Das Projekt beinhaltet eine ökologische und eine soziale Dimension.
Die Initiative RUHRORT BIODIVERS hat die grüne Infrastruktur des Stadtteils Ruhrort im Blick und setzt dort vielfältige Impulse. Exemplarisch und abgestimmt auf die Standortbedingungen eines zentralen Kirchplatzes (Maximilianplatz) werden derzeit die dortigen Brachflächen mit Stauden begrünt. Mit dem alten Baumbestand und der neu angelegten Unterpflanzung entwickelt sich der Platz zu einem "kühlen Ort" mit hoher Aufenthaltsqualität. Geplant ist, auch benachbarte Verkehrsinseln einzubeziehen. Ausgehend vom genannten Maximilianplatz kann eine sukzessive Biotopvernetzung im Stadtteil erfolgen.
Es zeigt sich auch eine soziale Bedeutung. Der Platz dient schon lange als Treffpunkt unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen wie etwa zugewanderte Familien aus Südosteuropa und Menschen mit Suchtproblemen. Auf der anderen Seiten finden hier auch Veranstaltungen der Kirchengemeinde, der Weihnachtsmarkt und eine Pflanzentauschbörse statt. Vermüllung und brachliegende Beetflächen mit hohem Hundekotbesatz machten den Platz bisher wenig attraktiv.
Die Weiterentwicklung des Ortes soll daher neben der biodiversen Bepflanzung auch Impulse zur Beteiligung und Mitwirkung von Ruhrorter Bürgerinnen und Bürgern setzen. Durch gemeinsames Erproben neuer sozialer Praktiken im Umgang mit Biodiversität, durch sichtbare Veränderungen, spielerische und künstlerische Interventionen und gemeinsames Bauen sollen Erfahrungsräume für Selbstwirksamkeit, Identifikation und Verantwortungsübernahme entstehen. Hierzu ist bereits von der Gruppe RUHRORT BIODIVERS ein Methodenkatalog entwickelt worden.
Mit dieser Arbeitsgruppe haben wir das Projekt mit ersten Bepflanzungen bereits auf den Weg gebracht. Unsere Motivation basiert auf der Identifikation mit dem Stadtteil Ruhrort, dem Wunsch nach mehr Lebensqualität und dem Willen zur Veränderung. Das Projekt kann nur gelingen, wenn wir damit auch weitere Menschen in Ruhrort erreichen und zum Mitmachen bewegen. Der benannte Methodenkatalog dient uns dabei als praktischer Leitfaden.
Ziele
- Wahrnehmung und Erkundung des Potentials im Stadtteil und Entdecken bislang übersehener Lebensräume
- Sensibilisierung für die spezifische Rheinufervegetation, die den Stadtteil prägt
- gemeinsame Entwicklung neuer Biodiversitätsbausteine für das Quartier unter Einsatz von künstlerisch partizipativen Methoden
- Erweiterung der biodiversen und standortgerechten Bepflanzung im Quartier
- gemeinsames Arbeiten und Handeln zur Identitätsstiftung
Aktivitäten & Meilensteine
05/2023
- Verfassen eines Infoblattes "Mehr Biodiversität in Ruhrort" führte zum Austausch mit Anwohner:innen und den Wirtschaftsbetrieben Duisburg zu Fragen der Biodiversität.
10/2024 bis 11/2025
- Schulung "Umweltlotsen" durch die FH Dortmund. Themen: werteorientierte und authentische Kommunikation, Realisierung des Zusammenhangs zwischen Biodiversität und Lebensqualität, Steigerung der Partizipation im Stadtteil.
10/2024
- Planungen zur ökologisch sinnvollen Bepflanzung des Maximilianplatzes.
06/2025
- Förderantrag "Ökologische und gemeinschaftsfördernde Bepflanzung des Maximiliansplatzes", bewilligtes Budget:1500 € durch die Kirchengemeinde St.Maximilian.
11/2025 und 03/2026
- Pflanzaktionen unter Beteiligung der Ruhrort Ranger und Anwohner:innen.
07/2026
- Pflanzentauschbörse auf dem Maximilianplatz
Geplante Aktivitäten
- Pflegemaßnahmen und Nachpflanzungen
- Errichtung einer offenen Biodiversitätswerkstatt mit Werkzeugverleih
- spielerische Erkundung des Stadtteils mittels Geocaching und Habitat-Expeditionen
- künstlerische Interventionen
- Makeathon: Ideen für neue umsetzbare Biodiversitätsbausteine
Kooperation & Vernetzung
Das Großprojekt Urban Zero förderte 2023 den öffentlichen Diskurs zu einem grünen, lebenswerten Quartier und machte Akteure sichtbar. Hieraus resultierten Positionierungen, Projektideen und Netzwerke, die für das jetzige Projekt relevant sind.
Das Projekt wurde initiiert durch die Gruppe RUHRORT BIODIVERS, einem Zusammenschluss von zehn Ruhrorter Bürgerinnen mit unterschiedlichen fachlichen Kompetenzen, die konkrete Projekte zur Förderung der Artenvielfalt im Stadtteil umsetzen.
Unterstützung erfolgte durch Gina Röckelein, Amt für Stadtplanung und Projektmanagement - Stadterneuerung und Flächenentwicklung der Stadt Duisburg
Professor Dr. Marcel Hunecke (Umweltpsychologie, FH Dortmund) begleitete das Vorhaben mit einem einjährigen Training zum Thema "Psychologie der sozialökologischen Transformation und sozialen Innovation".
Auf lokaler Ebene wird das Projekt von dem Verein RuhrortPlus (Bewässerung), der Initiative Hafenkräuter (Charity-Veranstaltung) und den Ruhrort Rangern (Pflegemaßnahmen) flankiert.
Der Pflanzplan wurde von der Staudengärtnerei Gerhild Diamant standortbezogen ausgearbeitet. Die Bepflanzung finanzierte die katholischen Kirchengemeinde St. Maximilian.
Das Umweltamt der Stadt Duisburg liefert der Initiative Informationen und hat auf den Projektaufruf hingewiesen.
Das Lehmbruck Museum ist Kooperationspartner für künstlerische Aktionen.
Lageplan
Anschrift
Ruhrort Biodivers
Fabrikstraße 20
47119 Duisburg
Deutschland
Stand: August 2026
Übersicht
Projektleitung
Ruhort Biodivers
Akteur:innen
Stadt Duisburg; FH Dortmund; RuhrortPlus; Initiative Hafenkräuter; Ruhrort Ranger; Staudengärtnerei Gerhild Diamant; Lehmbruck Museum
Kosten
einmalig: 2.500 € für die Grundausstattung
laufend: 500 € pro Jahr für Material und Marketing
Finanzierung
Unterstützt durch die katholische Kirchengemeinde St. Maximilian und die Initiative Hafenkräuter
Projektgröße
Stadtteil Duisburg-Ruhrort: 5,41 km²
Laufzeit
fortlaufend seit Mai 2023














