftsbereiche haben eine besondere Bedeutung für Heuschrecken. Mehr als 11 Arten kommen am Mechtenberg vor, darunter das große Grüne Heupferd, der Nachtigallheuhüpfer und die kleine Dornschrecke. Das Zirpkonzert ist im Sommer bis in die Abendstunden zu hören.

Natürliche Entwicklung auf einer alten Deponie

Unter den umliegenden Ruderalflächen befindet sich ein Bergsenkungsgebiet, auf dem nach dem Zweiten Weltkrieg über mehrere Jahrzehnte eine bis zu 13 Meter mächtige Müll- und Bauschuttdeponie betrieben wurde. Anfang der 90er Jahre wurde die Deponie im Zuge der Internationalen Bauausstellung  (IBA) Emscherpark mit einer lehmigen Rohbodenschicht abgedichtet und eine Regel-Einsaatmischung zur Bodenverbesserung  (z.B. Stickstoffanreicherung) und Erstbesiedlung aufgebracht. Aus dieser Zeit stammt noch der gelb blühende Hornklee. Neben Baumkreis und Klangsteinen als Gestaltungselemente wurde die Fläche durch die jahrelange ökologische Selbstentwicklung als Offenlandbrache erheblich aufgewertet.  

Verschiedene Gräser gesellen sich zu hübschen Kräutern und ergeben ein sich stetig wandelndes, farbenfrohes Naturkunstwerk. Hierzu gehören Feldsteinquendel, Hühnerhirse, Heidenelke, Schwärzliche Flockenblume, Roter Zahntrost, Jacobs-Greiskraut und Gewöhnlicher Odermennig. Zottiges Weidenröschen, Blutweiderich, Wasserdost und Flatterbinse weisen auf Staunässe des lehmigen Bodens hin.

Auffallend ist das Meer aus sandfarbigem Land-Reitgras, dessen 10 Zentimeter lange Rispenähren sich im Wind in 1,5 Meter Höhe wiegen. Im Laufe des Sommers taucht dazu die gelb leuchtende Goldrute auf, die dem Land-Reitgras an Größe in nichts nachsteht. Beide Arten sind starke Wurzelkriechpioniere. Da sie ursprünglich aus Nordamerika stammen, nennt man sie Neubürger oder Neophyten. Ein seltenes Phänomen gibt es hier zu bestaunen: Aufgrund des geringen Stickstoffangebots im Boden setzt sich das Land-Reitgras an vielen Stellen deutlich gegenüber der Stickstoff liebenden und Konkurrenz stärkeren Goldrute durch und bildet stabile Bestände.

Am Rand fasst die Brombeere Fuß und bereitet das Strauchstadium vor. Daneben ist der aggressiv wuchernde Staudenknöterich kaum aufzuhalten, die Kräuter von ihren sonnigen Plätzen zu verdrängen.

Der Regionalverband Ruhr (RVR) entwickelt den Landschaftspark Mechtenberg zusammen mit den drei Anrainerstädten seit den 90er Jahren zu einem vielfältigen Freiraum in der Stadtlandschaft. Der Landschaftspark ist gleichzeitig Standort der Route Industrienatur, einem RVR-Projekt.

Adresse
Krayer Straße/Nattmannsweg/Am Mechtenberg
45886 Gelsenkirchen
www.mechtenberg.rvr.ruhr 

drei Kontaktboxen

Haus Ripshorst
RVR-Besucherzentrum
hausripshorst@rvr.ruhr
+49 208 3770 94-0
Ripshorster Straße 306, 46117 Oberhausen