Zurück zur ÜbersichtGrünlabor HUGO - Biomassepark

Stadtteilpark mit großem Lern-, Spiel- und Freizeitangebot

45897 Gelsenkirchen, Brößweg 40

1873 bis 2000 wurde auf dem Gelände der Zeche und Kokerei Hugo Steinkohle gefördert. Nach Einstellung wurde das Gelände im Jahr 2016 im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung als europaweit einzigartiger Biomassepark wiederbelebt. Auf rund der Hälfte der Fläche sprießen schnellwachsende Gehölze für die Energiegewinnung. Die andere Hälfte ist ein Lern-, Spiel- und Erholungsort für Groß und Klein sowie Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten: das Grünlabor Hugo.

Auf dieser Fläche wurden zahlreiche Naturschutzmaßnahmen (Gehölzpflanzungen, Anlage von Blumenwiesen, Gewässern, Waldflächen u.v.m.) angelegt, die nun dauerhaft gepflegt werden und als sogenanntes "Ökokonto" fungieren - diese Maßnahmen stellen einen Ausgleich für Eingriffe in Natur und Landschaft an anderer Stelle im Stadtgebiet dar (z.B. durch Bauvorhaben). Mit den Naturschutzmaßnahmen werden Themenfelder wie „Urbane Wälder“, „Artenvielfalt“ (Hotspot für Insekten), „Gemeinschaftsgärten“ und „Nachhaltige Bildung“ modellhaft und herausragend bespielt.

Das Grünlabor wird zudem von angrenzenden Bildungsinstituten zu außerschulischem Unterricht genutzt. Schulen, Kitas, Vereine und Verbände nutzen die Fläche als ein großes Lern-, Spiel- und Freizeitangebot. Unterstützt wird das pädagogische Konzept durch Kurse, die unter anderem auf einem Umwelt-Infopfad, einem Bodenerlebnispfad "Unter uns", an einem Bienenstand und in einem Färbergarten stattfinden. "Waldwärts“ heißt das natur- und erlebnispädagogische Konzept, das kleinen und großen Entdeckerinnen und Entdeckern die Natur vor der Haustür erschließt. Hinzu kommen die sieben von Graffitikünstlerinnen und -künstlern gestalteten Seecontainer, die sowohl außergewöhnliche Ausstellungs- und Lernorte als auch „Geräteschuppen“ für all die Dinge sind, die zur Gartenpflege gebraucht werden. Für Kinder gibt es außerdem Spiel- und Kletterflächen, zur Freizeitgestaltung für Jugendliche und Erwachsene dienen eine Beach-Volleyballanlage und zahlreiche Sitzplätze zum Ausruhen.

Der Biomassepark Hugo unterstreicht mit seinen Leitlinien, Planungen und Umsetzungen alle wesentlichen Bausteine der Nachhaltigkeit und spielte bei der Auszeichnung der Stadt Gelsenkirchen im Rahmen des Bundeswettbewerbs "Zukunftsstadt 2030" eine bedeutende Rolle. Sie verschreibt sich den drei Dimensionen der Bildung für nachhaltigen Entwicklung: Ökonomie, Ökologie und Soziales. Die ökologische Dimension zeigt sich in der Entwicklung neuer Lebensräume für Pflanzen und Tiere sowie der Nutzung erneuerbarer Energien durch die Kurzumtriebsplantage. Die ökonomische Dimension liegt in der nachhaltigen Nachnutzung einer ehemaligen Industriebrache und der regionalen Biomasseproduktion. Die soziale Dimension wird durch die Einbindung von Bürger, Bildungsinstitutionen und Vereinen sowie die Nutzung des Parks als Begegnungs-, Lern- und Freizeitraum sichtbar.

  • Unterstützung von pädagogischen Projekten für Schulen, Kitas und Vereine
  • Schutz und Pflege ökologisch wertvoller Biotope
  • Gärtnern, bunt, gemeinschaftlich mit Jung und Alt
  • Schaffung eines Wohlfühlraumes für Familien, Kinder, Senioren und alle Interessierten aus den angrenzenden Stadtteilen

Ziele der Strategie Grüne Infrastruktur

  • 05 Grüne Infrastruktur zum Sport-, Spiel- und Bewegungsraum entwickeln
  • 08 Brachflächenpotenziale ausschöpfen und Flächenpools entwickeln
  • 09 Grüne Infrastruktur koproduzieren und soziale Teilhabe fördern
  • 10 Ko-Habitation und Naturerleben in der Stadt fördern
  • 12 Mehr Naturerfahrungsräume schaffen
  • 26 Zusammenwirken von Grüner Infrastruktur und regenerativen Energien aktiv gestalten
  • 27 Umweltbildungsangebote ausweiten, vielseitig und inklusiv gestalten

