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Onlinebefragung im Freizeitsektor der Metropole Ruhr:

Freizeitsektor erwirtschaftet Umsätze von 2,5 Milliarden Euro in 2019 / Corona bremst Wachstumskurs

Metropole Ruhr. In der Freizeitwirtschaft der Metropole Ruhr wurden in 2019 über 2,5 Milliarden Euro an Umsätzen erzielt, die nicht nur den Freizeitstätten und Veranstaltern, sondern auch dem Einzelhandel, der Gastronomie oder dem ÖPNV zu Gute kamen.

Das ist ein Ergebnis der Onlinebefragung bei 513 öffentlichen und privaten Freizeiteinrichtungen sowie 374 Großveranstaltungen. Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat diese Befragung gemeinsam mit der Ruhr Tourismus GmbH (RTG) und unterstützt durch das Beratungsunternehmen dwif-Consulting durchgeführt. Besucherstruktur, Investitionen, Vernetzung, Marketing und Verkehrsanbindung waren Schwerpunkte der Erhebung von September bis November 2020. Die Befragungsergebnisse sind heute (17. November 2021) im RVR-Planungsausschuss vorgestellt worden.

Dazu Stefan Kuczera, Beigeordneter Planung beim RVR: „Die Freizeitlandschaft spielt als Standortfaktor eine große Bedeutung für die Attraktivität von Leben und Arbeiten in der Metropole Ruhr. Die Freizeitinfrastruktur muss daher unbedingt weiter ausgebaut werden, um die gestiegene Nachfrage auch nach der Corona-Pandemie zu befriedigen. Mit der Erarbeitung des Freizeit- und Tourismuskonzepts wollen wir diese Entwicklung forcieren.“

Ein zentraler Baustein auf dem Weg zum Freizeit- und Tourismuskonzept für die Metropole Ruhr ist die Onlinebefragung. Anhand der Ergebnisse wurden die Bedeutung der Freizeitwirtschaft für die Metropole Ruhr analysiert und die aktuellen Konzept- und Projektentwicklungen mit regionaler Relevanz erfasst. Die Aussagen beziehen sich dabei auf den Stand vor dem zweiten Lockdown im Herbst 2020.

Die Freizeiteinrichtungen in der Metropole Ruhr erfreuen sich großer Beliebtheit. Das zeigt die hohe Nachfrage in 2019 insbesondere bei den Einheimischen sowie Tagestouristinnen und –touristen. Steigende Besucherzahlen werden jedoch zurzeit von der Corona-Pandemie gestoppt.

Die Freizeitstätten haben in den letzten fünf Jahren in erheblichem Maße investiert. Wegen der Pandemie hat aber rund die Hälfte der befragten Einrichtungen für 2020 bereits geplante Investitionen zurückgestellt. Jede vierte Freizeiteinrichtung nimmt die aktuelle Situation als existenzbedrohend wahr. Theater/Musicals/ Konzerthäuser und Sportstadien/Großveranstaltungshallen sind besonders betroffen. Rund vier von zehn Veranstaltungen waren zum Zeitpunkt der Befragung durch die Krise in ihrem Fortbestand gefährdet.

Investitionen in die Zukunft

Bei Freizeiteinrichtungen und Veranstaltungen besteht verstärkter Handlungsbedarf bei Themen wie Digitalisierung (WLAN, Onlinereservierung, digitales Besuchserlebnis) und Nachhaltigkeit/Klimaschutz.

Auch die Erreichbarkeit ist ausbaufähig: Neben Parkraum/Parkleitsystemen sowie Beschilderung bewerten viele Freizeiteinrichtungen die Taktung/Frequenz des ÖPNV als kritisch. Betriebe sind vor allem lokal angebunden.

Ökonomische Bedeutung der Freizeitwirtschaft in der Metropole Ruhr

Aus den Umsätzen von 2,5 Milliarden Euro in 2019 wurden über 1,2 Milliarden Euro an Wertschöpfung generiert. Rein rechnerisch könnten über 52.000 Personen ihr gesamtes (Primär-)Einkommen daraus beziehen.

Aus den durch die Besucherinnen und Besucher erzielten Umsätze flossen über 230 Millionen Euro an Steueraufkommen in den Gemeinschaftssteuertopf des Bundes. Über die verschiedenen Verteilungsschlüssel ging ein entsprechender Anteil als Steuereinnahmen zurück in die Haushalte der Kommunen.

Kategorisierung der Freizeit- und Kultureinrichtungen/Großveranstaltungen mit regionaler Bedeutung

Das Ruhrgebiet verfügt über 513 Freizeiteinrichtungen sowie 374 Veranstaltungen mit mindestens regionaler Bedeutung. Zu den Freizeitstätten zählen 74 Sportstadien/Veranstaltungshallen, 99 Sport-/Aktiveinrichtungen (Bäder), 231 Kulturstätten wie Museen, Theater, Burgen, 58 Freizeit- und Erlebniseinrichtungen (Ausflugsschifffahrt, Zoos) sowie 51 sonstige Einrichtungen inklusive Shoppingcenter/Gastromeilen. Zu den 374 Veranstaltungen gehören 23 Sportveranstaltungen, 135 Stadtfeste/Märkte, 31 Kulturveranstaltungen/-festivals, 47 Musikveranstaltungen/Konzerte, 50 sonstige Veranstaltungen wie Messen sowie 88 ruhrgebietsübergreifende Veranstaltungsreihen wie Ruhrtriennale, ExtraSchicht, Klavierfestival Ruhr oder Ruhr Games.

Die Kategorisierung der Einzelbetriebe/Veranstaltungen nach ihrer touristischen Bedeutung erfolgte in Abstimmung mit den Tourismusverantwortlichen der Kreise und kreisfreien Städte, im Rahmen der Befragung durch Selbsteinschätzung der Einrichtungen sowie ergänzend durch vereinzelte gutachterliche Überprüfung von dwif-Consulting.

Die Ausschussvorlage zur Onlinebefragung steht unter

ruhrparlament.de

Online-Redaktion
Team Medien und Internet