Größte begehbare Halde der Region

Sie ist eine der höchsten Halden im Ruhrgebiet und beeindruckt nicht nur mit einer faszinierenden Panoramasicht: Imposant ragen die mehr als 100 Totems des Künstlers Agustín Ibarrola am Haldenkamm in den Himmel. Ein ungewöhnlicher Kreuzweg geleitet Besucherinnen und Besucher auf den Gipfel. Der Regionalverband Ruhr (RVR) wird die Halde in den nächsten Jahren von der RAG übernehmen. 

Allein die Höhe der Halde ist mit 185 Metern über Null Anlass genug für ein Gipfelkreuz, das mehr ist als eine Landmarke. Es ist Teil des 1995 eingeweihten Kreuzweges, den die Ordensfrau Tisa von Schulenburg gemeinsam mit dem Oberhausener Künstler Adolf Radecki sowie Auszubildenden des Bergwerks geschaffen hat. Aber das ist längst nicht die einzige Überraschung, die die Halde neben der Aussicht bereithält. 

Zahlen & Fakten

Höhe über NN:  185 Meter
Höhe der Aufschüttung: 120 Meter
Fläche: 114 Hektar

Ein Ort für Kunst und Kirche

Haldenkreuz erinnert an Papstbesuch

Der moderateste Weg auf den Gipfel führt über den Kreuzweg. Jede der 15 Stationen wird von einer Kupfertafel mit der Darstellung der Leiden Christi und einem Arbeitsgerät aus der Welt der Bergleute markiert. Das Haldenkreuz selbst erinnert an den Papstbesuch im Mai 1987 auf Prosper-Haniel.

Auszubildende und Ausbilder des Bergwerks hatten es für den Zechenplatz aus Spurlatten, also jenen Balken, an denen ein Förderkorb im Schacht geführt wird, gefertigt. Fünf Jahre später fand es auf der Südwestspitze der Halde seinen Platz.

Totems auf dem Haldenkamm

Ein jüngeres Kunstwerk auf Haniel setzt ebenfalls auf Holz und Historie: 2002 installierte der baskische Künstler Agustín Ibarrola mehr als 100 bemalte Eisenbahnschwellen, die „Totems“, auf dem Haldenkamm. Die Bahnschwellen stammen aus der ehemaligen Zeche. Bei den Schamanen standen Totems für die Verbindung zwischen Lebenden und ihren Ahnen. Offensichtlich wollte der Künstler hier eine Brücke schlagen – zwischen Industrieraum und Natur, Technologie und Industrialisierung, Glaube und Hoffnung.

Unzählige Fotomotive beweisen: die Kunst kommt bei den Menschen wie auch anderen Kunstschaffenden gleichermaßen an. So wählte beispielsweise Wim Wenders dies atemberaubende Kulisse für die Schlusseinstellung seines Films „Pina“.

Offene Bergarena

Vier Jahre nach der Einweihung des Kreuzweges erhielt die Halde eine weitere, durchaus weltliche Attraktion: ein aus Bergematerial angelegtes offenes Amphitheater nach griechischem Vorbild. Die Bergarena bietet Platz für 800 Menschen und war im Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 Spielort einer Neuinszenierung von Verdis Oper „Aida“ mit überwiegend lokalen Darstellern in der Regie des Bottropers Thomas Grandoch.

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Beste Aussichten

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Fotograf Ludger Staudinger war mit seiner Drohne im Auftrag des Regionalverbands Ruhr in Bottrop unterwegs.

Beliebtes Ausflugsziel

Die Halde Haniel ist heute ein beliebtes Ausflugsziel im Norden von Bottrop. Besucherinnen und Besucher schätzen die besondere Atmosphäre und die zahlreichen Freizeitmöglichkeiten. Die begrünte Halde bietet sich beispielsweise zum Spazierengehen und Joggen an. Die guten Windverhältnisse empfehlen den Berg zudem zum Drachensteigen. Inspirierend ist der wunderbare Blick über das nordwestliche Ruhrgebiet und auf das 2018 geschlossene Bergwerk Prosper-Haniel. Von der Halde Haniel aus sind bei klarem Wetter die Halde Lohberg Nord im Nordwesten, die nahegelegene Tetraeder-Halde im Südosten sowie die Halde Hoheward im Osten zu sehen.

360-Grad-Panorama-Ansicht

Genießen Sie einen Rundumblick vom Gipfel der Halde Haniel aus. Dazu einfach den Pfeil bei gedrückter Maustaste über das Bild bewegen.

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Besucherinfos

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Lageplan

Adresse

Fernewaldstraße
46242 Bottrop

Anfahrt

ÖPNV
Haltestelle „Kleekamp“, Oberhausen

Rad
Knotenpunkt 16 (Bottrop)

Hintergrundwissen

Als letztes Bergwerk in der Metropole Ruhr stellte Prosper-Haniel Ende 2018 den Betrieb ein. Entstanden war es 1974 durch die Zusammenlegung der Bergwerke Franz Haniel und Prosper. Franz Haniel war ab 1921 im Zuge der Bergbau-Aktivitäten der Gutehoffnungshütte abgeteuft worden, jedoch verhinderten starke Wassereinbrüche die Förderaufnahme bis 1952.

Ende 2011 förderte das Bergwerk 3,1 Millionen Tonnen Steinkohle mit einem unterirdischen Streckennetz von 140 Kilometern aus einer Tiefe von bis zu 1.320 Metern. Die enormen Schüttungen machen die Halde Haniel heute zur höchsten, ständig begehbaren Halde des Ruhrgebiets.

In die Zukunft geblickt

Der RVR erarbeitet zurzeit ein gesamtregionales Konzept für die Halden der Metropole Ruhr. 58 Halden, die sich bereits im Eigentum des Verbandes befinden oder bis 2035 übernommen werden, stehen im Fokus. Die von Menschen geschaffenen Berge der Region sollen künftig noch stärker für Tourismus und Naherholung genutzt werden.

Ziel ist es, Themenschwerpunkte zu schaffen und jeder Halde eine eigene Identität zu geben. Parallel dazu werden aktuell einzelne Haldenstandorte auf ihr Potenzial zur Nutzung von Windkraft und Solarenergie untersucht.

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Regionalverband Ruhr
info@rvr.ruhr
+49 201 2069-0