Biomassepark Hugo - ein europaweit einzigartiges Parkkonzept
Fast 130 Jahre lang wurde auf dem heutigen Gelände der ehemaligen Zeche Hugo Kohle gefördert. Generationen von Bergleuten sorgten mit ihrer Arbeit dafür, dass die Steinkohle Wirtschaft und Gesellschaft nicht nur an Rhein und Ruhr anfeuerte. Im Jahre 2000 kam das Ende. Die Kohleförderung wurde eingestellt, die technischen und baulichen Anlagen fast vollständig abgerissen. So entstand eine von vielen Industriebrachen im Ruhrgebiet.
Rund 15 Jahre später wird das Gelände nun aus seinem Dornröschenschlaf erweckt. Und wieder spielt auch das Thema Energiegewinnung eine wichtige Rolle. Durch die Gewinnung des nachwachsenden Rohstoffes Holz wird in Form einer Kurzumtriebsplantage die Chance genutzt werden, eine umweltfreundliche, erneuerbare Energiequelle zu verwerten. Europaweit erstmalig entsteht mitten in einem Ballungsraum eine Anpflanzung von Weiden und Pappeln, welche alle fünf bis zehn Jahre auf den Stock gesetzt werden. Diese "Erntemethode" führt dazu, dass die geschlagenen Bäume schnell wieder austreiben. Bis zu zwei Meter pro Jahr sind möglich.

Biomassepark Hugo - Viel mehr als eine Holzplantage
Auf rund 25 Hektar entsteht der Biomassepark Hugo auf einem bisher "verbotenen Ort". Kleinräumig durchzogen von Wander- und Radwegen sowie blühenden Randstreifen aus Stauden und Wildkräutern, entsteht hier eine einzigartige Parkanlage mit hohem Freizeitwert. Neben den Flächen, die für die Gewinnung von Holz vorgesehen sind, gibt es Wildnisflächen mit so seltenen Arten wie Kreuzkröte und Tausendgüldenkraut. Zusätzlich dient der gesamte Biomassepark als außerschulischer Lern-, Spiel- und Wohlfühlort für alle Bevölkerungsschichten und Altersstufen.

Am 25. Juni 2016 wurden die ersten Teilflächen der Öffentlichkeit übergeben, im Frühjahr 2017 wurden auch die restlichen Teilflächen komplett bepflanzt. In diesem Jahr wurde auch der "Förderverein Grünlabor im Biomassepark Hugo e.V." gegründet. Seit September 2019 ist das "Grünlabor Hugo" Teil des europäischen Projekts "CLEARING HOUSE".

Ein Netzwerk aus vielen Akteuren ist entstanden
Ein solches vielschichtiges Projekt kann nur erfolgreich sein, wenn Kompetenzen aus den verschiedensten Bereichen zusammengeführt werden. Genau dies ist bei der Planung und Umsetzung des Biomassepark Hugo berücksichtigt worden.
Im Kooperation mit den Grundstückseigentümer RAG Montan Immobilien GmbH und unter der intensiven Mitarbeit des Umweltministeriums in Nordrhein Westfalen (MKULNV NRW), der Ruhr-Universität Bochum, des Landesbetrieb Wald und Holz NRW sowie der Stadt Gelsenkirchen und des aGEnda 21-Büros erfolgten unzählige Arbeitstreffen und Detailplanungen. Immer wieder neu auftretende Schwierigkeiten, wie die Anlieferung von genügend Bodenmaterial, welches auf der gesamten Fläche aufgeschüttet wurde, mussten geklärt werden und verzögerten die Eröffnung.


Zusätzlich sind auch die Stimmen der Bürger und Bürgerinnen nicht zu kurz gekommen. Über 20 Bildungsträger, Initiativen und Vereine haben in acht Workshops das Grobkonzept verfeinert und für eine bürgergerechte Umsetzung gesorgt.Im Kooperation mit den Grundstückseigentümer RAG Montan Immobilien GmbH und unter der intensiven Mitarbeit des Umweltministeriums in Nordrhein Westfalen (MKULNV NRW), der Ruhr-Universität Bochum, des Landesbetrieb Wald und Holz NRW sowie der Stadt Gelsenkirchen und des aGEnda 21-Büros erfolgten unzählige Arbeitstreffen und Detailplanungen. Immer wieder neu auftretende Schwierigkeiten, wie die Anlieferung von genügend Bodenmaterial, welches auf der gesamten Fläche aufgeschüttet wurde, mussten geklärt werden und verzögerten die Eröffnung.

Der Stadtteilpark ist zudem eine soziale Aneignungsfläche für Büger*innen, pädagogische Einrichtungen, Vereine und Verbände und bietet eine Freizeit- und Erholungsnutzung sowie partizipatorische Projekte für alle.

Anschrift

Grünlabor HUGO - Biomassepark

Brößweg 40
45897 Gelsenkirchen
Deutschland

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