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Umweltbericht 2021

RVR veröffentlicht Bericht zur Lage der Umwelt in der Metropole Ruhr 2021

Nach 2017 legt der Regionalverband Ruhr (RVR) jetzt zum zweiten Mal seinen „Bericht zur Lage der Umwelt in der Metropole Ruhr“ vor. Die aktuelle Analyse, erarbeitet durch das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie, beschreibt die Umwelt- und Lebenssituation im Ruhrgebiet anhand von 20 ausgewählten Indikatoren.

Fazit des zweiten Berichts zur Lage der Umwelt in der Metropole Ruhr: Es ist bereits viel erreicht worden. Jedoch nehmen der globale Klimawandel und seine Auswirkungen exponentiell Tempo auf und diese Auswirkungen betreffen alle Bereiche menschlichen Lebens. Extremere Trockenperioden, Hitzewellen oder anhaltende Starkregenereignisse mit Überflutungen in bisher nicht gekannten Ausmaßen stellen auch das Ruhrgebiet vor neue und akute Herausforderungen.

Erfreulich: Die Luftqualität hat sich verbessert. Ob das von Dauer ist, wird sich nach Ende der Corona-Pandemie zeigen. Die positive Beschäftigungssituation in der Umweltwirtschaft unterstreicht, dass Umweltschutz ein erfolgreicher Wirtschaftsfaktor im Ruhrgebiet ist. Zudem macht der Ausbau der grünen Infrastruktur große Fortschritte.

Eher unbefriedigend schneiden neben dem Indikator Lärm die Treibhausgas-Emissionen und der Ausbaustand erneuerbarer Energien ab, die Verkehrsentwicklung und die zu erwartenden Hitzebelastungen werden als kritisch eingestuft.

Der Bericht zur Umwelt weist für die einzelnen Indikatoren klare und positive Handlungsoptionen für die Metropole Ruhr aus und kann so als Richtschnur für die Entwicklung erfolgreicher Maßnahmen dienen. Neben der Bewertung des derzeitigen Zustands wird erstmals auch ein Blick in die Zukunft gewagt und Prognosen abgegeben, ob die jeweiligen Umweltstandards längerfristig gut oder nur mit großen Anstrengungen erreichbar scheinen.

„Mit der Fortführung der Berichte zur Lage der Umwelt haben wir ein starkes Mittel in der Hand, dass es uns ermöglicht die Stärken der Region zu nutzen und die Schwächen gezielt anzugehen, um unser Ziel der grünsten Industrieregion zu verwirklichen“ bekräftigt Nina Frense, Beigeordnete Umwelt und grüne Infrastruktur bei der heutigen Vorstellung des Berichts im RVR-Ausschuss für Klima, Umwelt und Ressourceneffizienz. „Besondere Handlungsbedarfe für die Metropole Ruhr lassen sich in den Feldern Verkehr, Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel ableiten. Häufig ergeben sich dabei Räume mit größerem Bedarf dort, wo auch soziale Benachteiligungen im Stadtgefüge bestehen.“

Umwelt als wichtiger Wirtschaftsfaktor

Die Metropole Ruhr ist die NRW-weit führende Region im Bereich der Umweltwirtschaft – sowohl nach Erwerbstätigenzahlen als auch nach Wirtschaftskraft. So erarbeiten in der Metropole Ruhr 5,3 Prozent aller Erwerbstätigen eine Bruttowertschöpfung von fast 10 Milliarden Euro in der Umweltwirtschaft. Besonders die Teilmärkte „Umweltfreundliche Mobilität“ und „Wasserwirtschaft“ demonstrieren die regionalen Kernkompetenzen der Metropole Ruhr.

Positiv wirkt die starke Forschungslandschaft mit insgesamt 22 Universitäten und Hochschulen aus. In der Region bilden sich zahlreiche Netzwerke und Cluster als Grundlagen für innovative Produkte. Dazu zählen Greentech.Ruhr, ruhrHUB oder ruhrmobil-E.

Eine prosperierende Umweltwirtschaft gekoppelt mit Forschung für innovative Technik wie beispielsweise grünem Wasserstoff und effiziente Logistik, vereint mit dem Nutzen von Digitalisierung sind wichtige Bausteine, damit sich die Metropole Ruhr zu einer nachhaltigen Städte-Landschaft weiterentwickeln kann.

Treibhausgasemissionen weiter auf hohem Niveau

Treibhausgase sind der entscheidende Faktor für die Begrenzung des vom Menschen verursachten Klimawandels. Im neuen Klimaschutzgesetz hat sich Deutschland, veranlasst durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, auf das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 verpflichtet.

Zur Erreichung dieses Zieles sind in der Metropole Ruhr große Anstrengungen nötig: Die pro-Kopf-Emissionen 2017 liegen bei 16,3 Tonnen CO2/Jahr und sind damit im Vergleich zu den bundesweiten pro-Kopf-Emissionen von 9,1 Tonnen CO2/Jahr noch deutlich erhöht. Zwar ist der Emissionsrückgang zwischen 2012 und 2017 mit etwa fünf Prozent höher als in den Jahren davor (1990 – 2012 nur 4,3 Prozent), bleibt jedoch deutlich hinter dem Reduktionsziel des ersten Berichts zur Lage der Umwelt zurück (-25% bis 2020). Das bedeutet, dass auf diesem Sektor in den nächsten Jahren große Anstrengungen nötig sind, um den Zielwert von 5 Tonnen CO2/Einwohner in 2030 und die Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen.

Positive Zeichen in der Region setzen die stahlverarbeitende Industrie mit der Umrüstung von Kohle auf (grünen) Wasserstoff als Energieträger, aber auch zahlreiche Kommunen, die mit ihren Klimaschutzplänen ihren Beitrag zur Klimaneutralität leisten.

Hitzebelastung: Gesundheitsgefahr der Zukunft

Der durch die Treibhausgase verursachte Klimawandel wird die bereits bestehenden Hitzebelastungen noch verstärken und hat dadurch konkreten Einfluss auf die Lebensqualität und Gesundheit der Menschen in der Region.

Durch die steigende Zahl der Tropennächte ist mit einer deutlichen Zunahme der gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Hitzewellen zu rechnen. Insbesondere in Kombination mit dem demographischen Wandel und dem zu erwartenden Anstieg des Anteils älterer Menschen werden die gesundheitlichen Risiken zunehmen.

Grüne Infrastruktur schafft mehr Erholung und Frischluft in den Städten

Der Zuwachs an urbanen Sport-, Freizeit-, Erholungs- und Friedhofsflächen beträgt zwischen 2017 und 2019 rund 1.034 Hektar, was etwas mehr als 1,4 Hektar am Tag entspricht. Zu diesen 26.000 Hektar hinzu kommen die Haldenflächen, die vermehrt zur grünen Infrastruktur beitragen sowie naturbelassene Refugien, Wald und landwirtschaftliche Flächen.

Die Erweiterung urbaner Grün- und Erholungsflächen in der Metropole Ruhr bewertet das Wuppertal Institut positiv. In dieser Entwicklung spiegelt sich auch die lange Tradition des Erhalts bestehender und der Entwicklung neuer Flächen dieser Art in der Metropole Ruhr wider.

In wieder wachsenden Städten, in denen neuer Wohnraum geschaffen wird, muss zukünftig achtsam mit den Freiflächen umgegangen werden.

Der Umweltbericht ist eine gemeinsame Initiative der Umweltbeigeordneten der Region und des RVR.

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Online-Redaktion
Team Medien und Internet