Umweltindikator // Ladesäuleninfrastruktur

Ladesäuleninfrastruktur für E-Autos im Ruhrgebiet

Um das Klima zu schützen und CO2-Emissionen zu reduzieren ist nicht nur die Nutzung möglichst hoher Anteile erneuerbarer Energien in Wirtschaft und Privathaushalten wichtig, auch bei der Mobilität bieten sich große Einsparpotenziale. Der offensichtlichste Weg, Emissionen zu sparen reduzieren, ist die verstärkte Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, da diese im Durchschnitt pro Personenkilometer deutlich weniger CO2 ausstoßen als z. B. ein PKW mit Verbrennungsmotor. Sollte das Auto aber weiterhin das Verkehrsmittel der Wahl im Ruhrgebiet bleiben, wie es der Modalsplit 2023 nahe legt, bestehen auch hier Einsparmöglichkeiten. Die meisten modernen PKW mit Verbrennungsmotoren verbrauchen deutlich weniger Kraftstoff als ähnliche Modelle früherer Jahre. Darüber hinaus nimmt die Verbreitung von Hybrid- und Elektroautos stetig zu. Hybride können einen deutlich geringeren CO2-Ausstoß im Verkehr aufweisen, E-Autos stoßen im Verkehr gar kein CO2 aus. Trotzdem sind sie nicht komplett CO2- neutral. Bei der Herstellung dieser Autos können sogar mehr Emissionen anfallen als bei konventionellen Autos und der zum Antrieb genutzte Strom kommt nur teilweise aus erneuerbaren Quellen. Über den gesamten Lebenszyklus von E-Autos fallen aber deutlich weniger Emissionen an als bei konventionellen PKW. Diese bessere Treibhausgasbilanz beginnt sich ab ca. 90.000 Fahrzeugkilometern bemerkbar zu machen. In den letzten Jahren hat sich der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch in Deutschland deutlich gesteigert. 2025 betrug dieser Anteil bereits 56 %, bis 2030 wird ein Anteil von 80 % angestrebt. Damit besteht durch die Nutzung der E-Mobilität tatsächlich ein großes Einsparpotenzial von Treibhausgasen. 

Das Vorhandensein einer ausreichenden Ladesäuleninfrastruktur ist dabei eine Grundvoraussetzung für die Nutzung dieses Potenzials. Der Indikator „Ladesäulenverfügbarkeit im Ruhrgebiet“ stellt die Entwicklung dieser Infrastruktur im Ruhrgebiet dar.

Das leistet der RVR

Neben den verschiedenen Bestrebungen des RVR, den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern, siehe z. B. den Indikator Anteil erneuerbarer Energien, geht der Verband auch bei dem Thema E-Mobilität als gutes Beispiel voran. Der RVR arbeitet an der Umstellung seines Fuhrparks auf hauptsächlich Hybrid- und E-Autos, vor allem für kurze und mittellange Dienstfahrten. Darüber hinaus setzt der RVR auf ein weiteres umweltfreundliches Verkehrsmittel und least Dienstfahrräder an interessierte Mitarbeiter. Dieses Angebot wurde bisher gut angenommen. Es kann ebenfalls eine Bezuschussung zu Tickets für den ÖPNV beantragt werden.

Interpretation

In der Abbildung ist zu erkennen, dass die Anzahl der öffentlich zugänglichen Ladesäulen für E-Mobilität mit mindestens 3,7 kW im Ruhrgebiet zunächst von 2014 bis 2017 auf einem sehr niedrigen Niveau von um 0,15 Ladesäulen je 1000 Einwohner lag. Ab dem Jahr 2018 mit dann schon 0,25 Ladesäulen begann ein sehr starker Anstieg. 2022 waren es bereits 1,13 Ladesäulen je 1000 Einwohner. Dieser Anstieg auf etwa den zehnfachen Wert von 2014 war mit dafür mitverantwortlich, dass es im gleichen Zeitraum ebenfalls zu einem sehr starken Anstieg an neu zugelassenen E-Autos im Ruhrgebiet kam. 2016 waren nur 1.073 dieser Fahrzeuge zugelassen, 2022 waren es bereits 49.339. E-Autos machten damit bereits 1,7 % aller PKW aus. Wenn dieser Trend in Zukunft anhalten oder sich sogar noch verstärken soll ist es notwendig, die Ladesäuleninfrastruktur weiter auszubauen und eine auch in der Fläche gleichmäßige Infrastruktur aufzubauen. Dem Klima kommt dies jedoch nur dann in vollem Ausmaß zugute, wenn ein großer Teil des verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen kommt.

Neben den offensichtlichen Einsparpotenzialen für Treibhausgase kommen durch eine steigende E-Moblität auch Synergieeffekte wie eine sauberere Luft und vor allem eine geringere Lärmbelastung zu tragen.

Hintergrundinformationen

Eine Beispielrechnung des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (2020) hat für das Jahr 2020 einen um 30 % geringeren CO2-Ausstoß über den gesamten Lebenszyklus eines E-Autos berechnet. Für das Jahr 2030 wird sogar ein um 42 % geringerer Ausstoß simuliert. Dies liegt hauptsächlich an dem bis dahin hypothetisch weiter angestiegenen Anteil erneuerbarer Energien im Strommix. 

Eine andere Studie, vom Verein Deutscher Ingenieure, kommt auf ähnliche Werte. Hier wird E-Autos, bei einem beispielhaften Lebenszyklus von 200.000 Kilometern, ein um etwa 32 % geringerer Ausstoß von CO2-Äquivalenten gegenüber durchschnittlichen Benzinautos attestiert.

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Datenquellen

Bundesnetzagentur, Statistische Ämter der Länder in: SDG-Portal

Textquellen

Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (2020): Wie klimafreundlich sind Elektroautos?

Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) 2026: Presseinformation von Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) | BDEW

Verein Deutscher Ingenieure e.V. (2023): Wann wird Autofahren grün

RVR (2021): Regionales Mobilitätsentwicklungskonzept für die Metropole Ruhr – Endbericht

Weitere Umweltindikatoren

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Foto eines LKWs auf der Autobahn A40

Stickstoffdioxid-Immissionskonzentration


Luftqualität
Einfahrende Regionalbahn

Feinstaubbelastung (PM 10)


Luftqualität
Blick auf eine Wohnhaus mit Fassadenbegrünung in Wanne-Eickel

Feinstaubbelastung (PM 2,5)


Luftqualität

Frank Bothmann

Team Umweltentwicklung und Monitoring
Klima und Umweltschutz

bothmann[at]rvr.ruhr
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