Zurück zur ÜbersichtGärten für die Gemeinschaft

Essbare Stadtnatur

Witten

gestuftes, in Kreisen angelegtes Beet mit halbhohen Sträuchern - von hellen Steinen eingerahmt.

Im Wittener Pferdebachtal entsteht auf 4 Hektar kommunaler Fläche ein öffentlicher Park, der die Menschen der Umgebung mit gesunden Lebensmitteln versorgt.

Die Gärten sind Teil der grünen Infrastruktur: einem Netzwerk natürlicher und naturnaher Flächen, das Städte und Landschaften verbindet. Diese Flächen sorgen für sauberes Wasser, reinere Luft und bieten Lebensräume für Insekten, Vögel, Amphibien und Kleinsäuger. Die angelegten Biotope fördern Artenvielfalt auf kleinstem Raum. Pflanzen erhalten neue Lebensräume und dienen Tieren als Nahrung, Schutz oder Nistplatz. Die geplante und in Umsetzung befindliche Grüne Infrastruktur schafft eine Symbiose verschiedener Landnutzungsarten wie etwa bio-dynamischem Gemüseanbau, naturgerechtem Ackerbau und Streuobstwiesen. Im Park können außerdem Heilpflanzen, artenreiche Feuchtgebiete sowie essbare Blüh- und Gehölzstreifen vorgefunden werden. Und das alles mitten in der Stadt. Eine essbare Landschaft, die Biodiversität fördert, dem Klimawandel begegnet, die Menschen mitnimmt und zudem noch durch einen Erlebnispfad erkundbar ist. Das Leitmotiv des Projekts lautet: "Integration statt Konkurrenz: Produktive Gärten mit hoher Biodiversitätsleistung = Dauerhafte Grüne Infrastruktur". Auf der Ebene "Mein Garten" wird das Projekt auch Teil der IGA 2027 sein.

Die Gärten liegen zwischen Wohngebiet, Gewerbegebiet, Universität, Schule, Kindergarten und sozialtherapeutischen Einrichtungen. Sie bilden eine grüne Mitte, die Menschen, Generationen und Lebensbereiche verbindet. Hier entstehen Orte für Begegnung, Erholung, gesunde Ernährung und gelebten Naturschutz. Ein bio-organischer Gemüseacker ergänzt die Gesamtfläche. Landwirtschaft und Naturschutz wirken hier zusammen, fördern Artenvielfalt und liefern gleichzeitig gesunde Lebensmittel. Die Gärten sind seitdem ein modellhafter Lebens- und Erlebensraum und bilden die Grundlage für vielfältige Bildungs- und Therapiemaßnahmen. Zudem sind sie ein Ort für Citizen Science-Projekte – etwa beim Monitoring der Artenvielfalt. Die Gärten für die Gemeinschaft bieten den Raum für alle Module, die auf Erfahrungslernen setzen:

  • Der Gemüseacker ist Baustein einer nachhaltigen Gemeinschaftsverpflegung und zugleich Lernort für Studierende.
  • Die Gärten verbinden Wissenschaft, Praxis und Alltag und schaffen neue Wege, wie Nachhaltigkeit konkret erlebbar wird.
  • Eine Gruppe von Menschen setzt Setzlinge in einer Reihe in ein Beet.
  • Nahaufnahme einer pink blühenden Staude. Im Hintergrund  ist weitere Bepflanzung und ein Turm aus hellen Steinen.
  • Karges Beet mit Gras Streifen und dazwischen neu eingesetzten Pflanzensetzlingen
  • gestuftes, in Kreisen angelegtes Beet mit halbhohen Sträuchern - von hellen Steinen eingerahmt.
  • Nahaufnahme eines Schmetterlings (Wundklee-Bläuling) auf einer gelben Pflanze (Hornklee)
  • 4 Personen die einen Heilkräutergarten anlegen
  • Nahaufnahme eines Beetes mit Bodendeckern, die lila blühen im Vordergrund. Das durch helle Steine abgetrennte hintere Beet ist mit höheren Blühpflanzen bepflanzt.
    Eine Gruppe von Menschen setzt Setzlinge in einer Reihe in ein Beet.
    Nahaufnahme einer pink blühenden Staude. Im Hintergrund  ist weitere Bepflanzung und ein Turm aus hellen Steinen.
    Karges Beet mit Gras Streifen und dazwischen neu eingesetzten Pflanzensetzlingen
    gestuftes, in Kreisen angelegtes Beet mit halbhohen Sträuchern - von hellen Steinen eingerahmt.
    Nahaufnahme eines Schmetterlings (Wundklee-Bläuling) auf einer gelben Pflanze (Hornklee)
    4 Personen die einen Heilkräutergarten anlegen
    Nahaufnahme eines Beetes mit Bodendeckern, die lila blühen im Vordergrund. Das durch helle Steine abgetrennte hintere Beet ist mit höheren Blühpflanzen bepflanzt.
  • Herstellung von modellhaften Grünstrukturen im Quartier Pferdebachtal
  • Einbindung der modellhaften Grünstrukturen in Bildung, Forschung und nachhaltige Ernährung

