Umweltindikator // Vegetationsanteil

Vegetationsanteil im Ruhrgebiet

Dieser Indikator stellt die Vegetationsbedeckung in % im Ruhrgebiet dar. Als Vegetationsbedeckung wird der Anteil der Bodenoberfläche, der von Pflanzen (Baum-, Strauch- und Krautschicht) bedeckt ist bezeichnet. Außerdem werden mit dem Grünvolumen und dem Beschirmungsgrad spezifische Eigenschaften dieser Vegetation dargestellt.

Der Vegetationsanteil hat entscheidenden Einfluss auf das Stadtklima und Überschwemmungsrisiko in Städten. Durch Evaporation und Schatten von Bäumen entsteht eine Kühlwirkung, die lokal temperaturmindernd wirkt. Grünflächen erhöhen zudem die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens und verringern den Oberflächenabfluss. Hierdurch wird vor allem bei Starkregenereignissen das Abwassersystem entlastet. Bei besonders starken Regenfällen können ausreichend Wald- und Grünflächen sogar Überflutungen verhindern. Außerdem kann ein hoher Vegetationsanteil sich positiv auf die Luftqualität auswirken. Grundsätzlich wird auch das Wohlbefinden der meisten Menschen durch einen hohen Vegetationsanteil gesteigert. Dies verleiht dem Indikator neben dem Freiraumaspekt auch eine wichtige Dimension der Umweltgerechtigkeit. 

Das leistet der RVR

Der RVR besitzt und pflegt insgesamt ca. 16.300 ha Waldflächen. Dazu gehören z. B. die großen zusammenhängenden Waldgebiete der Haard oder der Hohen Mark. Darüber hinaus befinden sich auch ca. 2.700 ha Freiflächen im Besitz des RVR. Hier sind besonders die fünf Revierparks erwähnenswert. Außerdem strebt der RVR eine umfangreiche Festsetzung urbaner Industrienaturflächen im Ruhrgebiet an. 

Vegetationsanteil

Der Vegetationsanteil der Kommunen wies 2025 große Unterschiede auf . Im zentralen Ruhrgebiet, in dem sich viele urbane Kernräume befinden, lag der Vegetationsanteil meist zwischen 60 und 80 %. Die Kommunen Duisburg (58 %) und Herne (59 %) hatten den geringsten Vegetationsanteil. Im Übergangs- und Außenbereich lag der Vegetationsanteil bei meist 80 bis über 90 %. Die Kommunen Schermbeck mit 91 % sowie Hamminkeln und Sonsbeck mit 90 % taten sich dabei besonders hervor. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass die Vegetation auf Ackerflächen oft nur vom Frühjahr bis in den Herbst hinein vorhanden ist und die hohen Werte in den Landwirtschaftsregionen daher nicht das ganze Jahr über der Realität entsprechen. Es gab im Jahr 2025 viele Kommunen, welche bereits über einen hohen bis sehr hohen Vegetationsanteil verfügten, während andere einen deutlich geringeren Vegetationsanteil aufwiesen. Den Anteil in den bisher benachteiligten Kommunen in den kommenden Jahren zu erhöhen, sollte ein wichtiges Ziel des Umweltschutzes und der Stadtplanung im Ruhrgebiet sein. Durch seine Kernaufgabe der Freiraumsicherung kann der RVR hier eine sinnvolle Grundlage schaffen.

 

 

 

Beschirmungsgrad

Der Beschirmungsgrad gibt den Anteil der Fläche an, der von Vegetation mit einer Höhe von mindestens 2,5 m bedeckt ist. Er lässt damit Rückschlüsse zur Verschattungssituation und zum thermischen Komfort zu. Außerdem ist ein hoher Beschirmungsgrad in der Regel mit einem hohen Waldanteil verbunden. Der Beschirmungsgrad ist im EU-Renaturierungsgesetz als eine Kenngröße für urbane grüne Infrastruktur festgesetzt. In der Abbildung ist zu erkennen, dass der Beschirmungsgrad pro Kommune im Ruhrgebiet im Jahr 2025 sehr unterschiedlich war. Besonders hoch war er mit teilweise bis über 40 % in den von großen Wäldern wie der Haard oder der Hohen Mark geprägten Kommunen im zentralen Norden des Ruhrgebiets. Besonders hervor tat sich hier die Kommune Oer-Erkenschwick mit 54 %. Auch die im Bergischen Land liegenden Kommunen im südöstlichen Ruhrgebiet wiesen teils Waldanteile von über 40 % auf. Hier tat sich mit ebenfalls 54 % die Kommune Herdecke besonders hervor. Im zentralen, dicht besiedelten Teil des Ruhrgebiets lag der Anteil oft zwischen 25 und 35 %. Auffällig ist, dass häufig besonders die Kommunen im nordwestlichen (z. B. Hamminkeln, Sonsbeck und Alpen) und östlichen Ruhrgebiet (z. B. Bönen, Unna und Fröndenberg), die einen Vegetationsanteil zwischen 80 und 90 % aufwiesen, beim Beschirmungsgrad die niedrigsten Werte verzeichneten. Zu erklären ist das mit der starken landwirtschaftlichen Nutzung in diesen Kommunen, durch die der Großteil des Freiraums beansprucht wird. Zum Beispiel liegen in der Region um den Niederrhein flache Reliefstrukturen sowie nährstoffreiche Böden vor weshalb die Region seit Jahrhunderten stark von der Landwirtschaft geprägt ist und Waldentwicklung verhindert wird. 

 

Grünvolumen

Das Grünvolumen in m³ ist eine Maßzahl aus der Landschaftsplanung und bezeichnet das Produkt von vegetationsbestandener Fläche (z. B. Grundfläche eines Waldes oder einer Grünfläche) und der Vegetationshöhe. Das Grünvolumen hilft bei der Evaluation verschiedener städtischer Ökosystemleistungen wie der Kühlleistung und dem thermischen Komfort durch Beschattung und Evaporation. Außerdem trägt ein hohes Grünvolumen zur Luftverbesserung bei,  etwa durch das Filtern von Luftschadstoffen wie Feinstaub. In der Abbildung ist deutlich zu erkennen, dass die Kommunen, welche über einen hohen Beschirmungsgrad verfügen (s. o.), der hauptsächlich vom Waldanteil bestimmt wird, auch ein hohes Grünvolumen aufweisen. Besonders hervor taten sich 2025 auch hier die Kommunen Oer-Erkenschwick mit einem Grünvolumen von 730 m³ und Herdecke mit 723 m³.

Hintergrundinformationen

Das Grünvolumen entsteht durch die Verrechnung der Vegetationsbedeckung mit der Vegetationshöhe und wird in Kubikmetern je Pixel angegeben. Der Beschirmungsgrad gibt an, wie viel Fläche mit Vegetation höher als 2,5 Metern beschirmt ist.  Der Vegetationsbedeckungsgrad zeigt, wie viel Fläche generell von Vegetation bedeckt ist. 

Diese Indikatoren basieren auf Sentinel- 2-Bildern und liegen in einer räumlichen Auflösung von 10 Metern vor. Die Berechnung erfolgt mit einer Künstlichen Intelligenz (KI), die mit Luftbildern trainiert wurde, um genauere Ergebnisse zu erhalten. Wie bei allen satelliten- und KI-basierten Verfahren ist die Auswertung nicht fehlerfrei und die Daten sind als Annäherung an die Realität zu verstehen. Die Daten sowie die zugrundeliegende Berechnung wurden im Projekt Urban Green Eye erstellt (LUP - Luftbild Umwelt Planung GmbH*).

* Gefördert im Rahmen der Förderrichtlinie “Entwicklung und Implementierungsvorbereitung von Copernicus Diensten für den öffentlichen Bedarf zum Thema Klimaanpassungsstrategien für kommunale Anwendungen in Deutschland” des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV, Förderkennzeichen: 50EW2201A). Bearbeitet durch LUP - Luftbild Umwelt Planung GmbH in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Berlin und der Stadt Leipzig.

Der Atlas Grüne Infrastruktur Ruhrgebiet besteht aus einer umfassenden Geodatensammlung zur Grünen Infrastruktur im Ruhrgebiet und enthält sowohl Daten zu einzelnen Elementen (z. B. Wald, Heide, Park) als auch eine Vielzahl von Analysedaten (z. B. satellitenbasierte Vegetationserfassung, Klimamodellierungen, Hochwasserinformationen). Wo immer möglich, sind auch Zeitreihen verfügbar. Als Begleitprodukt zur Strategie Grüne Infrastruktur Metropole Ruhr bietet der Atlas eine umfassende Grundlage für ein Monitoring, Planungsverfahren, Stellungnahmen und Umweltkommunikation. Aufgrund der hohen Vielfalt an Umweltdaten sowie der vorliegenden Monitoringfunktion (Zeitreihen) ist der Atlas eng verknüpft mit dem Online-Umweltmonitoring für das Ruhrgebiet und stellt für einige Indikatoren die entsprechenden Datengrundlagen bereit. 

Für den Indikator “Vegetationsanteil im Ruhrgebiet” sind folgende Atlas-Layer relevant:

Grünvolumen in m³

Grünvolumen je Kommune in %

Beschirmungsgrad in % 

Beschirmungsgrad je Kommune in %

Vegetationsbedeckung in % 

Vegetationsbedeckung je Kommune in % 

Vegetationshöhe in m.

Zum Atlas

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Datenquellen

Berechnung: Regionalverband Ruhr, Daten: Sentinel 2 (LUP - Luftbild Umwelt Planung GmbH*)

* Gefördert im Rahmen der Förderrichtlinie “Entwicklung und Implementierungsvorbereitung von Copernicus Diensten für den öffentlichen Bedarf zum Thema Klimaanpassungsstrategien für kommunale Anwendungen in Deutschland” des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV, Förderkennzeichen: 50EW2201A). Bearbeitet durch LUP - Luftbild Umwelt Planung GmbH in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Berlin und der Stadt Leipzig.

Textquellen

UrbanGreenEye (2026): Thermische Entlastung – UrbanGreenEye

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Es liegen 3 Ergebnisse vor.

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Jakob Knipfer

Team 20-4 Umweltentwicklung und Monitoring
Referat 20 Klima und Umweltschutz

knipfer[at]rvr.ruhr
49 201 2069-393