Phase 1: ökologische Aufwertung 2022-2023
„Einrichtung eines multifunktionalen Gebietes“ – Start der Entwicklung auf 4 ha städtischer Grünfläche. Bis Oktober 2023 konnten alle Maßnahmen zur Umgestaltung und ökologischen Aufwertung abgeschlossen werden.

Phase 2: Einbindung in Bildung, Forschung und nachhaltige Ernährung 2023-2026
Seit Herbst 2023 läuft in Zusammenarbeit mit der Universität Witten/Herdecke und dem Hochschulwerk die Phase 2: das Projekt „Feldversuch“, das bis 2026 angelegt ist.
Ziel ist es, die Gastronomieangebote der Universität ökologisch nachhaltiger zu gestalten und Ernährung mit ihren Auswirkungen auf Gesundheit, Ökonomie und Ökologie stärker in den Fokus zu rücken.

Phase 3: regionale und internationale Sichtbarkeit als Modellprojekt - IGA Ruhrgebiet (ab 2026)
In Phase 3 wird es zunächst darum gehen, das Modellhafte der Gärten für die IGA Ruhrgebiet 2027 sichtbar und präsentierbar zu machen.
Im Mittelpunkt stehen dabei:

  • die nachhaltige Multifunktionalität der Landnutzung,
  • eine ökologische Small-scale Agrikultur, die beispielhaft zeigt, wie eine planetengerechte Gemeinschaftsverpflegung aussehen kann sowie
  • Beispiele aktiver Einbeziehung unterschiedlicher Gruppierungen aus der Stadtbevölkerung: durch Bildungs- und Mitmachangebote gestalten und erhalten sie gemeinsam einen urbanen, naturnahen Lebensraum.

Die Oberen Gärten

In den Oberen Gärten sind zahlreiche besondere Biotope entstanden:

  • ein Weidendom mit Trockenmauern als Begegnungsstätte und Biotop,
  • Ackersäume, Kleingewässer, Blänken, Mulden, feuchte Wegeränder, Hecken und alte Obstsorten,
  • ein Modellacker für naturschutzgerechten und klimaresilienten Ackerbau mit alten Sorten,
  • ein Kräuter- und Heilpflanzengarten als Lernort zu den Wirkstoffen der Natur,
  • der alte Hofteich, entschlammt und als Lebensraum für seltene Amphibien wiederhergestellt,
  • die historische Hofmauer, saniert und als Mauerbiotop neu belebt.

Die Unteren Gärten

Die Unteren Gärten bieten Raum für extensive Beweidung und Mahd:

  • eine kleine Herde Coburger Fuchsschafe, einer alten, robusten Landschafrasse,
  • artenreiche Wiesen und Weiden, die durch Regiosaatgut und Mahdgutübertragung aufgewertet wurden,
  • Schattenbäume, Gehölzstreifen, eine Wildfrucht-Allee und weitere Säumbiotope.

Entwicklungsgesellschaft für ganzheitliche Bildung e.V.; Christopherus Haus e.V.; Universität Witten/Herdecke mit IGVF (Institut für integrative Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung), IBAM (Integriertes Begleitstudium Anthroposophische Medizin), WittenLab.Zukunftslabor Studium Fundamentale; Hochschulwerk an der Universität Witten/Herdecke; Stadt Witten; Untere Naturschutzbehörde Ennepe-Ruhr-Kreis; Höhere Naturschutzbehörde (RegBezirk Arnsberg); Freiwillige / Ehrenamtliche